Dezember 7, 2022
Von Autonomie Magazin
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In der Ukraine der 2000er Jahre war Anatoli Ulyanov MitbegrĂŒnder von Online-Medien, die sich mit Kunst, Kultur und Politik befassten und wurde so fĂŒr seinen provokativen Schreibstil bekannt.

Nach einer Reihe gewalttĂ€tiger Übergriffe durch von der Regierung angeheuerte rechte Söldner waren Anatoli und seine Partnerin Natasha Masharova 2009 gezwungen, die Ukraine zu verlassen, und erhielten schließlich Asyl in den USA. Zwei ihrer Online-Medien wurden in der Ukraine (wegen „Blasphemie“ und „Pornografie“) und in Russland (wegen „Propaganda fĂŒr HomosexualitĂ€t“) verboten.

In den USA radikalisierten sich Anatolis Ansichten durch die Erfahrung des Lebens in der Arbeiterklasse und durch Trumps Aufstieg. Seine anfĂ€ngliche Haltung gegen Nationalismus und fĂŒr Vielfalt und Menschenrechte entwickelte sich zu Antiimperialismus, Antirassismus und Sozialismus.

Dieses Interview mit Anatoli wurde 2021 von dem ukrainischen Schriftsteller Vadim Yakovlev gefĂŒhrt. Kein Medium in der Ukraine hat es riskiert, es zu veröffentlichen, auch nicht dasjenige, das es in Auftrag gegeben hat. Die Redakteure befĂŒrchteten eine strafrechtliche Verfolgung nach den ukrainischen Entkommunisierungsgesetzen.

Im gegenwĂ€rtigen Klima von MilitĂ€rhysterie, Zensur, rechter Gewalt und Straffreiheit fĂŒr die TĂ€ter ist es unmöglich geworden, differenzierte Meinungen zu Ă€ußern, die nicht in ein nationalistisches Narrativ und in den Diskurs der NGOisierten Zivilgesellschaft passen, die eine Form westlicher Soft Power darstellt.

Das Interview wurde vom internationalen Online-Magazin September auf Russisch veröffentlicht, wo es leider nicht mehr auffindbar ist. Eine englische Version ist bei Lefteast zu finden und wird mit Erlaubnis von Anatoli ĂŒbersetzt und hier wiedergegeben.


Vadim Yakovlev: In den letzten 13 Jahren hast Du im Exil gelebt. Ich kenne Dich noch aus den 2000er Jahren. Damals war Deine Arbeit ein wichtiger Teil dieser breiteren Bewegung des postsowjetischen Postmodernismus. Jetzt Ă€ußerst du offen Deine linken Ansichten. Es scheint, dass Du keine Nostalgie fĂŒr die Zeiten der ideologischen Ambivalenz hegst.

Anatoli Ulyanov: Ich habe nichts gegen Nostalgie, aber diese ist nicht die meine. Die Ereignisse, die auf die Große Rezession folgten, sind bedeutender als alles, was ich in den frĂŒhen 2000er Jahren erlebt habe. Das waren die Tage des naiven Optimismus, der Bougie-Kunstmessen und des Aufbruchs der Rechten, die mir die Möglichkeit raubte, in der Ukraine zu leben und zu arbeiten. Ich habe keine Sympathie fĂŒr diese Vergangenheit, obwohl sie ein wesentlicher Bestandteil meiner Reise zu all den schrecklichen Freuden von heute war. Dieses vergangene Jahrzehnt erinnert mich an die postsowjetischen 1990er Jahre, die meine Familie zerrĂŒttet haben. Es hat eine Ă€hnliche IntensitĂ€t der RĂŒcksichtslosigkeit. Und wieder erleben wir den Tod eines anderen Riesen.

V.Y.: Ich kann verstehen, warum die Postmoderne so viele Menschen angezogen hat. Ihre Ironie und GleichgĂŒltigkeit gegenĂŒber jeder Art von ideologischer Indoktrination schien emanzipatorisch.

A.U.: Ja, es war ein Hauch von frischer Luft. Eine Gelegenheit, alles zu vermischen, mit jeder Idee zu spielen, IdentitĂ€ten zu verschieben. Das war ein gutes GefĂŒhl. Aber unsere Prinzipien wurden dabei so flĂŒssig wie unser Geschlecht. Das eigentliche GefĂŒhl der Freiheit kam aus der Skrupellosigkeit. Es ist befreiend, ohne RĂŒcksicht auf Fakten, Bindungen oder soziale Verpflichtungen zu leben.

Aber dann wachten wir in dieser Welt der Post-Wahrheit auf. Und fanden uns als kommodifizierte Symbole von Marktnischen wieder. Beherrscht von Werbealgorithmen und Ansichten, die sich je nach Konjunktur Ă€ndern. Wir leben in einer Welt, in der der Erfolg und die „QualitĂ€t“ eines Menschen an seinem Reichtum gemessen werden.

