Mai 10, 2018
Von Rupression (Russland)
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Kurz ĂŒber den Prozeß

Im Herbst 2017 kam es in der Stadt Pensa zur Festnahme von sechs Personen. Einigen von ihnen wurden Waffen und Sprengstoff untergeschoben. In Untersuchungshaft waren sie Misshandlungen und Folterungen durch Angehörige des Inlandsgeheimdienstes FSB ausgesetzt, die Kabel an diversen Körperteilen der Festgenommenen befestigten und diese unter Strom setzten. Unter Folter nötigten die Vertreter der Staatsgewalt die jungen MĂ€nner zu vorgefertigten Aussagen, wonach sie die terroristische Vereinigung “Netzwerk” gegrĂŒndet haben und ihr angehören sollen. Ende Januar 2018 erfolgte die Festnahme von zwei weiteren Antifaschisten in St. Petersburg. Auch sie wurden geschlagen, mit StromschlĂ€gen gefoltert und zu sich selbst belastenden Aussagen gezwungen, indem sie ihre Mitgliedschaft im “Netzwerk” gestanden. Im April 2018 tauchte in Petersburg ein dritter Beschuldigter auf. In Pensa kamen im Juli 2018 noch zwei Beteiligte in Untersuchungshaft. Unter Folter und Zuhilfenahme gefĂ€lschter Beweismittel konstruierte der FSB die Strafsache einer terroristischen Vereinigung mit dem Namen “Netzwerk”. Der FSB behauptet, dass die jungen Leute AnschlĂ€ge wĂ€hrend der PrĂ€sidentschaftswahlen und der Fußballweltmeisterschaft geplant hĂ€tten – angeblich um die “Volksmassen zur weiteren Destabilisierung der politischen VerhĂ€ltnisse im Land aufzuwiegeln” und einen bewaffneten Aufstand herbeizufĂŒhren. Derzeit befinden sich zehn junge MĂ€nner in Haft. Igor Schischkin wurde zu dreieinhalb Jahren Freiheitsentzug verurteilt und verbĂŒĂŸt seine Haft in einer Strafkolonie. Gegen die in Pensa im “Netzwerk-Fall” Beschuldigten verhĂ€ngte das Gericht Urteile zwischen sechs und achtzehn Jahren Haft. Noch befinden sie sich alle im lokalen UntersuchungsgefĂ€ngnis. In St. Petersburg lĂ€uft der Prozess gegen zwei in der Sache Angeklagte – Julij Bojarschinov und Viktor Filinkov.

Nach Bekanntwerden des “Netzwerk-Falls” und in diesem Zusammenhang angewandter Foltermethoden kam es in Russland und im Ausland zu zahlreichen SolidaritĂ€tsbekundungen.

Aufgrund ĂŒberstandener Folterungen und mehr als zwei Jahre andauernder Untersuchungshaft haben viele der Betroffenen mit ernsthaften Gesundheitsproblemen zu kĂ€mpfen. Bei Wassilij Kuksov und Arman Sagynbaev wurde eine offene Tuberkulose diagnostiziert.

 

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Quelle: Rupression.com