Juni 3, 2021
Von Anarchist Black Cross Wien
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quelle: schwarzerpfeil.de

Gestern, am 31. Mai, haben SchĂŒler_innen der MactumactzĂĄ Rural Normal School in Tuxtla GutiĂ©rrez, Chiapas, mindestens 11 kommerzielle Trucks ĂŒbernommen und eine Blockade errichtet, um gegen den Angriff des Staates vom 18. Mai auf sie zu protestieren, als sie gegen Änderungen im Aufnahmeverfahren der Schule protestierten. WĂ€hrend dieses Angriffs wurden 95 Menschen verhaftet, Frauen wurden sexuell missbraucht und viele wurden durch PolizeischlĂ€ge verletzt. Alle 95 stehen unter schwerer Anklage, 19 von ihnen werden immer noch im HochsicherheitsgefĂ€ngnis El Amate festgehalten. Sowohl heute als auch am 18. Mai schlossen sich den Protesten vertriebene indigene Tzotzil-Bewohner_innen aus ChenalhĂł an, die aufgrund der paramilitĂ€rischen Gewalt aus ihren HĂ€usern fliehen mussten.

Etwa 200 Cops des Bundesstaates Chiapas griffen gestern die Blockade an und feuerten TrĂ€nengas und Gummigeschosse ab. SchĂŒler_innen und andere Demonstrierende wurden schließlich auf den MactumactzĂĄ Campus zurĂŒckgedrĂ€ngt, der etwa 200 Meter entfernt liegt. Dort drang die Polizei in den Campus ein und feuerte weiteres TrĂ€nengas und Gummigeschosse ab. Zum Zeitpunkt dieses Artikels gibt es noch keine Informationen ĂŒber Verhaftungen oder Verletzungen.

Der Gouverneur von Chiapas, Rutilio EscandĂłn, setzt das landesweite Muster des Einsatzes von staatlicher Gewalt gegen Normalista-SchĂŒler_innen fort. Normalista-SchĂŒler_innen kommen aus lĂ€ndlichen und indigenen Gebieten, um sich zu LehrkrĂ€ften ausbilden zu lassen und in ihre Gemeinden zurĂŒckzukehren. Die Schulen haben eine sozialistische Ausrichtung und ihre SchĂŒler_innen sind aktiv an einer Vielzahl von sozialen KĂ€mpfen beteiligt. Wenn der Staat die Schulen nicht gerade schließt, arbeitet er daran, ihre Existenz so schwer wie möglich zu machen, indem er die Finanzierung kĂŒrzt, den Aufnahmeprozess manipuliert, den SchĂŒler_innen nach ihrem Abschluss Jobs verweigert und hĂ€ufig die Polizei schickt, um in den Campus einzudringen.

Der gestrige Angriff wurde von der Chiapas Local 7 des Nationalen Koordinators der Bildungsarbeiter_innen (CNTE) scharf verurteilt. „Die faschistische Regierung von Rutilio EscandĂłn hat ihre eigenen Vorschriften mit FĂŒĂŸen getreten und den Einzug von RepressionskrĂ€ften in die Schule angeordnet, die SchĂŒler_innen, Eltern und Kinder links und rechts geschlagen haben.“ Die SchĂŒler_innen aus MactumactzĂĄ schworen, ihre Aktionen fortzusetzen: „Das wird nicht aufhören, wir werden weiterhin ihre Freiheit fordern.“

Militante SolidaritĂ€tsaktionen fanden in den letzten Tagen ebenfalls statt, so platzierte die informelle anarchistisch-feministische Aktionsgruppe Lupe de Camelina einen Sprengsatz an einer BanjĂ©rcito (eine Bank der mexikanischen Armee) in Mexiko-Stadt, teilweise in SolidaritĂ€t mit den Studierenden von MactumactzĂĄ. Außerdem wurden in einer noch nicht angekĂŒndigten Aktion, die der Staat den SchĂŒler_innen in die Schuhe schiebt, ein BĂŒro und fĂŒnf Fahrzeuge des Nationalen Wahlinstituts (INE) gestern frĂŒh in Tuxtla GutiĂ©rrez in Brand gesetzt.

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Quelle: Abc-wien.net