August 2, 2021
Von InfoRiot
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Soldat Hannes Gnauck darf schon lĂ€nger keine Uniform mehr tragen. Nun hat die Bundeswehr ihre EinschĂ€tzung ĂŒber den uckermĂ€rkischen AfD-Kandidaten verschĂ€rft.


Außenansicht des Amtes fĂŒr den MilitĂ€rischen Abschirmdienst in Köln.Foto: C. Hardt/imago/Future Image

Der uckermĂ€rkische Bundestagskandidat Hannes Gnauck (AfD) soll vom MilitĂ€rischen Abschirmdienst (MAD) der Bundeswehr als „Extremist“ eingestuft worden sein. Das berichtete der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) unter Berufung auf Kreise der Bundeswehr. Gnauck, der seit 2014 im Rang eines Oberfeldwebels bei der Bundeswehr verpflichtet ist, darf bereits seit 2020 das GelĂ€nde seiner Kaserne nicht mehr betreten, außerdem darf er keine Uniform mehr tragen.

Gnauck kandidiert auf dem durchaus aussichtsreichen Listenplatz 5 der Landesliste der Brandenburger AfD, außerdem bewirbt er sich als Direktkandidat im Wahlkreis 57. Zudem engagiert sich Gnauck als „JA-Botschafter“ fĂŒr die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall eingestufte Junge Alternative.

In einer Kreistagsdebatte zur Asylpolitik im MĂ€rz sorgte er einem Bericht des „Uckermark-Kurier“ zufolge fĂŒr einen Eklat, als er von einer „gesellschaftszersetzenden Asylmaschinerie“, einer „Ausbeutung unserer Sozialsysteme“ und einer „höllischen Symbiose aus Wirtschaftseliten, radikaler Linker und ErfĂŒllungsgehilfen der Migrationslobby“ schwadronierte.

Eine Sprecherin des MAD erklĂ€rte auf Anfrage, dass sich ihre Behörde grundsĂ€tzlich nicht zu einzelnen Personalangelegenheiten Ă€ußere. Der MAD selbst könne niemanden entlassen, sondern wirke durch Weitergabe von Informationen an die zustĂ€ndigen Dienststellen der Bundeswehr. Dabei gibt es eine so genannte „Farbenlehre“: Wird ein Soldat in die Kategorie „Rot“ eingestuft, gilt er als Extremist. FĂ€llt er in die Kategorie „Orange“, wird ihm fehlende Verfassungstreue attestiert.

AfD: â€žHerr Gnauck hat niemals diesen Eindruck erweckt“

Schon 2020 hatte der „Uckermark-Kurier“ berichtet, dass Gnauck in die Kategorie „Orange“ eingestuft worden sei. Ein Sprecher der Neubrandenburger Panzergrenadierbrigade 41 bestĂ€tigte, „dass es in unserem Verantwortungsbereich einen Soldaten gibt, der vom MAD als Extremist eingestuft wurde, und gegen den Disziplinarmaßnahmen laufen.“

Hannes Gnauck, Fraktionsvorsitzender der AfD-Fraktion im Kreistag Uckermark sowie Vize-Kreisvorsitzender des AfD-Kreisverbands.Foto: AfD

Die stellvertretende Landesvorsitzende der AfD, Birgit Bessin, bestĂ€tigte die VorwĂŒrfe gegen Gnauck. Aus Sicht der AfD sei dieser aber kein Extremist. „Dem Landesverband Brandenburg liegen dafĂŒr keinerlei Anhaltspunkte vor und Herr Gnauck hat niemals diesen Eindruck erweckt“, sagte Bessin. „Er setzt sich auf juristischem Weg gegen diese offensichtlich falsche EinschĂ€tzung des MAD zur Wehr.“

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Man vertraue darauf, dass eine mögliche Gerichtsentscheidung den Standpunkt der AfD bestĂ€tige und Gnauck vollstĂ€ndig entlaste. „SelbstverstĂ€ndlich wird Herr Gnauck weiterhin fĂŒr die AfD-Brandenburg fĂŒr die Wahl zum nĂ€chsten Bundestag kandidieren.“ Gnauck selbst wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Vorgang Ă€ußern.

Linke: â€žJeder weiß jetzt, dass er einen Rechtsextremisten wĂ€hlt“

In der Brandenburger Landespolitik werden die VorwĂŒrfe gegen Gnauck indes deutlich ernster genommen. Der Vorsitzende des Innenausschusses im Landtag, der Abgeordnete Andreas BĂŒttner (Linke), wurde deutlich: „Jeder, der in der Uckermark die AfD wĂ€hlt, weiß jetzt, dass er einen Rechtsextremisten wĂ€hlt“, sagte BĂŒttner dem Tagesspiegel. Er forderte einen RĂŒckzug Gnaucks von dessen Bundestagskandidatur und seinen Ausschluss aus der AfD.

Ähnlich Ă€ußerte sich auch die Vorsitzende der Parlamentarischen Kontrollkommission im Landtag, die Abgeordnete Inka Gossmann-Reetz (SPD). „Damit ĂŒberhaupt jemand in den Fokus des MAD gelangt und Informationen gesammelt werden, mĂŒssten tatsĂ€chliche Anhaltspunkte vorliegen“, sagte Gossmann-Reetz.




Quelle: Inforiot.de