April 15, 2021
Von InfoRiot
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Zwischen 50 und 100 Menschen haben am 13. April 2021 an einer Kundgebung vor der AuslĂ€nderbehörde in Eberswalde teilgenommen. Aufgerufen hatte die Gruppe „Barnim fĂŒr alle“. Sie kritisiert die Ungerechtigkeiten, denen Asylsuchende im Landkreis Barnim und in ganz Brandenburg systematisch ausgesetzt seien. „Aufgrund des bewussten Drucks von AuslĂ€nderbehörden gab es in letzter Zeit mehrere Selbstmorde“, schreibt die Initiative auf der Internetseite www.b-asyl-barnim.de. GeflĂŒchtete wĂŒrden teilweise jahrelang keine Lebensperspektiven, keine BeschĂ€ftigungsmöglichkeiten und keine Aufenthaltsberechtigung bekommen, lautet der Vorwurf.

Im MĂ€rz große Kundgebung am Bahnhof Eberswalde

Erst vor drei Wochen hatte „Barnim fĂŒr alle“ den Selbstmord des 35-jĂ€hrigen Salah Tayyar aus dem Tschad zum Anlass einer großen Demonstration am Eberswalder Bahnhof genommen. Der Asylantrag des GeflĂŒchteten, der in Eberswalde wohnte, war abgelehnt worden. Noch vor einem Gerichtstermin im April, der sein Bleiberecht endgĂŒltig klĂ€ren sollte, nahm sich der Afrikaner das Leben.

Eberswalde

Wie bei der Demo Ende MĂ€rz lauteten auch am Dienstag einige der Forderungen, Abschiebungen zu stoppen und GeflĂŒchtete in Wohnungen statt in Lagern unterzubringen. Erneut richtete sich die Veranstaltung, die von 12 bis 17 Uhr angemeldet war, auch gegen den Rassismus, mit dem geflĂŒchteten Menschen begegnet werde.

2020 sind im Barnim acht Menschen abgeschoben worden. Wie die Kreisverwaltung Barnim auf eine Anfrage der MOZ weiter mitteilte, waren bis zum 31. Januar 1110 der knapp 9184 auslĂ€ndischen Personen im Barnim in einem laufenden Asylverfahren, weitere 557 im Besitz einer Duldung. Eine befristete Aufenthaltserlaubnis aus völkerrechtlichen, humanitĂ€ren oder politischen GrĂŒnden besaßen 1033 auslĂ€ndische Personen. HauptherkunftslĂ€nder: Syrien, die Russische Föderation, Afghanistan, Iran, Irak, Pakistan, Kamerun sowie Somalia.




Quelle: Inforiot.de