Juni 14, 2020
Von FAU Pfalz Saar
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Nachdem das Arbeitsgericht Kaiserslautern die Klage eines ehemaligen Leiharbeiters gegen seine schlechtere Bezahlung, dem EuropĂ€ischen Gerichtshof (EuGH) vorgelegt hat, erkennt das Unternehmen nun an, dass ein voller Lohnanspruch besteht. Die AnwĂ€lte des Unternehmens haben dies dem Gericht mitgeteilt und wollen so ein sog. Anerkenntnisurteil erwirken, was zur Folge hĂ€tte, dass der Fall nicht vor dem EuGH behandelt werden wĂŒrde. Der KlĂ€ger, Gewerkschaftsmitglied der Freien Arbeiterinnen und Arbeiter Union (FAU) Pfalz/Saar und sein Anwalt wollen das Gericht davon ĂŒberzeugen, dass der Fall trotz des Angebotes vor dem höchsten europĂ€ischen Arbeitsgericht verhandelt werden muss. Grund ist, dass nur auf dieser Ebene geklĂ€rt werden kann, ob die deutsche Praxis der systematischen Benachteiligung von LeiharbeitskrĂ€ften als illegal gelten kann. Der Leiharbeiter hatte fĂŒr seine TĂ€tigkeiten in der Entsorgung 4€ in der Stunde weniger bezahlt bekommen als fest angestellte Kollegen.

„Das Angebot zeigt ganz deutlich, dass auf Seiten der Unternehmer eine große Angst vor der Vorlage dieses und Ă€hnlicher FĂ€lle vor das EuGH herrscht. Wir sind ĂŒberzeugt davon, dass dort die Vorgehensweise in Deutschland als illegal entlarvt wird. Auch wenn das Angebot einen juristischen Sieg bedeutet, der Leiharbeiterinnen und -arbeitern zeigt, dass 100% Lohn eingeklagt werden kann, wollen wir natĂŒrlich die momentane Praxis lieber gleich gerichtlich verbieten lassen. Sonst sind Arbeiterinnen und Arbeiter immer auf den Klageweg angewiesen um das zu bekommen, was ihnen zusteht.“ Ă€ußert sich David Jung, Pressesprecher der FAU Pfalz/Saar. „Wir wollen als Gewerkschaft weitere Leiharbeiter ermutigen, mit uns ihr Recht einzuklagen, bis dies endlich nicht mehr notwendig ist.“

Die Klage ist Teil einer Kampagne des prominenten Arbeitsrechtlers Wolfgang DÀubler und des Netzwerks LabourNet Germany. In diesem Zusammenhang sind bisher bereits drei Àhnliche FÀlle von Leiharbeiter*innen vor dem Bundesarbeitsgericht anhÀngig. Der Fall aus Kaiserslautern war der erste, bei dem eine Vorlage an den EuGH erreicht wurde.
Prof. Dr. DÀubler hat schon eine Stellungnahme veröffentlicht.

Leiharbeiter*innen sind aufgerufen, sich bei uns oder Labournet zu melden. Wir vermitteln Kontakte zu einem Anwalt und helfen beim Einklagen des Lohns.




Quelle: Pfalzsaar.fau.org