MĂ€rz 14, 2021
Von Soligruppe FĂŒr Gefangene
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Kronstadt Journal XIV

Die Revtroika des Marinekrankenhauses informiert die StaatsbĂŒrger, dass am 14. MĂ€rz um 20.00 Uhr in der Krankenhauskapelle

EIN REQUIEM FÜR DIE GEFALLENEN VERTEIDIGER DER ZUFAHRTEN NACH KRONSTADT ABGEHALTEN WIRD.

(Iswestija Nr. 12, 14. MĂ€rz)

ERHEBT EUCH, IHR UNTERDRÜCKTEN!

Es ist nun drei Jahre her, dass die Bevölkerung Sowjetrusslands unter dem kommunistischen Joch geschmachtet hat. Die blutrĂŒnstigen FĂŒhrer dieser arroganten Bestien haben erbarmungslos das Blut der WerktĂ€tigen vergossen und vergießen es auch jetzt. Die Diener der kommunistischen Autokratie, die sich unter der verrĂ€terischen Maske „Macht des werktĂ€tigen Volkes“ verstecken, haben die Arbeiter und Bauern mit ihren verlogenen Verleumdungen getĂ€uscht und versuchen es immer noch. Und außerdem fließt das Blut der getĂ€uschten WerktĂ€tigen an unendlich vielen Fronten.

Jeder weiß, wie sie einer Soldatenfamilie fast das letzte Huhn wegnehmen, aber die gemĂ€steten Kommissare, die sich mit einer soliden Ration gestĂ€rkt haben, passen auf sich selbst auf und verrichten ihr stinkendes GeschĂ€ft im Hintergrund. Sie schreien von ihren blutigen GerĂŒsten: „Alles Land den Bauern und die Fabriken und Betriebe den Arbeitern.“ Aber gleichzeitig haben die Kommunisten kommunale Bauernhöfe aufgebaut, die besten StĂŒcke Land besetzt und dem verarmtesten Bauern einen noch schwereren und stĂ€rkeren Grundbesitzer auf den Hals gesetzt.

Der Arbeiter ist zum Nachttier statt zum Fabrikbesitzer geworden. Er kann nicht arbeiten, wo er will, und er kann sich nicht weigern, ĂŒber seine KrĂ€fte hinaus zu arbeiten. Jeden, der ein Wort der Wahrheit sagt, erschießen sie, lassen ihn im GefĂ€ngnis verrotten oder foltern ihn in den kommunistischen Marterkammern.

Arbeiter und Bauern, die unter dem bolschewistischen Joch schmachten, es ist Zeit fĂŒr euch, aus eurer Lethargie zu erwachen! Bildet wahre Sowjets.

Seht, mit einem Schlag hat das revolutionĂ€re Kronstadt die WĂŒrger des Willens des werktĂ€tigen Volkes niedergeschlagen. Die Macht ist wirklich in die HĂ€nde der WerktĂ€tigen ĂŒbergegangen.
Als das aufstĂ€ndische Proletariat die Befreiung seiner in den GefĂ€ngnissen schmachtenden BrĂŒder forderte, eröffnete der blutige Trotzki das Feuer auf das Rote Kronstadt. Nachdem er getĂ€uschte Soldaten in weiße LeichentĂŒcher gekleidet hatte, schickte er sie mit Gewehren in den HĂ€nden, um unsere Wahrheit zu erwĂŒrgen. Aber die Wahrheit ist nicht fĂŒr Trotzki zu erwĂŒrgen. Das ganze werktĂ€tige Russland und die ganze Welt weiß, dass wir fĂŒr die Befreiung der WerktĂ€tigen von der despotischen Macht der usurpierenden Kommunisten kĂ€mpfen.

Die ganze Welt weiß, dass Kronstadt das Stöhnen seiner unterdrĂŒckten und ruinierten BrĂŒder nicht mehr ertragen kann. Wie sehr Trotzki auch versuchen mag, die freie Idee von Kronstadt zu ersticken, er wird bald gezwungen sein, sich in dasselbe weiße Leichentuch zu kleiden, in das er die unglĂŒcklichen Soldaten gekleidet hat, die er getĂ€uscht und mit Maschinengewehren hinausgetrieben hat, um ohne Ruhm auf dem Eis an den Zufahrten zu Kronstadt zu sterben.

Wir haben uns entschieden, siegreich zu sein oder unter den TrĂŒmmern des glorreichen Kronstadt zu sterben. Mögen wir von den Arbeitern der Welt gerichtet werden. Wir stehen fest auf unseren Posten, und da wir das Banner der Freiheit erhoben haben, sind wir des Sieges sicher.

Es leben die Sowjets!

Verflucht seien die ErwĂŒrger der Freiheit, die Kommunisten!

Matrose KOPTELOW

Iswestija Nr. 12, 14. MĂ€rz 1921




Quelle: Panopticon.blackblogs.org