WĂ€hrend sie sich an ihrer Doppeldeutigkeit berauschten, erkannten viele nicht, dass die Postmoderne eine Ideologie war, die vorgab, keine zu sein. Sie diente der Hegemonie als DĂŒnger. Sie kocht den Verstand, um die Religion des neoliberalen Kapitalismus zu akzeptieren. Es gibt keine Ideale, alles kann alles sein, und es bedeutet nichts; die Demokratie hat gesiegt, die Geschichte ist vorbei, die Welt dreht sich nur um dich und dein emotionales Selbst – nimm, kauf, zieh an, iss und hör auf, ĂŒber den sozialen Preis deiner privatisierten Freude nachzudenken.

Es ist möglich, in einer solchen Welt glĂŒcklich zu sein. Aber man muss entweder dumm sein, in einer sozialen Blase leben oder ein reicher, selbstverliebter Soziopath sein.

V.Y.: Jahre spĂ€ter können wir diese zynische Postmoderne in Aktion sehen. Putin hat sie ĂŒbernommen, um seine Autokratie zu etablieren. Sie dient auch den ukrainischen Nationaldemokraten dazu, ihre elitĂ€ren Privilegien zu stĂ€rken und Andersdenkende zu marginalisieren.

A.U.: Das liegt daran, dass Aussagen gegenĂŒber den materiellen Bedingungen, die alle sozialen und politischen Formen bestimmen, zweitrangig sind. Es kommt nicht darauf an, wie wir Worte aneinanderreihen oder welche moralischen Bestrebungen ihnen zugrunde liegen, sondern wie die Produktion und Verteilung materieller GĂŒter organisiert ist. EigentumsverhĂ€ltnisse. Klasse. Und es ist wichtig, die Interessen der Klasse zu erkennen, der das Wirtschaftssystem, die Politik oder die Menschen, die die Texte verfassen, dienen.

V.Y.: In den westlichen Gesellschaften hat das postmoderne Paradigma, mit dem ein neoliberaler Kurs eingeschlagen wurde, zu einer Humanisierung auf verschiedenen Ebenen gefĂŒhrt. Aber in der ehemaligen Sowjetunion war die Postmoderne eher eine Schutzreaktion auf den unreflektierten Schock des Zusammenbruchs des Kommunismus und die Ankunft des Kapitalismus mit einem nicht gerade menschlichen Antlitz.

A.U.: Es gibt keinen „Kapitalismus mit menschlichem Antlitz“. Es ist unmöglich, Menschen menschlich auszubeuten. Und der Kapitalismus ist ohne Ausbeutung unmöglich, die Gewinnmaximierung ist seine inhĂ€rente Bedingung. Die regionalen Unterschiede zwischen den Kapitalismen entsprechen den Unterschieden in der materiellen Entwicklung der jeweiligen Regionen. Sowohl Putins Regime, das durch von den USA unterstĂŒtzte Liberale zu uns gebracht wurde als auch die ukrainischen Nationalisten, die aus der Hefe des von den USA unterstĂŒtzten Maidan aufgestiegen sind, sind Produkte des Marktimperiums und seines Triumphs von 1991. Ich sehe keinen Sinn darin, in „guten“ und „schlechten“ Kapitalismus zu unterteilen. Wir alle leben in der gleichen, miteinander verbundenen historischen RealitĂ€t.

V.Y.: Ein Linker zu werden bedeutete, dieses Paradigma zu ĂŒberwinden? War es die Lebenserfahrung in den USA, der Zitadelle des Kapitalismus und des westlichen Imperialismus, die Dich dazu brachte, Dich in den Kommunismus zu verlieben?

A.U.: Ich wurde Kommunist nach der Kapitulation von Bernie Sanders inmitten des BLM-Aufstands von 2020. Nach allem, was ich wĂ€hrend der Pandemie gesehen habe – keine Krankenhausbetten, MassengrĂ€ber, die von den Verurteilten ausgehoben wurden, Familien, die vertrieben wurden, und dann MilliardĂ€re, die sich wie Blutegel ĂŒber das Leid der ganzen Welt ergossen – wurde mein „rosa Sozialismus“ rot wie eine Wunde.

Als ich sah, wie militarisierte Polizisten unbewaffneten schwarzen Teenagern die Seele aus dem Leib prĂŒgelten – da war kein imaginĂ€res Amerika mehr in mir. Der Mythos, der mir mein ganzes Leben lang von Hollywood, Radio Liberty und anderen kolonialen Akteuren eingetrichtert worden war, löste sich auf.

Das imperiale UngetĂŒm, das mir sagte, dass ich die Bestie aus dem totalitĂ€ren Schneetreiben bin und dass ich es bin, der die „Demokratie“ eines westlichen Erlösers akzeptieren sollte – derjenige, der mir eine verĂ€chtliche Sicht auf meine Geschichte aufzwang –, dieses UngetĂŒm wurde entlarvt.

