November 6, 2018
Von Anarchistischer Kommunismus
351 ansichten


Am 5.11.2018 hielt Lothar Galow-Bergemann von der Initiative Emanzipation und Frieden (Stuttgart) seinen Vortrag „Von Kraken, Marionetten und Heuschrecken.Kritik am regressiven Antikapitalismus und seine NĂ€he zum Antisemitismus“.
Dies wurde von den Initiative Anarchistischer Kommunismus mit einem Flyer begleitet, da dieser und Ă€hnliche VortrĂ€ge der Erfahrung nach zur Verhinderung von klassenkĂ€mpferischen Positionen gefĂŒhrt hat.

Der Vortrag an sich war erst mal großteils wie erwartet: Eine sehr breite Definition von Antisemitismus wurde aufgemacht (=“das Ressentiment gegen die kapitalistische Moderne“) und viele Transparent und Parolen von Blockupy, Occupy und Protesten gegen G8, G20 und TTIP mit denen von Nazis im Dritten Reich verglichen. Dass hĂ€ufig Ähnlichkeiten gab erklĂ€rte Galow-Bergemann teilweise zurecht mit Bildern, die dem Antisemitismus nahe stehen oder direkt antisemitisch sind (Kapitalisten mit als jĂŒdisch wahrgenommener Hakennase und dicken Lippen). Allerdings besteht die Ähnlichkeit bei nicht-antisemitischen Beispielen auch daraus, dass die Nazis damals versuchten den Antikapitalismus gegen die Kommunisten und Anarchisten derzeit fĂŒr sich zu reklamieren. Im Vortrag wurden dann wichtige Kritik an der falschen Kapitalismuskritik der Nazis, welche zwischen gutem Industriekapitalismus und bösem Finanzkapitalismus unterscheiden, geleistet und aufgezeigt wie diese von teilweise linken Politikern (Sarah Wagenknecht) und Rednern (Georg Schramm) verwendet wird. Zentral nannte er die Phrase „Geld regiert die Welt. Doch wer regiert das Geld?“
Aber dies wurde gemischt mit einer im Vergleich zu den Vorjahren deutlich vorsichtigeren Verallgemeinerung, einfache Bilder, Parolen und die Wut gegen die kapitalistische Herrschaft seien problematisch. Im Gegensatz zu seinen frĂŒheren VortrĂ€g und zu vielen anderen Antideutschen betonte er jedoch, dass diese nicht gleich als „antisemitisch“ zu labeln seien, solange nicht als jĂŒdisch geltende Merkmale dargestellt wĂŒrden.
Gegen Ende des Vortrags und in der anschließenden Diskussion hat Galow-Bergemann seine Antisemitismus-Definition richtig gestellt und aus der oben dargelegten Allgemeinheit doch wieder mehr auf Hass auf JĂŒdinnen und Juden bezogen, der auch aus Imagination jĂŒdischer Finanzkapitalisten hinter dem Kapitalismus resultiert. Außerdem gab er zu selbst einfach Bilder zu verwenden und bestĂ€tigte, dass dies an sich nicht problematisch sei. Er sei dafĂŒr, dass gegen Kapitalismus mobilisiert wĂŒrde.

Den dort verteilten Flyer der Initiative Anarchistischer Kommunismus gibts es als EPub und als PDF zum Download.




Quelle: Akom.blogsport.de