Mai 26, 2021
Von End Of Road
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Der RĂŒstungsauftrag dreier Fregatten fĂŒr das Ă€gyptische MilitĂ€r sorgt fĂŒr patriotische GefĂŒhle in der Bremer BĂŒrgerschaft

In Bremerhaven lĂ€uft zurzeit die Teil-Produktion von drei Fregatten fĂŒr das Ă€gyptische MilitĂ€r. Das Kriegsschiff fĂŒr die Ă€gyptische Marine wird von Stahlbau Nord, einem Unternehmen der Rönner-Gruppe, im Auftrag von Thyssen Krupp Marine Systems produziert. Die erste der drei Fregatten des Typs “Meko 200” hat Bremerhaven Ende April verlassen. DafĂŒr wurde der Rohbau auf einen Schwerlastponton gehievt, um anschließend ĂŒber die Weser nach Bremen in die Neustadt ĂŒberfĂŒhrt zu werden. Das Schiff wurde dann im NeustĂ€dter Hafen erstmalig zu Wasser gelassen.
In Bremerhaven sind die HĂ€fen nicht tief genug fĂŒr ein Zuwasserlassen dieser Schiffe. Nach einem vollzogenen Schwimmtest soll die Fregatte fĂŒr die EndausrĂŒstung wieder nach Bremerhaven gebracht werden. Insgesamt sollen die drei Fregatten jeweils 500 Millionen Euro kosten und bis 2024 fertig gebaut sein.

Alle RĂŒstungswege fĂŒhren nach Bremen

Die Fregatte “Meko 200” gehört zu einer Reihe von MilitĂ€rschiffen der Meko-Familie, die von der Schiffswerft Blohm+Voss entwickelt wurden. Seit 2016 ist Blohm+Voss Teil des Bremer Unternehmens LĂŒrssen. Auch diese sind neben Luxusyachten auf MilitĂ€rschiffe spezialisiert.

Profiteur vom Auftrag ist das zur Rönner-Gruppe gehörende Unternehmen Stahlbau Nord. GegrĂŒndet im Jahr 1993, hat sich das Unternehmen auf den Neubau von RĂŒmpfen, Sektionen und Decksaufbauten fĂŒr den Schiff- und Yachtbau spezialisiert. RegelmĂ€ĂŸig liefert derzeit der Schwimmkran „BHV Athlet“ von BVT Chartering & Logistics, ebenfalls ein Unternehmen der Rönner-Gruppe, vorgefertigte Stahlsektionen in Bremerhaven an. Diese wurden zuvor in der großen Schiffbauhalle von Stahlbau Nord in Bremen-Aumund, auf dem GelĂ€nde der ehemaligen Vulkan-Werft, vorgefertigt und gelangen dann auf dem Seeweg in die Unterweserstadt.

RĂŒstungsindustrie als Bremer Wirtschaftswunder

In der BĂŒrgerschaftsdebatte vom 27. Januar 2021 wurde die Zukunft der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie diskutiert. Dabei wurde vielfach die RĂŒstungsindustrie als Quelle von ArbeitsplĂ€tzen gepriesen und betont wie wichtig der Einsatz der Bundeswehr ist. Volker Stahmann von der SPD nahm auch explizit Bezug auf den RĂŒstungsauftrag an BVT fĂŒr die Ă€gyptische MilitĂ€rregierung. Er ist sogar froh, dass das heute zu Stahlbau Nord gehörende Unternehmen einen solchen Auftrag angenommen hat. In Bremen ist man nicht nur dankbar fĂŒr ArbeitsplĂ€tze, sondern geradezu Stolz auf die Beteiligung an der weltweiten Kriegstreiberei.

Keine Profite mit Krieg! Schluss mit dem Transport von RĂŒstungsgĂŒtern ĂŒber Bremer HĂ€fen! Fregatten zu Schreibmaschinen!




Quelle: Endofroad.blackblogs.org