Oktober 14, 2021
Von InfoRiot
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Der Leiter der Zentralen AuslĂ€nderbehörde in EisenhĂŒttenstadt rechnet im Oktober mit mehr als 3000 geflĂŒchteten Menschen, die unerlaubt ĂŒber Belarus und die polnische Grenze nach Brandenburg kommen. „Wir haben einen enormen Zulauf“, sagte Olaf Jansen am Donnerstag im rbb-Inforadio. In diesem Monat seien bereits 1600 Menschen angekommen. Die Unterbringung und medizinische Versorgung klappe bisher gut.

Die UnterstĂŒtzung der Kommunen in Brandenburg sei „großartig“, sagte Jansen dem Sender. Dort wĂŒrden viele freie PlĂ€tze gemeldet, auch fĂŒr Familien. „Das war nicht immer so“, sagte Jansen. 800 Menschen seien bereits in andere BundeslĂ€nder weitergeleitet worden.

Nicht alle GeflĂŒchteten wollten in Deutschland bleiben, ergĂ€nzte Jansen. Sie gĂ€ben Frankreich, die Niederlande oder Skandinavien als Ziele an. Er sehe nur eine außenpolitische Lösung mit Blick auf diese Fluchtroute und einem augenscheinlich professionalisierten Schleppertum an der Grenze zu Belarus.

Auf dieser Route sind nach Angaben der Bundespolizei seit August bereits mehr als 4300 Menschen unerlaubt nach Deutschland eingereist. Sie stammten vorrangig aus dem Irak sowie aus Syrien, Jemen und dem Iran, erklÀrte die Bundespolizei. Betroffen seien vor allem Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

Bund will Belarus-FlĂŒchtlinge schneller verteilen

Die steigende Zahl von FlĂŒchtlingen, die ĂŒber Belarus und Polen nach Brandenburg kommen, soll schneller auf andere LĂ€nder verteilt werden. Der Bund wolle die Weiterleitung mit einem neuen Registrierungszentrum in Brandenburg beschleunigen, kĂŒndigte Brandenburgs Innenminister Michael StĂŒbgen (CDU) am Donnerstag in EisenhĂŒttenstadt bei einem Besuch in der Erstaufnahmeeinrichtung an.

Von der zentralen Anlaufstelle aus solle in zwei Wochen die sofortige Weiterleitung von FlĂŒchtlingen in alle BundeslĂ€nder organisiert werden. Das nehme großen Druck von Brandenburg. Nur die Menschen sollten in Brandenburg aufgenommen werden, fĂŒr die das Land nach dem VerteilschlĂŒssel verantwortlich sei.

Polen, Lettland und Litauen haben die Grenzsicherung verschÀrft

Brandenburg beherbergt in seinen Asylzentren nach Jansens Angaben zurzeit rund 2600 Menschen an verschiedenen Standorten. Die ĂŒbliche KapazitĂ€t von 3500 PlĂ€tzen sei mittels beheizter Zelte kurzfristig auf 4600 aufgestockt worden, sagte Jansen. Wahrscheinlich werde man auf 5000 PlĂ€tze hochgehen. ÜberfĂŒllt seien die Einrichtungen aber nicht.

Der belarussische PrĂ€sident Alexander Lukaschenko hatte im Mai als Reaktion auf verschĂ€rfte Sanktionen der EuropĂ€ischen Union angekĂŒndigt, Migranten nicht mehr an der Weiterreise nach Polen und ins Baltikum zu hindern. Die EU beschuldigt Lukaschenko, Menschen in organisierter Form aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen. Polen, Lettland und Litauen haben die Grenzsicherung verschĂ€rft.

Von RND/dpa




Quelle: Inforiot.de