Ein weiterer Faktor, der dazu beitrug, war die Entkommunisierung in der Ukraine. Unter dem Deckmantel des „Kampfes gegen den Totalitarismus“ hat die Rechte die ukrainische Politik von Andersdenkenden gesĂ€ubert und Menschen wie mich als ethnisch minderwertig, den faschistischen Besatzern gleichgestellt, zu Feinden erklĂ€rt, die die „Hundesprache“ sprechen. Die einzige Möglichkeit der Zugehörigkeit, die sie Menschen wie mir boten, war Schuld, Selbsthass und Unterordnung.

V.Y.: Wenn Du sagst „Menschen wie ich“, auf wen beziehst Du Dich dann?

A.U.: Ich bin in einer sowjetischen, russischsprachigen Familie aufgewachsen. FĂŒr mich war die Entkommunisierung also eine Erweiterung meines Ausschlusses aus der Ukraine.

Zuerst sagten die Nationalisten: „Habt Nachsicht mit uns, denn wir haben so viel gelitten.“ Dann, als sie immer stĂ€rker wurden, sagten sie: „Akzeptiert unsere nationale Ordnung oder verschwindet“. Ich werde nie vergessen, wie sich einer meiner Kommilitonen an der UniversitĂ€t fĂŒr Journalismus in Kiew wĂ€hrend der Orangenen Revolution von 2004 ĂŒber Nacht verĂ€nderte. „Ihr habt uns 70 Jahre lang unterdrĂŒckt. Jetzt sind wir dran.“, sagte er mir.

Die ukrainische Rechte nutzte die soziale Dynamik der Vergangenheit, um ihre WillkĂŒr in der Gegenwart zu rechtfertigen. Die Tendenz, die „falschen Ukrainer“ zu vertreiben, und das bizarre Konzept einer „Titularnation“ haben Millionen von Menschen zu BĂŒrgern zweiter Klasse gemacht.

Diese Verwandlung von UnterdrĂŒckten in UnterdrĂŒcker macht mir große Sorgen. Sie offenbart diese schwingende historische TrĂ€gheit, die das Leben in eine Endlosschleife von Herrschaft und Rache verwandelt.

Mit meiner Arbeit gegen Nationalismus, Entkommunisierung und das Marktimperium setze ich mich fĂŒr MenschenwĂŒrde, Integration und Gleichheit ein. Ich bin stolz auf jede abscheuliche Bezeichnung, mit der Konservative Menschen wie mich kennzeichnen. Wenn jemand die sowjetische Erfahrung als fremd abtun will, alles Russische von sich stĂ¶ĂŸt, die Kultur seiner Eltern mit FĂŒĂŸen tritt, akzeptiere ich im Gegenteil all das als Bestandteile meiner selbst. Nicht nur, weil diese Elemente mit meiner Wahrheit verbunden sind, sondern auch wegen ihrer eigenen QualitĂ€ten. Der Sozialismus ist fĂŒr mich viel attraktiver als alles, was der Status quo bietet – sowohl in den USA als auch in der Ukraine, wo es fĂŒr mich ĂŒberhaupt keinen Platz gibt.

Außerdem bleibt er sowohl fĂŒr die antikapitalistischen KĂ€mpfe, die Wiederbelebung der Linken als auch als internationalistischer SchlĂŒssel zu den interessantesten Menschen ĂŒberall lebensfĂ€hig: Dissidenten, RevolutionĂ€re, Aktivisten, UntergrundkĂŒnstler, aber – was noch wichtiger ist – alle WerktĂ€tigen und UnterdrĂŒckten, deren herausfordernde reale Erfahrungen ihre Persönlichkeiten gehĂ€rtet und ihnen Form und Tiefe verliehen haben.

V.Y.: ErzĂ€hle uns mehr darĂŒber, wie Deine Erfahrung des Exils in den USA Dein Weltbild verĂ€ndert hat.

A.U.: Ich dachte nicht, dass ich in den Himmel fliehen wĂŒrde, aber ich floh in die „Hauptstadt der Welt“, die gerade ihren ersten schwarzen PrĂ€sidenten gewĂ€hlt hatte und im Vergleich zur Ukraine wie ein Raumschiff aussah. Zwar stand ich der Außenpolitik der USA bereits kritisch gegenĂŒber, aber ich sah in einem Liberalen das geringere Übel gegenĂŒber einem Nationalisten. Und die USA als das geringere Übel gegenĂŒber Russland. Aber der Inzest zwischen ukrainischem Nationalismus, russischer Autokratie und westlichem Imperialismus war mir noch nicht bewusst.

