Juni 12, 2021
Von InfoRiot
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RIAS-Bericht

Meldestelle registriert leichten Anstieg antisemitischer VorfÀlle in Brandenburg

10.06.21 | 20:28 Uhr

141 antisemitische VorfĂ€lle hat die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Brandenburg 2020 registriert. Das ist erneut eine Zunahme – wenn auch keine große. Die Zahlen decken sich diesmal nahezu mit den Polizeidaten. Das war 2019 noch anders.

In Brandenburg ist erneut ein Anstieg antisemitischer VorfĂ€lle erfasst worden. Die Zahl der von der (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS )Brandenburg registrierten FĂ€lle sei im vergangenen Jahr geringfĂŒgig um vier auf 141 gestiegen, teilte die Fachstelle Antisemitismus am Donnerstag in Potsdam mit. Rund 32 Prozent davon hĂ€tten einen eindeutig rechtsextremen oder rechtspopulistischen Hintergrund gehabt.

Antisemitische VorfÀlle in Brandenburg auf anhaltend hohem Niveau

Mit sechs antisemitischen Angriffen sei das Ausmaß körperlicher Gewalt im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben, hieß es. Die Zahl der Bedrohungen sei von 29 FĂ€llen im Jahr 2019 auf 18 FĂ€lle im vergangenen Jahr gesunken. Gleiches gelte fĂŒr die Zahl gezielter
SachbeschĂ€digungen gegen jĂŒdische Einrichtungen sowie GedenkstĂ€tten und Gedenkorte. 2020 seien 13 entsprechende FĂ€lle bekanntgeworden, 2019 seien es 17 gewesen.

“Antisemitische VorfĂ€lle bleiben in Brandenburg auf einem hohen Niveau”, betonte der Leiter der Fachstelle, Peter SchĂŒler: “Besondere Sorge bereitete uns im letzten Jahr die Verbreitung von antisemitischen Verschwörungsmythen im Zusammenhang mit der Corona-Krise, die uns auch gegenwĂ€rtig weiterhin begleiten.”

FĂŒr das Jahr 2020 habe die Corona-Krise EinschrĂ€nkungen des öffentlichen Lebens und zugleich eine Verbreitung von VerschwörungserzĂ€hlungen und Protesten gegen staatliche
Corona-Schutzmaßnahmen auf der Straße bewirkt, hieß es. 19 antisemitische VorfĂ€lle hĂ€tten 2020 einen Bezug zur Coronakrise aufgewiesen, 13 davon im Rahmen von Versammlungen.

Nahezu identische Zahlen melden auch die Ermittler der Polizei

Vor wenigen Wochen bereits hatte die Polizei in Brandenburg ihre Zahlen veröffenlicht, die mit 147 in diesem Jahr Ă€hnlich hoch sind. Die Ermittlungsbehörden sprachen dabei allerdings von einem deutlichen Anstieg der antisemitische Straftaten um rund 50 Prozent: 2019 hatten die Behörden noch 48 FĂ€lle weniger registriert. Über die Differenz der Zahlen von Polizei und RIAS in Brandenburg im vergangenen Jahr machten beide Seiten keine Angaben.

Die RIAS Brandenburg ist ein Projekt der Fachstelle Antisemitismus Brandenburg, die beim Moses Mendelssohn Zentrum fĂŒr europĂ€isch-jĂŒdische Studien angesiedelt ist und durch das
Handlungskonzept “Tolerantes Brandenburg” gefördert wird.

Sendung: Brandenburg aktuell, 10.06.2021, 19:30 Uhr




Quelle: Inforiot.de