Juli 29, 2021
Von FAU Jena
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Ende Mai wurde einem unserer migrantischen Mitglieder gekĂŒndigt, nachdem dieser mehrere Jahre bei der Paul Sinus Art GmbH als 450€-Minijobber beschĂ€ftigt war. Die KĂŒndigung wurde unter Nichteinhaltung der KĂŒndigungsfrist zugestellt und ist somit nicht rechtsunwirksam. Entsprechend haben wir eine KĂŒndigungsschutzklage eingereicht und den Arbeitgeber angeschrieben.

Bei der detaillierten PrĂŒfung des Falls fiel uns auf, dass die UrlaubsansprĂŒche unseres Miglieds, der letzten drei (!) Jahre nicht gewĂ€hrt wurden. Das ist bei Minijobs leider eher die Regel als die Ausnahme. Außerdem stand noch eine zugesagte, aber nie gezahlte Corona-Sonderpauschale aus dem Oktober des letzten Jahres aus.

Relativ zĂŒgig konnten wir uns mit dem Anwalt der Gegenseite auf eine ĂŒberdurchschnittlich hohe Abfindung ĂŒber mehrere MonatsgehĂ€lter einigen, so dass wir auf öffentliche gewerkschaftliche Aktionen verzichtet haben.

Wieder einmal wurde deutlich, wie die prekĂ€rer Situationen u. a. migrantischer Arbeiter*innen ausgenutzt wird. Es kann und darf nicht sein, dass sogenannte „geringfĂŒgig beschĂ€ftigte“ Arbeitnehmer*innen immer wieder nicht auf ihre Rechte hingewiesen werden und ihnen diese systematisch und aktiv verwehrt werden!

Aufmucken lohnt sich und mit einer kĂ€mpferischen Gewerkschaft im RĂŒcken lĂ€sst sich (fast) immer noch Geld vom Boss holen! Deswegen: Kommt in die Gewerkschaft!




Quelle: Jena.fau.org