Ich war als politisierter BohĂšme-Libertin in die Vereinigten Staaten gekommen. Ich nannte meine Gegner „Konservative“. Dazu gehörten Nationalisten, Traditionalisten, Homophobe, Patriarchen, religiöse Fanatiker. Linkes Gedankengut war in mir vorhanden, aber ich hatte mich noch nicht als Linker identifiziert. Damals assoziierte ich die Linke mit totalitĂ€rem Kollektivismus. Oder mit Leuten, die „ACAB“ an die Wand sprĂŒhen, bevor sie sich in der Garage ihrer Eltern bekiffen. Das alles entsprach weder meiner Klasse noch dem Bewusstsein, das damit einherging. Als KleinbĂŒrger imaginierte ich mich als „kreative Persönlichkeit“, „nicht wie alle anderen“, und stellte mich den „Massen“ als TrĂ€ger des Konservatismus gegenĂŒber.

V.Y.: In welchem sozialen Milieu hast Du Dich befunden?

A.U.: In der Ukraine war mein Milieu die Mittelklasse-Intelligenzija. Aber nachdem ich in die USA gezogen war, fand ich mich in einer anderen Klasse wieder und ließ mich in den einzigen Vierteln nieder, die ich mir leisten konnte – Arbeiterklasse, Einwanderer, People of Color. Wie Crown Heights in Brooklyn oder Westlake in L. A. Dieses neue soziale Umfeld löste mein politisches Erwachen aus. Es eröffnete mir eine andere Perspektive auf die USA, ihre Geschichte und die RealitĂ€t des „Land of the Free“. Meine Erfahrungen als Einwanderer mit dem US-amerikanischen System, den Institutionen und dem Alltagsleben in Amerika verstĂ€rkten diese kritische Sichtweise noch. Und zwang mich, mich selbst neu zu bewerten.

V.Y.: Was meinst Du mit „neu bewerten“?

A.U.: FĂŒr einen Einwanderer wirft die Resozialisierung Fragen der Zugehörigkeit und IdentitĂ€t auf. Schau, ich bin ein politischer FlĂŒchtling aus der Ukraine. Und hier sitze ich in einer bĂŒrokratischen Vorhölle und bitte um Asyl in einem Land, das sich mir als oligarchischer Polizeistaat offenbart. Dabei erfahre ich, dass dieses Land, das Land, das ich um Schutz fĂŒr mich bitte, die geopolitischen Projekte unterstĂŒtzt hat, die mich ins Exil getrieben haben. Inzwischen wird die Ukraine von Krieg und Hysterie heimgesucht. Zensur und Gewalt nehmen zu, um jeden auszugrenzen, der nicht den neuen patriotischen Normen entspricht. Der Zustand, zwischen zwei Feuern gefangen zu sein, gleichzeitig irgendwo und nirgendwo zu leben, ohne das GefĂŒhl, dazuzugehören, ist etwas, das einen dazu bringt, sich die schmerzhaften Fragen zu stellen: „Wer bist du?“ und „Wohin gehst du?“

V.Y.: Was war die grĂ¶ĂŸte Herausforderung bei Deinem Klassenwechsel?

Der Aspekt der Rassenzugehörigkeit. Als ich ankam, war ich nicht „weiß“. Ich meine, ich wusste, dass Menschen verschiedene Hautfarben haben können, aber ich hatte kein VerstĂ€ndnis fĂŒr „Rasse“ als soziales Konstrukt. Meine Hautfarbe war nie Teil meiner IdentitĂ€t. Der sowjetische Kontext vermittelte mir ein dekoloniales Konzept der „Völkerfreundschaft“. Aber hier in den USA hatte ich das GefĂŒhl, dass „Rasse“ ĂŒberall vorkommt und dass ich mich daran orientieren „sollte“, was in diesem Land eine Bedingung fĂŒr Assimilation und ein Instrument der sozialen Kontrolle ist. Das ist es, um mich von den Menschen in dem Viertel, in dem ich lebe, zu trennen und es durch meine bloße Anwesenheit in dieser Haut zu „gentrifizieren“, was zum VorwĂ€rtskommen der herrschenden Klasse beitrĂ€gt. Diese kĂŒnstlichen und doch etablierten Grenzen sind der Kern meines Konflikts mit der amerikanischen Gesellschaft. Die einzigen Menschen, mit denen ich in den USA in Kontakt treten möchte, sind diejenigen, mit denen ich hier von vornherein nicht in Kontakt treten „soll“. Ein Design, das konkurrierende Einsamkeit impliziert.

V.Y.: Wie wĂŒrdest Du die politische Situation beschreiben, die Du in den USA vorfandest?

A.U.: Die globale Reaktion auf die Große Rezession war das Erstarken rechter Tendenzen. Die politische Polarisierung hat sich verschĂ€rft. Ebenso wie die linke Mobilisierung der Jugend im Westen. Systemischer Rassismus, an der Grenze zum gelobten Land getrennte und eingesperrte Einwandererfamilien, in Zelten lebende Veteranen und schließlich Trump brachten mich zu den Democratic Socialists of America.

