Mai 8, 2022
Von InfoRiot
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Gerichtsverhandlung

KZ-Wachmann: Fortsetzung des Prozesses steht auf der Kippe

09.05.2022, 14:18

| Lesedauer: 2 Minuten


Die Justitia ist an einer Scheibe am Eingang zum Oberlandesgericht zu sehen.

Die Justitia ist an einer Scheibe am Eingang zum Oberlandesgericht zu sehen.

Foto: dpa

Brandenburg/Havel. Die planmĂ€ĂŸige Fortsetzung des Prozesses gegen einen mutmaßlichen frĂŒheren SS-Wachmann im Konzentrationslager Sachsenhausen steht auf der Kippe. Erst am Donnerstag könne entschieden werden, ob der Prozess nach einem Krankenhausaufenthalt des 101-jĂ€hrigen Angeklagten wie geplant am Montag kommender Woche fortgesetzt werden könne, sagte die Sprecherin des Landgerichts Neuruppin, Iris le Claire, am Montag auf Anfrage. GeklĂ€rt werden mĂŒsse auch, ob der Staatsanwalt dann mit seinem PlĂ€doyer beginnen könne, sagte die Sprecherin.

Der Verteidiger Stefan Waterkamp sagte auf Anfrage, es sei ungewiss, ob sein Mandant wie zunÀchst geplant am Donnerstag nach einer mehrwöchigen Behandlung aus dem Krankenhaus entlassen werden könne. Inzwischen sei bei seinem hochbetagten Mandanten ein weiteres gesundheitliches Problem hinzugekommen, das eine Entlassung aus dem Krankenhaus eher fraglich mache.

In dem Prozess wurde am 25. MĂ€rz zuletzt verhandelt. Nach der Strafprozessordnung kann eine Hauptverhandlung maximal fĂŒr zwei Monate unterbrochen werden. Beim Überschreiten dieser Frist muss der Prozess komplett von neuem beginnen. Gerichtssprecherin le Claire verwies aber darauf, dass wegen mehrerer Corona-Erkrankungen von Prozessbeteiligten möglicherweise noch andere Fristen gelten könnten. Festgesetzt als Verhandlungstage waren bislang nur der Montag und Dienstag kommender Woche. Nach Angaben von Waterkamp sind weitere Verhandlungstage am 23. und 24. Mai sowie am 1. und 2. Juni geplant.



Der 101-JĂ€hrige ist angeklagt, als damaliger Wachmann in dem KZ von 1942 bis 1945 Beihilfe zum Mord an mindestens 3518 HĂ€ftlingen geleistet zu haben. Der Angeklagte hat in dem Prozess bislang bestritten, in dem KZ ĂŒberhaupt tĂ€tig gewesen zu sein. Allerdings ist die TĂ€tigkeit eines SS-Wachmanns im KZ mit seinem Namen, Geburtsdatum und -ort durch zahlreiche Dokumente belegt. Der Prozess vor dem Landgericht Neuruppin wird aus organisatorischen GrĂŒnden in einer Sporthalle in Brandenburg/Havel gefĂŒhrt.

© dpa-infocom, dpa:220509-99-217195/2





Quelle: Inforiot.de