Januar 18, 2021
Von FAU Flensburg
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Lockdown-Zeit ist Bestell-Zeit. Dem Amazon-Chef bringt das Milliarden, den Dienstleister:innen einen krummen RĂŒcken. Doch ist die Lösung ein Amazon-Boykott? – Ein Kommentar von Tim Losowski

„Wenn ich von der Arbeit heimkomme, bin ich tot. Dann gibt es nur noch KĂŒhlschrank, KĂŒche aufrĂ€umen, Badewanne und dann nichts mehr. Es ist so extrem belastend. Das kann sich niemand vorstellen.“. Das berichtet ein Arbeiter der Deutschen Post DHL Group gegenĂŒber nordbayern.de.

Besonders die großen, schweren Pakete seien schlimm. Bis zu 31,5 Kilogramm dĂŒrfen Firmen in Pakete packen. Das hat Folgen fĂŒr die Gesundheit. Nach Analysen der Barmer-Krankenkasse Berlin waren im Jahr 2020 die sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigten dieser Branche 29,4 Tage krankgeschrieben – knapp 11 Tage mehr als im Durchschnitt.
Amazon: Ausbeutung perfektioniert

Nicht nur die Paket-Bot:innen sind in der Pandemie besonders belastet, sondern auch die Arbeiter:innen im Versandhandel. Einer der grĂ¶ĂŸten Player ist Amazon. Über 1,2 Millionen Menschen arbeiten weltweit fĂŒr den US-Konzern.

In Deutschland sind es derzeit rund 20.000 Menschen in den Logistik-, Verteil- und Rechenzentren, im Kundendienst, im Marketing sowie im konzerneigenen Lieferdienst.
Diese Verteil-Zentren sind berĂŒchtigt fĂŒr ausbeuterische Methoden: Die Toiletten sind teilweise 200 Meter vom Arbeitsplatz entfernt. Der aufzeichnende Effizienz-Graph geht sofort herunter, wenn ein:e Mitarbeiter:in dort hin muss. Aus britischen Amazon-Lagern wurde berichtet, dass Arbeiter:innen deshalb in Flaschen urinierten.

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Quelle: Fau-fl.org