V.Y.: Die PostkolonialitÀt der Ukraine wird hauptsÀchlich mit Russland in Verbindung gebracht. So wird sie von Nationalisten instrumentalisiert, um russischsprachige Menschen, ethnische Minderheiten und Dissidenten zu rassifizieren. Niemand in der Ukraine nutzt die postkoloniale Theorie als Instrument, um den westlichen Imperialismus zu kritisieren.

A.U.: Leider ist der postsowjetische Raum, und insbesondere die Ukraine, eine dieser kolonialen Vorfeld-Enklaven des Marktimperiums. Wenn der amerikanische Traum noch lebendig ist, dann ist er dort lebendig, unter idealen Bedingungen fĂŒr seinen Cargo-Kult.

Unser Volk hat diese verspĂ€tete Wette auf den Kapitalismus abgeschlossen. Gefangen in der Denkweise der nachtrĂ€glichen Rationalisierung und mit dieser postsowjetischen Allergie gegen alles, was auch nur im Entferntesten links ist, kriechen sie nun ĂŒber die polnischen Erdbeerfelder in eine andere „strahlende Zukunft“, die fĂŒr uns nichts anderes bereithĂ€lt als Gummihandschuhe zum Reinigen italienischer Toiletten. Nur wenige von uns haben eine Chance auf „Erfolg“. Das heißt, sich der Ausbeutungsmaschinerie als koloniale Verwalter, niedere Manager und privilegierte Diener anzuschließen.

Der Neokolonialismus bleibt fĂŒr uns unsichtbar. Wenn die Krim annektiert wird, verstehen wir das: Soldaten, Waffen – Klassiker 
 Aber „UnabhĂ€ngigkeit“ auf der Grundlage von IWF-Krediten, die unsere Kinder und deren Kinder nicht zurĂŒckzahlen können; KarpatenbĂ€ume, die zu IKEA-StĂŒhlen werden; das Bestreben, dem imperialen MilitĂ€rblock NATO beizutreten, das in der Verfassung unseres souverĂ€nen Staates verankert ist – nichts davon beunruhigt uns 
 Das ist unsere Art der „europĂ€ischen Integration“ – unser Mutterland dem „besseren Herrn“ anzudienen. Wir reden uns immer wieder ein, dass es nicht der Kapitalismus ist, der uns zu unseren aktuellen Problemen fĂŒhrt, sondern vielmehr das Fehlen desselben. Also begeben wir uns immer tiefer in die SĂŒmpfe des Marktimperiums und versuchen, uns von unserer Vergangenheit zu befreien und sie durch die importierte Gegenwart des „wahren Kapitalismus“ zu ersetzen. Dies ist ein Kasinofieber.

V.Y.: Wie wĂŒrdest Du das Problem des Rassismus und die Folgen der Kolonialzeit in den USA beschreiben?

A.U.: Ohne die Geschichte des Kolonialismus zu kennen, ist es schwierig, zu verstehen, was das Imperium ist, auf wessen Kosten sich der Kapitalismus entwickelt, warum New York Wolkenkratzer hat, wĂ€hrend Nairobi Slums hat, wie das alles zusammenhĂ€ngt, woher der Reichtum all der weißen Westler kommt, die uns jetzt Menschenrechte lehren, und wie sich die Maschinerie des Kolonialismus heute erkennen lĂ€sst.

Bei dem Problem des Rassismus, der in den USA heute systemisch und passiv-aggressiv subtil ist, geht es nicht darum, Namen zu nennen. Es geht um die Art und Weise, wie Schulen, KrankenhĂ€user, Polizei und Gerichte funktionieren. Es geht um die Art und Weise, wie GĂŒter, Ressourcen, Status, Zugang und Möglichkeiten zwischen verschiedenen sozialen Gruppen verteilt sind. Rassismus ist also ein Klassenproblem. Und die Frage der Rasse ist nicht so sehr eine Frage des PhĂ€notyps als vielmehr des Platzes in der Hierarchie und der Aussichten der Menschen, die der ihr innewohnenden Ungerechtigkeit unterworfen sind.

V.Y.: Dennoch kann man „Rasse“ nicht durch Klasse ersetzen. Es gibt Rassismus. Und zwar insbesondere durch die Hautfarbe.

A.U.: Ja, natĂŒrlich. Ich spreche nicht davon, „Rasse“ durch Klasse zu ersetzen, sondern von ihrer Verflechtung in der amerikanischen Gesellschaft. Es geht nicht darum, dass die Hautfarbe keine Rolle spielt. Es geht darum, dass die „Rasse“ mit der Klasse verschmolzen ist, die in den USA eine „Klasse der Farbe“ ist. Das heißt, dass die Klassen in den USA historisch rassifiziert sind.

