September 28, 2021
Von End Of Road
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Wie haben Enteignungsbedarf – MietkĂŒndigung verhindern

3.10.2021 | 15 Uhr | Schönhauserstrasse 2 im Viertel.

„Ich rede ĂŒbers GeschĂ€ft“ (EigentĂŒmer) – Wir reden ĂŒber Wohnungslosigkeit
Wenn alles so lĂ€uft, wie der EigentĂŒmer und Vermieter angekĂŒndigt hat, wird E. in ca. 2 Monaten die RĂ€umungsklage im Briefkasten liegen haben. E. ist damit unmittelbar von Wohnungslosigkeit bedroht. Die Grundlage, auf der der Vermieter seinen Mieter E. aus der Wohnung werfen will, ist die Eigenbedarfsregelung. Diese gilt, wenn der Vermieter seine Wohnung fĂŒr sich beansprucht. Der Mieter sitzt in der Falle: Es ist fast unmöglich, zu beweisen, dass der EigentĂŒmer nur einen Vorwand sucht, um den Mieter loszuwerden. Deswegen nutzen viele Vermieter*innen diese Klausel, um ihre Mieter*innen zum Auszug zu zwingen. Die Wohnung wird teuer saniert oder sofort mit erheblichem Aufschlag neu vermietet.

In diesem Fall gehen wir davon aus, dass der Plan des Vermieters so oder so Ă€hnlich aussieht. Nachdem E. 23 Jahre seine Wohnung bewohnt hatte, verkaufte der alte Hausbesitzer die Wohnung mitsamt dem Mieter. Der neue EigentĂŒmer versuchte direkt nach dem Kauf (noch vor der Grundbucheintragung) den Mieter auf die Straße zu setzen und ihm damit sein Zuhause zu nehmen. Seine BegrĂŒndung lautet: Eigenbedarf. Jedoch schlug der Vermieter als Alternative zum Rausschmiss auch immer wieder eine Mieterhöhung vor. So hat er z.B. die Miete in den letzten zwei Monaten einfach um das doppelte erhöht. Sein nĂ€chster Vorschlag war, eine weitere Mieterhöhung, falls der Mieter in der Wohnung bleiben wolle. Das Ganze gipfelte in dem Vorschlag, dass ersatzweise der Keller gegen Mietzahlung bewohnt werden könnte. Dieses Verhalten lĂ€sst uns vermuten, dass der Eigenbedarf des neuen EigentĂŒmers vorgeschoben ist und sein Interesse darin besteht, möglichst hohe Profite aus seiner Immobilie zu erzielen. Dazu passt auch sein Satz: „Wir verhandeln hier ein GeschĂ€ft.“

Deshalb wehren wir uns zusammen mit E. gegen die KĂŒndigung, gegen seine VerdrĂ€ngung aus dem Stadtteil, und kĂ€mpfen gemeinsam dafĂŒr, dass er einen neuen Mietvertrag zu angemessenen und bezahlbaren Bedingungen erhĂ€lt, sodass er auch nach 23 Jahren weiterhin in seiner Wohnung bleiben kann.

Wohnen ist ein Menschenrecht. Keine*r sollte sich um so wesentliche und lebenswichtige Themen Sorgen machen mĂŒssen! Das hier ist kein Spiel! Das profitgierige Handeln dieses Vermieters und EigentĂŒmers von Wohnraum zerstört Leben!

Kommt vorbei und bringt eure Familie, Mitbewohner*innen, Freund*innen Arbeitskolleg*innen und Nachbar*innen mit!
Gemeinsam werden wir gegen die KĂŒndigung von E. demonstrieren und dem EigentĂŒmer deutlich machen: E. ist nicht alleine bei seinem Versuch, ihn auf die Straße zu setzen.

Bremer BĂŒndnis ZwangsrĂ€umungen verhindern
Das BĂŒndnis ist ein Zusammenschluss von Mieter*innen und politisch aktiven Menschen, die (Eigenbedarfs-) KĂŒndigungen und ZwangsrĂ€umungen nicht hinnehmen wollen und sich gemeinsam dagegen organisieren. Uns alle eint als Mieter*innen die BefĂŒrchtung, unsere Wohnung, unser Zuhause zu verlieren. Dagegen schließen wir uns zusammen.




Quelle: Endofroad.blackblogs.org