MĂ€rz 4, 2021
Von Indymedia
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Dimitris Koufontinas befindet sich seit dem 08. Januar 2021 im Hungerstreik und seit dem 22. Februar im Durststreik, nachdem die rechtskonservative Regierung Griechenlands eine GesetzesĂ€nderung beschlossen hat. Hiernach sollen Gefangene, die als Terrorist*innen verurteilt oder angeklagt wurden, in HochsicherheitsgefĂ€ngnisse verlegt werden. Dies ist Teil ihrer Rachepolitik gegenĂŒber politischen Gefangenen allgemein und besonders gegen Koufontinas als Gefangenen der revolutionĂ€ren Organisation 17. November. Aufgrund dieses Gesetztes wurde Dimitris Koufontinas aus dem LandwirtschaftsgefĂ€ngnis bei Volos in das HochsicherheitsgefĂ€ngnis in Domokos verlegt. Koufontinas‘ Forderung ist die Verlegung in das GefĂ€ngnis Korydallos in Athen, welches sich in rĂ€umlicher NĂ€he zu GefĂ€hrt*innen und seiner Familie befindet und weniger isoliert ist als Domokos, des Weiteren ist dieses GefĂ€ngnis ĂŒberholungsbedĂŒrftig und der Zustand untragbar. Der Hungerstreik ist die letzte und einzige Möglichkeit fĂŒr Dimitris um seine Forderungen durchzusetzen. Des Weiteren hat Koufontinas vor 2 Tagen die Einnahme des antibiotische Serum, das die einzige, kleine Quelle der FlĂŒssigkeitszufuhr war, die er hatte verwehrt. Das bedeutet, seit 2 Tagen hat er seinem Körper jegliche FlĂŒssigkeit verwehrt, wenn die Regierung nicht bald handelt wird er sterben, ermordet vom griechischen Staat. Wie er ebenfalls vor zwei Tagen erklĂ€rte: „Ich drohe nicht mich selbst umzubringen. Solange sie einer gerechten und legitimen Bitte nicht nachkommen bleibt mir keine andere Wahl, als bis zum Tod mit WĂŒrde und Stolz zu wandeln.“

Doch der griechische Staat tut nichts, sondern fĂ€ngt schon vor Dimitris Tod an sich LĂŒgenkonstrukte aufzubauen, so behaupten verschiedene Institutionen, dass der Hungerstreik  nicht das letzte legitime Mittel gewesen sei, jedoch konnten diese LĂŒgen widerlegt werden. Mit diesen LĂŒgen zeigt sich noch einmal mehr wie unmenschlich staatliche Institutionen arbeiten, anstatt einer gerechten, legitimen Bitte (wie Koufontinas sagt) nachzugehen, investieren sie ihre Zeit lieber in das Planen von widerlegbaren LĂŒgen und ermorden somit einen Menschen. 
Dimitris  Koufontinas kommt aus einer Familie von widerstĂ€ndigen Menschen, so kĂ€mpften seine Eltern bewaffnet erst gegen Deutsche und spĂ€ter gegen Briten. Er schloss sich erst der SchĂŒler*Innenorganisation PASOK an die sich damals antikapitalistisch und sozialdemokratisch gaben, bis er Anfang der 1970er sich bewaffneten Gruppen anschloss. Bis er sich der ELA anschloss. Jedoch sagt er sein politisches Ich selbst sei in den Tagen des Kampfes um das Polytechnio geboren (17.November 1973), genau wie seine spĂ€tere politische Gruppe. Die Gruppe 17. November stand fĂŒr einen kontinuierlichen bewaffneten Kampf und zeigte der Zivilgesellschaft und dem Parlament, dass dies möglich ist. So entsprangen ihre revolutionĂ€ren Gedanken der Zeit des Ablebens des MilitĂ€regimes und nahmen Gestalt an, in der Zeit des sozialbĂŒrgerlichen Demokratisierungsprozesses. Sie zeichneten sich vor allem durch ihre NĂ€he zu den zivilen BĂŒrger*innen aus, sie achteten pedantisch darauf keinen zivilen Menschen anzugreifen und richteten ihre Aktionen an gesellschaftlichen Forderungen aus. Arbeiter*innen sterben bei MinenunglĂŒck, Raketen schlagen im BĂŒro des Bergbaukonzerns ein. Erhöhung der Lohnsteuer, Rakete in Finanzministerium. Dies unterschied sie von anderen militanten Gruppen ihrer Zeit, dadurch verloren sie aber auch ihre ZugĂ€nglichkeit innerhalb der Szene. Auch wenn Analysen von der Gruppe oft kritisch hinterfragt werden, stehen auch Anarchist*innen, der marxistischen Gruppe solidarisch gegenĂŒber da ihr kontinuierlicher bewaffneter Kampf fast einzigartig in seiner Form zu dieser Zeit war. Leider brachen fast alle Mitglieder unter der Repression zusammen und verloren ihren politischen Gefangenenanspruch. Nicht so Koufontinas. Er schaffte es unterzutauchen und stellte sich am 5. September 2002 selbst. Um den politischen Anspruch der Gruppe zu wahren nahm er alle Aktionen auf sich. DafĂŒr wurde er fĂŒr 13 mal LebenslĂ€nglich verurteilt. Doch auch im GefĂ€ngnis hörte seine politisches Bewusstsein und handeln nicht auf, so ist dies sein 5. Hungerstreik, er ĂŒbersetzte BĂŒcher und schrieb selbst ein Buch „geboren am 17.November“ in welchem er selbstkritisch einen Erfahrungsbericht der Bewegung 17. November verfasste. Seine Überzeugungen und seine Leidenschaft fĂŒr eine andere Welt ließ er sich nie nehmen. Zeigen wir ihm unsere SolidaritĂ€t, denn sie ist unsere stĂ€rkste Waffe im Kampf gegen dieses System!
 
Solidarische GrĂŒĂŸe aus Leipzig, an alle Gefangenen!

Lasst uns weiter kĂ€mpfen, denn dieses System kann versuchen uns alles zu nehmen und uns zu demĂŒtigen, doch was es uns niemals nehmen kann sind unsere Gedanken und Überzeugungen!

Dies zeigt Dimitris Koufontinas.




Quelle: De.indymedia.org