Sowohl „Rasse“ als auch Klasse sind Teil der Maschinerie der sozialen Kontrolle und der Reproduktion des Systems, das auf Ausbeutung beruht. Die EigentĂŒmer dieses Systems mĂŒssen die ausgegrenzten Habenichtse pflegen und aufrechterhalten, damit sie ihnen im Prozess der Profitgewinnung dienen. Begleitet von der Zersplitterung der UnterdrĂŒckten ist dieser Mechanismus entscheidend fĂŒr die Erhaltung des Status quo der Machthaber.

Die Kolonisatoren erfanden einen „Wilden““ um das System der RassenunterdrĂŒckung zu rechtfertigen und weiterzuentwickeln. Dabei haben sie sich selbst als weiße MĂ€nner erfunden. Auf diese Weise wurden diese Bindung, diese Beziehung und die Hierarchie, die sie so fanatisch aufrechterhalten, geschaffen. Mit anderen Worten: Die Weißen brauchen die Schwarzen, um weiß zu sein, um sie selbst zu sein.

Wer ist nun arm in den USA? Wie ĂŒberall die am meisten ausgebeuteten und unterdrĂŒckten Bevölkerungsgruppen. Das sind hier die Opfer von Kolonialismus, Völkermord, Sklaverei, Rassentrennung, Rassismus, d. h. die rassifizierten Subjekte. Um das ganze Ausmaß des Verbrechens zu begreifen, das der amerikanischen Gesellschaft zugrunde liegt, mĂŒssen wir diese komplexe Dialektik zwischen „Rasse“, IdentitĂ€t und Klasse begreifen. Wir können die „Rasse“ nicht von der Klasse trennen. Aber ebenso wenig können wir die Klasse aus der „Rasse“ herausnehmen. In der Mechanik des Kapitalismus sind sie miteinander verbunden, nĂ€hren sich gegenseitig und dienen einem unverĂ€nderlichen Zweck: der Reproduktion einer bestimmten sozialen Ordnung.

V.Y.: In der Ukraine glauben viele, dass sich im Westen eine „Diktatur der Minderheiten“ herausbildet.

A.U.: Minderheiten sind nicht das Problem. Das Problem sind diejenigen, die an der Macht sind und IdentitÀten ausnutzen, um SolidaritÀt zu verhindern.

Man sollte die neoliberale IdentitĂ€tspolitik nicht mit den differenzierten Agenden verwechseln, die in den RealitĂ€ten der verschiedenen Gemeinschaften wurzeln. Die Tatsache, dass die Eliten die BLM-Bewegung oder eine Regenbogenflagge fĂŒr Wahlspektakel ausnutzen, bedeutet nicht, dass die KĂ€mpfe der Menschen nicht real sind.

Die Angst vor einer „Diktatur der Minderheiten“ ist ein rechter Schwindel. Die einzige Minderheit an der Macht, deren Diktatur unsere Sorge sein sollte, ist die Minderheit der Superreichen.

V.Y.: Als die Ukraine Quoten fĂŒr die ukrainische Sprache in den Medien einfĂŒhrte, fĂŒhrten die BefĂŒrworter folgende Argumentation an: Die ukrainische und die russische Sprache können ohne staatliche Regulierung nicht gleichberechtigt nebeneinander existieren, weil die ukrainische Sprache seit Jahrhunderten unterdrĂŒckt wird und einen Aufschwung braucht. Aufgrund unserer postkolonialen Rhetorik sollte man meinen, dass wir die lautesten UnterstĂŒtzer von BLM sein sollten, doch das Gegenteil ist der Fall – viele Ukrainer stellen sich in der Frage der Rechte der Afroamerikaner auf die Seite der weißen Rassisten.

A.U.: Es ist traurig, Ukrainer zu sehen, die sich auf die Seite des UnterdrĂŒckers stellen, wĂ€hrend sie sich selbst nicht in den UnterdrĂŒckten wiedererkennen. Viele von uns neigen dazu, die Illusion der Zugehörigkeit zum weißen Mann zu bevorzugen. Uns als EuropĂ€er zu sehen. Wie die Deutschen oder Franzosen. Aber die RealitĂ€t ist, dass wir das nicht sind. Und sie werden uns nie als gleichberechtigt ansehen. FĂŒr die imperialen Nationen sind wir die „Wilden“, die „zivilisiert“ werden mĂŒssen. Die Quelle fĂŒr billige ArbeitskrĂ€fte, heiße BrĂ€ute und Ressourcen, um das Imperium zu ernĂ€hren. Nachdem wir „befreit“ und kolonisiert wurden, sind wir der Norden des Globalen SĂŒdens. Anstatt also die Stiefel unserer Kolonisatoren zu lecken, sollten wir uns besser mit den anderen Elenden verbinden und von ihren Erfahrungen der dekolonialen Befreiung lernen. Schließlich sind wir dem Neokolonialismus erst in den 1990er Jahren begegnet, wĂ€hrend die Menschen in Afrika und Lateinamerika schon viel lĂ€nger mit dieser Bestie vertraut sind. Sie wissen besser, wie es sich bewegt.

