November 29, 2021
Von InfoRiot
225 ansichten


Die Farben stehen bereit – rot, gelb, blau, grĂŒn, alles durcheinander. Bunt ist der Samstag im Freizeitzentrum Effi in Perleberg. Nora Fritz mischt den richtigen Farbton an. Die KĂŒnstlerin aus Potsdam ist fĂŒr einen Siebdruck-Workshop aus der Landeshauptstadt in die Prignitz gereist. Sieben junge Leute nehmen an der Aktion teil. Interessiert lauschen sie den Anweisungen der Expertin.

Toleranz und Gleichberechtigung im Fokus

„Das ist gar nicht so einfach“, sagt Andy Rabenstein. Der 17-JĂ€hrige ist zum ersten Mal bei einem Siebdruck-Workshop dabei, der im letzten Jahr in Perleberg seine Premiere feierte. Organisiert wird er vom Kreisjugendring, dem Verein Queeres Brandenburg und den Organisatoren des Christopher Street Day (CSD) in der Prignitz. Vor allem Themen wie Toleranz und Gleichberechtigung sollen an diesem Tag im Fokus stehen.

KĂŒnstlerin Nora Fritz erklĂ€rt den Teilnehmern, wie der Siebdruck funktioniert.
Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Und das spiegelt sich auch in den Bildern wider, die die Jugendlichen auf T-Shirts, RucksĂ€cken und Plakaten entstehen lassen – viele bunte Farben. „Mit dem Siebdruck kann man so gut wie alle Materialien bedrucken“, sagt Nora Fritz. „Das hĂ€lt dann bedeutend lĂ€nger als bei anderen Verfahren.“ Noch in 15 Jahren sollen die bunten Bilder und abstrakten Formen zu sehen sein.

Siebsdruck ist handwerklich herausfordernd

Doch der Siebdruck ist aufwendig und ganz schön kompliziert. Alles, was die Teilnehmer dafĂŒr brauchen ist ein Sieb, also ein Rahmen, in dem feinmaschiges Gewebe gespannt ist. Nora Fritz hat dafĂŒr schon einige Vorlagen mitgebracht. Fleißig arbeiten die Jugendlichen aber auch an eigenen EntwĂŒrfen. Mit einer Gummirakel drĂŒckt man schließlich die Farbe hindurch. An jenen Stellen, wo keine Farbe gedruckt werden soll, wird das Gewebe durch eine Schablone farbundurchlĂ€ssig gemacht.

Lesen Sie auch:

Das sind die Siebe, durch denen die Farbe gedrĂŒckt werden kann.
Quelle: Marcus J. Pfeiffer

„Das muss man sehr fein justieren und ist handwerklich ganz schön herausfordernd“, sagt Nora Fritz. Doch sie weiß was sie tut und hat immer ein Auge auf das, was die Jugendlichen machen. Und die stellen sich gar nicht mal so schlecht an. Nach zwei bis drei Handgriffen sitzt die Technik – mit Schablonen, Scheren, Rakel, Farbe, Siebe und Rahmen. In aller Ruhe wird ausprobiert, geschabt, gepantscht, gesiebt und gedruckt. Und der KreativitĂ€t ist dabei keine Grenze gesetzt.

Jugendliche kommen untereinander ins GesprÀch

Das Einzige, was die jungen Teilnehmer fĂŒr den Workshop brauchen, ist Zeit. Das Verfahren dauert und so sind die Jugendlichen bis zum Abend mit dem Workshop beschĂ€ftigt. Sie arbeiten allein oder in Gruppen, helfen sich gegenseitig und tauschen sich aus. Es sind ein paar ProbedurchlĂ€ufe nötig, bis alles so passt., wie es sich die Teilnehmer vorgestellt haben. Es wird belichtet und bedruckt, was das Zeug hĂ€lt.

KĂŒnstlerin Nora Fritz aus Potsdam rĂŒhrt die Farben an.
Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Andy Rabenstein, Hanna LĂŒdke und Isabell Bengs sind eifrig dabei. „Wir wollen uns erstmal ausprobieren und langsam herantasten“, sagt Isabell Bengs. Gleichzeitig wollen sie mit den anderen Jugendlichen ins GesprĂ€ch kommen.

Angebote in den lÀndlichen Raum holen

Vor allem quere Themen stehen an diesem Tag im Mittelpunkt, also Themen zur Gleichberechtigung und Toleranz allen Menschen gegenĂŒber, egal welche sexuelle Orientierung oder Geschlecht sie haben. Möglich macht diesen Tag vor allem Jirka Witschak.

Der Siebdruck ist gar nicht so einfach und benötigt handwerkliches Geschick.
Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Der Projektleiter der Landeskoordinierungsstelle vom Verein Queeres Brandenburg hat es sich zur Aufgabe gemacht, Veranstaltungen wie diese in den lĂ€ndlichen Raum zu holen. „Am Rande von GroßstĂ€dten gibt es etliche solcher Angebote. In Regionen wie die Prignitz fehlen sie oft.“ Jirka Witschak hat seit 1993 schon zahlreiche Regenbogenworkshops, wie er sie nennt, und einige Wanderausstellung im ganzen Land Brandenburg organisiert.

Von Marcus J. Pfeiffer




Quelle: Inforiot.de