Dezember 6, 2021
Von Indymedia
320 ansichten


 

Krampus bei SUVs: Aktivist*innen lassen Luxus-Drecksschleudern die Luft raus

 

MĂŒnchen, 06.12.2021 – Aktivist*innen der Aktion Krampus ließen in der Nacht auf den Sankt Nikolaus Tag zahlreichen SUVs die Luft aus den Reifen. Die Aktion prangert die ĂŒberproportional hohe Umweltzerstörung und Klimaerhitzung durch Reiche[1] an, die auch von der kommenden Koalition mitgetragen wird.

 

Artig warten brave Kinderchen in ganz MĂŒnchen darauf, dass der liebe Nikolaus ihre Stiefel mit Leckereien fĂŒllt. Wie jedes Jahr werden die Unartigen vom Krampus zurechtgewiesen. Doch anstelle Menschen krankerweise immer noch mit RutenschlĂ€gen in einem Sack zu bedrohen, vergreift sich der Krampus am heiligsten Gut der Deutschen: Ihren Autos. Doch weil der Nikolaus seit jeher als Anwalt der Armen und Rechtlosen[2] gilt, bleiben die Autos der normalen Bevölkerung trotz Klimaerhitzung verschont. Dieses Jahr trifft es die Reichen, die ihr Recht auf hoch emittierende LuxusgĂŒter scheinbar ĂŒber die Lebensgrundlagen von Menschen stellen. Etwa von Menschen, die vom Meeresspiegelanstieg betroffen sind. Von Indigenen, die im Einklang mit einer verendenden Natur leben. Von Menschen, die unter neokolonialen Ausbeutungsbedingungen an der Herstellung eben dieser LuxusgĂŒter beteiligt sind. Oder eben von Menschen, die erst kĂŒrzlich geboren wurden oder noch nicht geboren sind.

 

Schon frĂŒher soll der Nikolaus StĂŒrme besĂ€nftigt und Menschen vor Hungersnot bewahrt haben.[3]  Angesichts der sich immer weiter verschĂ€rfenden Klimakrise und einer Politik, die vor allem dem Autokapital dient, sieht dieser keinen anderen Ausweg: Hoch emittierende CO2-Maschinen mĂŒssen neutralisiert werden, um die Klimakrise zu stoppen und damit Menschenleben zu retten. Dazu schickt er seinen Krampus in der Nacht auf den 06.12.2021 los, um sĂ€mtlichen SUVs die Luft herauszulassen und mit einem Sicherheitshinweis zu versehen. Was wie ein Jugendstreich eines echten Halodri klingt, ist der ernstgemeinte Auftakt einer Reihe solcher Missetaten, die nach Nachahmung schreien. Der Krampus fordert SUV-Besitzer*innen dazu auf, die Lebensgrundlage vieler Menschen weltweit ĂŒber ihren vermeintlichen Statuszuwachs[4] durch ĂŒberdimensionierte Blech-Juwelen zu stellen und ein ÖPNV-Ticket oder Fahrrad zu kaufen. SUVs wĂŒrden in einer zunehmend gentrifizierten Stadt wie MĂŒnchen nur Platz wegnehmen, die Luft verpesten und die Verkehrssicherheit kleiner Menschen gefĂ€hrden. Zudem seien diese, egal ob E-SUV oder Verbrenner, allein durch die Herstellung an immenser Umweltzerstörung und neokolonialer Ausbeutung von Arbeiter*innen im globalen SĂŒden beteiligt.

 

Der Nikolaus fasst zusammen: „FĂŒr die betroffenen SUV-Fahrer*innen bedeutet die Ermahnung meines Krampus einen ĂŒberschaubaren Verlust an Zeit und Geld fĂŒr die Abschleppung und ein ÖPNV-Ticket. FĂŒr die Menschen in MAPA[5] bedeutet eine Reduktion von LuxusgĂŒtern wie SUVs, Jachten oder Privatjets eine grĂ¶ĂŸere Chance, zu ĂŒberleben. Nachdem die Ampel-Koalition keinen Beitrag zur MobilitĂ€tswende vorweisen kann, nehmen wir diese selbst in die Hand. Im Kontext des MobilitĂ€tswendecamps wurden ausfĂŒhrliche Konzepte fĂŒr gerechte und nachhaltige MobilitĂ€t vom #noIAA BĂŒndnis vorgestellt. NoFutureForIAA, Sand im Getriebe oder SmashIAA liefern nicht nur gute GrĂŒnde gegen das Autokapital, sondern auch konstruktive VorschlĂ€ge, die nur auf ihre Umsetzung warten.“

 

 


[2]https://www.br.de/nachrichten/wissen/nikolaustag-darum-stellen-wir-am-6-dezember-den-stiefel-raus,RhoQw3z

[3]https://www.br.de/nachrichten/wissen/nikolaustag-darum-stellen-wir-am-6-dezember-den-stiefel-raus,RhoQw3z




Quelle: De.indymedia.org