V.Y.: Seit dem Euromaidan sind Feministinnen und die LGBTQ-Gemeinschaft in der Ukraine sichtbarer geworden. Westliche Geldgeber finanzieren Organisationen im zivilen Bereich und drĂ€ngen ukrainische Politiker, der Gleichstellung der Geschlechter und dem Schutz der LGBTQ-Rechte mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Jedes Jahr finden Pride-MĂ€rsche und MĂ€rsche fĂŒr die Rechte der Frauen statt. Doch linke Ideen sind bei diesen Veranstaltungen kaum zu hören. Liberale Nationalisten dominieren den Diskurs. Feminismus und der Kampf fĂŒr LGBTQ-Rechte gehen Hand in Hand mit Kapitalismus, Nationalismus und Militarismus. Es ist nicht ĂŒblich, dass unsere Feministinnen und Queers den westlichen Imperialismus kritisieren. Schließlich ist es unangenehm, die Hand zu kritisieren, die einen fĂŒttert.

A.U.: Der Mangel an Linken in der ukrainischen LGBTQ-Community spiegelt den Mangel an Linken in der ukrainischen Öffentlichkeit im Allgemeinen wider. Das ist das Ergebnis dieser allgemeinen postsowjetischen „Entkommunisierung“ der ukrainischen Gesellschaft und der damit einhergehenden rechten Gewalt. Allerdings tragen auch die ukrainischen Linken einen Teil der Verantwortung fĂŒr diesen Mangel.

Viele von uns sind der marxistischen Orthodoxie verhaftet und verlassen sich auf eine reine Klassenanalyse, wĂ€hrend sie die KomplexitĂ€t der modernen sozialen Strukturen ignorieren. Wir neigen dazu, die IdentitĂ€t der Menschen als bĂŒrgerliche Marotte zu missachten. Infolgedessen gelingt es uns nicht, die differenzierten Agenden der verschiedenen Gemeinschaften in unsere Programme einzubeziehen. Wir sagen: „Hey, vergesst eure ‚Rasse‘, ignoriert euer Geschlecht, das ist nicht wichtig – was wichtig ist, ist die Klasse. Hier ist das riesige Buch aus dem 19. Jahrhundert. Es erklĂ€rt alles auf die langweiligste Art und Weise. Lies es jetzt und komm danach zu uns.“ Kein Wunder, dass sich LGBTQ-Menschen in neoliberale NGOs treiben lassen, wo sie anerkannt werden und bald zur waffenfĂ€higen Soft Power des Marktimperiums werden.

Anstatt den Individualismus fĂŒr den Mangel an SolidaritĂ€t verantwortlich zu machen, sollte die Linke BrĂŒcken zwischen verschiedenen sozialen Gruppen bauen. Und den Menschen zeigen, dass ihre unterschiedlichen KĂ€mpfe miteinander verbunden und in der Mechanik der Klassengesellschaft verwurzelt sind, die wir aushöhlen und auflösen mĂŒssen. Wenn wir in der Lage sind, nicht nur das allgemeine Bild der systemischen Klassenunterschiede aufzuzeigen, sondern auch, wie sie uns alle in unserer verworrenen Vielfalt betreffen, wird SolidaritĂ€t wieder eine Möglichkeit werden.

Die monolithische Arbeiterklasse gibt es nicht mehr. Deshalb mĂŒssen wir unsere Theorie weiterentwickeln, unsere Praxis aktualisieren und uns durch komplexe und fragmentierte soziale Strukturen bewegen.

V.Y.: Wenn wir ĂŒber die ukrainische Linke sprechen, so handelt es sich immer noch um ein Ă€ußerst heterogenes Milieu. Es gibt Linke, die auf die Stimmen von Frauen, LGBTQ und anderen unterdrĂŒckten Gruppen achten. Und es gibt regelrechte Archaisten, die glauben, dass sich seit Lenin und Trotzki nichts in der Welt geĂ€ndert habe.

A.U.: Ich bin nicht an sektiererischen Kriegen interessiert. Ich kann nur sagen, dass mir die Bezeichnung „links“ immer leerer vorkommt. Ich ziehe es vor, unverblĂŒmt zu sagen: Ich bin ein Kommunist. Ohne die schĂŒchterne Vorsilbe „demokratisch“, als ob etwas Undemokratisches wirklich sozialistisch sein könnte. Ich will mich nicht unter dem Dach eines vagen Linksseins verstecken. Ich möchte, dass der Traum von einer klassenlosen Gesellschaft klar ist. Wiederbelebt durch die neuen Generationen, voller Stolz.

