192 ansichten


Das ASN Köln unterstĂŒtzt den Aufruf der Sozialistischen Selbsthilfe Köln zu einer Kundgebung gegen Polizeigewalt am Freitag 02. Juli 2021 ab 18 Uhr vor der Polizeiwache Köln-Ehrenfeld (Venloer Straße 354, NĂ€he Bhf./GĂŒrtel):

„Vorsicht!
Die folgenden Schilderungen beschreiben Gewaltakte durch die Polizei, die bei Opfern von Gewalt Traumata wieder aufleben lassen können.

In der Nacht von Samstag, den 5. Juni auf Sonntag ĂŒberfiel die Kölner Polizei den SSK-Ehrenfeld, zerrte einen Bewohner und Kollegen, der auch Vereinsmitglied ist, vom GrundstĂŒck des SSK und brachte ihn gewaltsam zu Boden. Bevor sie ihn fesselten, misshandelten sie ihn, traten und schlugen ihn und brachen ihm dabei den einen Arm auf Höhe des Ellbogens und verletzten die Hand des anderen Arms.

Daraufhin verfrachteten sie ihn in ein Polizeifahrzeug, fuhren davon, um kurze Zeit spĂ€ter wieder anzuhalten. In einer völlig unbelebten Gasse in Ehrenfeld wartete ein weiteres Polizeifahrzeug auf sie, und es folgten weitere Misshandlungen im Polizeiwagen. Polizisten rammten mehrfach dem auf dem RĂŒcksitz sitzenden, entfĂŒhrten SSK-Mitglied die RĂŒckenlehne des Beifahrersitzes auf seinen Oberkörper und quetschten ihn so mit seinem gebrochenen Arm immer wieder ein.

Daraufhin fuhren die GewalttĂ€ter in Polizeiuniform das Opfer ins Zentralgewahrsam im PrĂ€sidium Köln-Kalk, wo er zwangsweise nackt ausgezogen wurde. In eine Zelle gesperrt wurde er stundenlangem Psychoterror ausgesetzt. Um 6.20 Uhr am Morgen wurde er schließlich auf die Straße gesetzt mit geschwollenen, gebrochenen Armen, HĂ€matomen und Prellungen am ganzen Körper – misshandelt, verprĂŒgelt, verletzt, beleidigt und gedemĂŒtigt.

Im Gewahrsam hatte ein Arzt der Polizei dem Gewaltopfer lediglich Blut abgenommen, sich jedoch nicht um seine Verletzungen gekĂŒmmert und diese nicht angemessen versorgt bzw. versorgen lassen. Im Gegenteil wurde ihm der gebrochene Arm gewaltsam fixiert und die Nadel in diesen verletzten Körperteil gestochen. Der Verletzte musste nach Entlassung aus dem Gewahrsam selbst Ă€rztliche Hilfe suchen. Er begab sich in ein Krankenhaus, wo seine Fraktur versorgt und sein Arm in Gips gelegt wurde. Inzwischen zeigt sich, dass auch Sehnen des Arms verletzt sind.

Anlass fĂŒr den Polizeieinsatz war die Alarmierung durch einen Nachbarn, der widerrechtlich auf das SSK-GelĂ€nde eingedrungen, gewalttĂ€tig und mehrfach des GelĂ€ndes verwiesen worden war. Dadurch empfand er sichwohl ungerecht behandelt und rief die Polizei. Diese reagierte vor Ort völlig ĂŒber, hinterfragte zu keinem Zeitpunkt die UmstĂ€nde und stĂŒrzte sich ohne zu zögern auf das zuerst angetroffene SSK-Mitglied an der TĂŒr, rang es zu Boden, misshandelte, fesselte und entfĂŒhrte es.

Die Gewalt gegen unseren Genossen ist ein nicht hinzunehmender Akt der Barbarei. Es handelt sich um eine Form staatlichen Terrors, der oft im Geheimen, der möglichst ohne Zeug*innen und der möglichst ohne BeweiseablĂ€uft. Dieser Staatsterror findet immer wieder statt, bevorzugt gegen Minderheiten und Menschen ohne Lobby, oft aus rassistischen oder anderen diskriminierenden GrĂŒnden. Er wird so durchgefĂŒhrt, dass es nichts Gerichtsverwertbares gibt.

Und er wird gedeckt
– von Kolleg*innen mit ihrem Korpsgeist,
– von Staatsanwaltschaften, die eher die Opfer durch alle Instanzen zerren als die TĂ€ter*innen und
– von Politiker*innen, die der Exekutive freie Hand geben.

Zu diesem Zweck
– wurde die Kennzeichnung von Polizist*innen lange Zeit verweigert und nach kurzer EinfĂŒhrung direkt wieder abgeschafft;
– ermitteln Polizist*innen gegen Polizist*innen und keine unabhĂ€ngigen Institutionen;
– sind Staatsanwaltschaften zustĂ€ndig, die von der Polizei abhĂ€ngig sind, weil diese ihre Ermittlungsarbeit leistet;
– verweigern Innenminister auf allen Ebenen unabhĂ€ngige Untersuchungen zu Polizeigewalt und rechten Strukturen im Polizeidienst und
– gibt es in der Regel keine manipulationssicheren Videoaufnahmen oder unabhĂ€ngige Aufsichtspersonen in den Gewahrsamsstellen.

Kommt zu der Kundgebung gegen Polizeigewalt.

Veranstalter*innen: Alle Bewohner*innen, Kolleg*innen und Vereinsmitglieder der*des SSK“

logo_ssk



Quelle: Asnkoeln.wordpress.com