MĂ€rz 3, 2021
Von Soligruppe FĂŒr Gefangene
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Kronstadt Journal III

3. MĂ€rz

Das Provisorische RevolutionÀre Komitee von Kronstadt, das sein Hauptquartier auf dem Schiff Petropawlowsk hat, wird auf 15 Personen erweitert. Es setzt sich aus folgenden Personen zusammen:

1.Pefritschenko, Oberbeamter, Flaggschiff Petropawlowsk.
2.Jakowenko, Telephonist, Distrikt Kronstadt.
3.Ossossow, Maschinist, Sewastopol.
4.Archipow, Ingenieur.
5.Perepelkin, Mechaniker, Sewastopol.
6.Patruschew, Chefmechaniker, Petropawlowsk.
7.Kupolow, Àrztlicher Oberassistent.
8.Werschinin, Matrose, Sewastopol.
9.Tukin, Elektromechaniker.
10.Romanenko, Aufseher im Dock fĂŒr Awiatik.
11.Oreschin, Vorsteher der Dritten Industrieschule.
12.Walk, Holzfabrikarbeiter.
13.Pawlow, Seeminenarbeiter.
14.Baikow, Fuhrmann.
15.Kilgast, Hochseematrose.

Von den Matrosen wird beschlossen die eigenen Rationen zu Gunsten des Durchschnittsarbeiters zu kĂŒrzen. In Kronstadt treten zahlreiche Kommunisten aufgrund des Despotismus und der bĂŒrokratischen Korruption aus der Partei aus. Es erscheint die erste Ausgabe der Izvestia, der Zeitung des Provisorischen RevolutionĂ€ren Komitees der Matrosen, Soldaten und Arbeiter von Kronstadt.

„Am folgenden Tag, dem 3. MĂ€rz, begann das Provisorische RevolutionĂ€re Komitee mit der Herausgabe einer Tageszeitung, der lzvestiia Vremennogo Revoliutsionnogo Komiteta Matrosov, Krasnoarmeitsev i Rabochikh gor. Kronshtadta (Nachrichten des Provisorisches RevolutionĂ€res Komitee der Matrosen, Soldaten, und Arbeitern der Stadt Kronstadt), die ohne Unterbrechung bis zum 16. MĂ€rz, dem Tag vor dem entscheidenden Angriff auf die AufstĂ€ndischen, erscheinen sollte. In der ersten Ausgabe rief Petritschenko, als Vorsitzender des Komitees, an die Bevölkerung von Kronstadt um ihre UnterstĂŒtzung: „GefĂ€hrten und BĂŒrger, das Provisorische Komitee ist entschlossen, dass nicht ein einziger Tropfen Blut vergossen wird. 
 Die Aufgabe des Provisorischen Revolutionskomitees ist es, die Stadt und die Festung zu organisieren, durch freundschaftliche und gemeinsame Anstrengungen die Bedingungen fĂŒr gerechte und ordentliche Wahlen zum neuen Sowjet zu schaffen. Und so, Genossen, fĂŒr die Ordnung, fĂŒr die Ruhe, fĂŒr die Standhaftigkeit, fĂŒr den neuen UND AUFRECHTEN SOZIALISTISCHEN AUFBAU, DER DAS WOHL DES GESAMTEN ARBEITENDEN VOLKES.“ Am selben Tag verbot das Revolutionskomitee alle AusgĂ€nge aus der Stadt ohne Sondergenehmigung. Alle MilitĂ€rurlaube wurden gestrichen. Außerdem wurde eine Ausgangssperre ab 23 Uhr verhĂ€ngt und lokale Revtroiki1 eingerichtet, wie in Nachahmung von Sinowjews Ad-hoc-Verteidigungskomitee von Petrograd. Kronstadt hatte den Punkt an dem es kein ZurĂŒck mehr gab erreicht. Mit drei bolschewistischen FĂŒhrern im GefĂ€ngnis, und der Stadt unter vollstĂ€ndiger Kontrolle der Rebellen, schien ein KrĂ€ftemessen mit der Regierung unvermeidlich.“ Paul Avrich, Kronstadt 1921

Die bolschewistische Radiostation versendet eine Botschaft an die Welt, in der sie ihre schon zuvor im Befehl vom Vortag niedergeschriebenen Denunziationen und Diffamationen, bei dem Aufstand in Kronstadt handele es sich um eine bewaffnete Erhebung des Generals Koslowsky organisiert von Spionen der Entente, wiederholt.




Quelle: Panopticon.blackblogs.org