Unsere marxistischen Orthodoxen können viel von den Entwicklungen der westlichen Linken lernen. Genauso wie die westliche Linke sich selbst stÀrken könnte, indem sie den Kern des Marxismus wiederentdeckt und sich mit der mÀchtigsten Waffe bewaffnet, die Kommunisten haben, nÀmlich dem dialektischen Materialismus. Ohne ihn ist unser Sozialismus ein Eimer mit toten Dogmen und guten Absichten.

V.Y.: Was kannst du ĂŒber die LGBTQ-Bewegung in den USA sagen? Fehlt es an einem antiimperialistischen, antikapitalistischen und intersektionalen Ansatz zum Thema UnterdrĂŒckung?

A.U.: Ich sehe keinen Mangel an linken Ideen in den USA. Das grĂ¶ĂŸere Problem hier ist, wie die Machthaber mit diesen Ideen umgehen. In der Ukraine unterdrĂŒcken sie sie mit Gewalt und Verboten. In den USA ĂŒbernimmt das System einfach alles. Es wĂŒrde mich nicht wundern, wenn es Kannibalen in gemĂ€ĂŸigte Zentristen verwandeln könnte.

Die Demokratische Partei hat ihre Haussozialisten, eignet sich linke Slogans an und reduziert alles auf moralische Ausrufe innerhalb der IdentitÀtspolitik. Sie entwaffnet die Linke, indem sie ihre Agenda zu einem glÀnzenden Aufkleber an der Fassade des Status quo macht.

Wir sind es gewohnt, unsere Feinde als konservative und aggressive MĂ€nner zu sehen, die in der Vergangenheit ihrer Höhlen feststecken. Aber in den USA sind die Hauptschurken Leute wie Bezos oder Musk, deren „Höhlen“ mit Regenbogenfahnen, BLM-FĂ€usten und MeToo-Hashtags bedeckt sind. Sie beherrschen die neue Ethik, verstehen die fortschrittliche Rhetorik, wissen, wem sie kĂŒndigen mĂŒssen, und sie trinken das Blut ihrer Arbeiter mit einem einladenden LĂ€cheln, und zwar inklusiv.

Wie jede andere Gemeinschaft hat auch die LGBTQ-Gemeinschaft ihre Bourgeoisie, die von bestimmten Klassenpositionen aus fĂŒr die gesamte Gemeinschaft spricht. Gibt es tatsĂ€chlich eine SolidaritĂ€t zwischen den weißen Hausfrauen der Mittelklasse beim Women’s March und den Latina-Frauen, die ihnen WĂŒrstchen servieren, wĂ€hrend sie den Weisheiten der Hollywood-Stars lauschen? Was kann das weiße schwule Paar aus WEHO ĂŒber die Interessen einer schwarzen Transgender-Frau wissen, die in einem Zelt lebt? Wir verbinden all diese Menschen mit dem Wort „Gemeinschaft“, aber sind sie wirklich eine? Ich bin mir nicht sicher. Ich bin mir sicher, dass wir den materiellen Bedingungen, die das Leben der Menschen bestimmen, mehr Aufmerksamkeit schenken mĂŒssen. Und diese zuerst verbessern.

V.Y.: Es ist schwierig, in der Ukraine ĂŒber den Kommunismus als Alternative zum Kapitalismus zu sprechen. Nicht nur wegen des Verbots der kommunistischen Ideologie, sondern auch wegen der jĂŒngsten Erfahrungen mit dem Aufbau des Kommunismus in der Ukraine. Eine Erfahrung, die in vielen ukrainischen Familien eine zweideutige und tragische Spur hinterlassen hat.

A.U.: Die globale ErwĂ€rmung lĂ€sst keine andere Alternative zum Bruch mit dem Kapitalismus zu als den Tod der Menschheit. Wir mögen unterschiedliche Meinungen darĂŒber haben, was den Kapitalismus ersetzen sollte. Grundlegend dabei ist, dass der Kapitalismus nicht repariert werden kann. Und dass er nicht der letzte Punkt in der Entwicklung der Menschheit ist, nach welchem es nur noch einen besseren Kapitalismus geben wird. Unsere BemĂŒhungen dĂŒrfen nicht darauf gerichtet sein, den Status quo zu verbessern oder dessen Alternativen anhand von Beispielen aus der Vergangenheit zu kritisieren, sondern auf den Exodus aus dem Kapitalismus in der Gegenwart. Wir mĂŒssen die Ausbeutung, die uns zurĂŒckhĂ€lt, und die Ungleichheit, die die volle Entfaltung aller Menschen unterdrĂŒckt, miteinander verbinden und bekĂ€mpfen.


Anatoli Ulyanov ist ein in Los Angeles lebender Journalist, bildender KĂŒnstler und Dokumentarfilmer aus der Ukraine. Er ist ĂŒber seinen Blog, Facebook, Twitter, Instagram oder Telegram zu erreichen.

Foto von Natasha Masharova




Quelle: Autonomie-magazin.org