Juni 15, 2021
Von InfoRiot
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Potsdam – Aus Krampnitz wird ein „Kramp-Witz“, heißt es im Aufruf fĂŒr eine Demo am Mittwoch den 16.06. um 14:00 Uhr vor dem Rathaus Potsdam

Seit Monat­en kri­tisieren DIE aNDERE, der BUND, Stadt-fĂŒr-alle, einige Orts­beirĂ€te und nun auch Fri­days-For-Future die Fehlen­twick­lun­gen beim grĂ¶ĂŸten Bau­vorhaben der Stadt. Aufge­fĂŒhrt wer­den: man­gel­hafte Trassen­frei­hal­tung fĂŒr die Straßen­bahn, StĂŒck­w­erk bei der Energie- und WĂ€rmev­er­sorgung, kein kon­tinuier­lich­er Zuwachs an preis­ge­bun­de­nen Woh­nun­gen, unehrliche Kom­mu­nika­tion und Intrans­parenz der Stadt sowie die Beteili­gung der Deutschen Wohnen am Projekt.

UnlĂ€ngst im Haup­tauss­chuss haben sich alle Frak­tio­nen gegen den Antrag von DIE aNDERE aus­ge­sprochen, der ein Innehal­ten und Über­denken der aktuellen Entwick­lung forderte, um die hohen sozialen und ökol­o­gis­chen Ziele ĂŒber­haupt noch zu erre­ichen. Die GrĂŒÂ­nen sprachen sich sog­ar gegen eine kli­ma­neu­trale Entwick­lung aus. Die SPD-gefĂŒhrte Rathausko­op­er­a­tion hat­te schon zuvor sich gegen eine Fes­tle­gung aus­ge­sprochen, die auch die Deutsche Wohnen verpflichtet hĂ€tte preis­ge­bun­de­nen Wohn­raum zu schaf­fen. Die Stadtver­wal­tung unter Bauamtschef Götz­mann hat­te es in den Jahren zuvor ver­sĂ€umt, die notwendi­gen Trassen fĂŒr die Tram freizuhal­ten. Durch zahlre­iche Bau­genehmi­gun­gen wur­den hinge­gen zusĂ€t­zliche Kon­flik­te fĂŒr den ÖPNV geschaffen.

Angesichts der all­ge­gen­wĂ€r­ti­gen Kri­tik spricht sich nun der OBM Schu­bert die umstrit­te­nen PlĂ€ne fĂŒr das Quarti­er von exter­nen Experten prĂŒfen zu lassen. Genau dass, was DIE aNDERE und andere Kri­tik­erIn­nen schon lange forderten: ein Reset! Nun kön­nte das Vorhaben noch ein­mal auf den Kopf gestellt bzw. auf den Boden der Real­itĂ€t zurĂŒck­ge­fĂŒhrt wer­den: max. 5000 Ein­wohner­In­nen; fasst alles in Hand der Deutschen Wohnen mit hoch­preisi­gen Mieten; eine Energiev­er­sorgung die weit von einem CO2-freien Pro­jekt ent­fer­nt ist, denn die ökol­o­gis­chen Bestandteile lohnen sich wirtschaftlich nur, wenn die ursprĂŒngliche Pla­nung mit 10.000 EW umge­set­zt wer­den kann. An dieser Ein­wohn­erzahl hielt OBM Schu­bert noch am 10.06.21 (vor nicht mal ein­er Woche!) im Haup­tauss­chuss fest (Woh­nungs­bau: Pots­dam hĂ€lt am Ziel 10.000 Ein­wohn­er in Kramp­nitz fest (maz-online.de).

Baus­tad­trat Rubelt beze­ich­nete lt. MAZ die einst­weilige BeschrĂ€nkung auf 5000 Ein­wohn­er als „Zwis­chen­schritt“. Ein Ver­har­ren in dieser GrĂ¶ĂŸenord­nung wĂ€re fĂŒr die Stadt „mit einem hohen Defiz­it ver­bun­den“.

Die Gefahr, dass mit bish­eri­gen und weit­eren vor­eili­gen Einze­lentschei­dun­gen vol­len­dete Tat­sachen geschaf­fen und Spiel­rĂ€ume der kom­mu­nalen Pla­nung­shoheit ver­baut wer­den bleibt. Auch das hohe wirtschaftliche Risiko fĂŒr die Stadt. Das ist kein Witz!






Quelle: Inforiot.de