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Ausstehende VergĂŒtung trotz klarer mĂŒndlicher Abmachungen bringt solo-selbststĂ€ndigen Handwerker in große finanzielle Schwierigkeiten.

Im MĂ€rz 2021 wurde der Zimmerei Steiger und Riesterer aus Staufen von der lokalen Handwerkskammer die Auszeichnung „Handwerksunternehmen des Jahres 2021“ verliehen.

Diese erhalten laut Handwerkskammer Unternehmen, welche sich durch „Verantwortung fĂŒr Mitarbeiter und Gesellschaft“ auszeichnen. Ein Solo-SelbststĂ€ndiger berichtete nun allerdings, dass ihm die Auszahlung eines Teils seiner VergĂŒtung verweigert wird. Der Betrag bewegt sich im niedrigen vierstelligen Bereich. Dies hat den Betroffenen – der sich zu diesem Zeitpunkt nicht mal eine eigene Wohnung leisten konnte – in große finanzielle Schwierigkeiten gebracht. Er wandte sich daraufhin an die gewerkschaftliche Erstberatung der FAU Freiburg um sich ĂŒber seine Rechte, sowie Handlungsmöglichkeiten zu informieren und wurde anschließend Mitglied der Basisgewerkschaft.

Der Betroffene war rund einen Monat im Rahmen eines Dienstvertrages als Solo-SelbststĂ€ndiger fĂŒr die Zimmerei Steiger & Riesterer GmbH auf mehreren Baustellen in der Region tĂ€tig. Laut seiner Aussage wurde im Vorfeld eine mĂŒndliche Abmachung ĂŒber den Zeitraum des DienstverhĂ€ltnisses und der Höhe des Stundensatzes getroffen.

„Eine Woche vor vereinbartem Vertragsende wurde unserem Mitglied allerdings unvermittelt fristlos gekĂŒndigt. BegrĂŒndet wurde dies damit, dass durch die Schließung der Berufsschule die Auszubildenden der Zimmerei die restlichen Arbeiten erledigen können“, empört sich Stella
Meier – aktiv in der gewerkschaftlichen Erstberatung der FAU Freiburg.
„Der Betroffene stand damit – mitten in der Corona Pandemie und kurz vor Weihnachten – ohne Verdienstmöglichkeit da. An die Akquise anderer AuftrĂ€ge ist in dieser Zeit und so kurzfristig auch nicht zu denken!“

Aktuell verweigert die Zimmerei Steiger & Riesterer die Zahlung der letzten Woche des Vertragszeitraumes, in dem vonseiten der Zimmerei behauptet wird, es hÀtte keine Absprachen zu Zeitraum und zu Höhe des Stundensatzes gegeben.

„GrundsĂ€tzlich ist es skandalös und unverantwortlich, wenn VergĂŒtungen nicht oder verzögert ausbezahlt werden – insbesondere an sowieso schon prekĂ€r lebende Solo-SelbststĂ€ndige und bei anscheinend guter Auftragslage des Unternehmens“, so Paul Kraut, Mitglied im allgemeinen Sekretariat der FAU Freiburg. Kunden der Zimmerei sind u. a. Die Freiburger Stadtbau, Edeka Sutter und verschiedene Gastronomie-Betriebe.

Benjamin Bertsche, SekretĂ€r fĂŒr gewerkschaftliche Aktion ergĂ€nzt: „Gesetzlich kann ein zeitlich befristeter Dienstvertrag nicht einfach fristlos gekĂŒndigt werden, sondern gilt bis zu seinem Ablauf. Es mĂŒssen also auch alle vertraglich vereinbarten Arbeitstage bezahlt werden! In diesem Fall liegt die Vermutung nahe, dass die Zimmerei unser Mitglied vorschnell „loswerden“ wollte um Kosten zu sparen. Verantwortung fĂŒr die (freie) Mitarbeiter sieht anders aus.“

Die FAU Freiburg fordert momentan die sofortige Auszahlung des ausstehenden Betrags.




Quelle: Fau.org