September 12, 2021
Von Indymedia
121 ansichten


Der LKW-Konzern MAN ist nach BMW das zweitgrĂ¶ĂŸte Fahrzeug-Unternehmen in MĂŒnchen. Im Stammwerk im MĂŒnchner Norden arbeiten 9000 BeschĂ€ftigte in Produktion und Verwaltung, beim Motorenwerk in NĂŒrnberg ĂŒber 3600, in Salzgitter nochmal 2400. Doch MAN will bis zum Jahr 2023 rund 9500 Stellen abbauen, tausende Entlassungen stehen an. Die drei Standorte Steyr, Plauen und Wittlich sollen komplett zugemacht werden. In den anderen Standorten werden massiv ArbeitsplĂ€tze ins Ausland verlagert.

BegrĂŒndet wird die Entscheidung mit sinkenden Absatzzahlen wĂ€hrend Corona. Doch uns ist klar: Die Pandemie hat nur beschleunigt, was schon lĂ€ngst absehbar war. Die kapitalistische Überproduktionskrise setzt die Unternehmen immer weiter unter Druck. Ausgetragen wird die Krise wie immer auf dem RĂŒcken der BeschĂ€ftigten. Durch Verlagerung der ArbeitsplĂ€tze ins Ausland sollen Löhne gedrĂŒckt und die Gewinne gesichert werden. Nicht Corona ist Schuld an Entlassungen und Werksschließungen, sondern ein profitorientiertes Wirtschaftssystem zu Gunsten von ein paar Kapitalist:innen.

Auch strengere CO2 Vorgaben werden als Grund fĂŒr die Entlassungen genannt. Nachdem das Auto-Kapital ĂŒber Jahre Profite mit der Zerstörung von Umwelt und Klima gemacht hat, sollen jetzt die Arbeiter:innen fĂŒr die Folgen geradestehen. Gleichzeitig setzt MAN die klimaschĂ€dliche Produktion im Ausland unter weniger strengen Auflagen fort.

Profitieren tun davon allein die EigentĂŒmer:innen von des Konzerns. Als Tochterunternehmen der Volkswagen AG sind das bei MAN vor allem die Familien Porsche und PiĂ«ch. Sie besitzen mehr als die HĂ€lfte der Stimmrechte bei VW und kontrollieren so das Unternehmen. Ihr Vermögen wird auf 37 Milliarden Euro geschĂ€tzt. WĂ€hrend der Corona-Pandemie bekam VW durch das Kurzarbeitergeld Milliarden Euro vom Staat geschenkt. Trotzdem wurden – wie in den Jahren zuvor – auch 2021 ĂŒber 2,4 Milliarden Euro Dividenen an die AktionĂ€r:innen ausgeschĂŒttet. Unter Geldmangel leidet der Konzern also auf jeden Fall nicht.

Ihr Vermögen haben die Familien Porsche und PiĂ«ch wĂ€hrend der NS-Diktatur angehĂ€uft. Die GrĂŒnder des KonstruktionsbĂŒro Porsche – Ferdinand Porsche und Anton Piech – waren mit den Nazis voll auf einer Linie. Sie waren beide Mitglied der NSDAP und hatten hohe Offiziersposten bei der SS inne. Im Jahr 1937 schlug Adolf Hitler die GrĂŒndung der Volkswagen AG vor. Dort ließen Porsche und PiĂ«ch rund 20 000 Zwangsarbeiter, davon etwa 5000 KZ-HĂ€ftlinge, schuften. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden beide vor Gericht freigesprochen. Die Familien konnten ihr Imperium behalten und begrĂŒnden ihren Reichtum somit bis heute auf ihren GrĂ€ueltaten wĂ€hrend des Nationalsozialismus.

Auch heute profitiert MAN Gewinne durch Krieg und UnterdrĂŒckung. Seit 2010 fĂŒhrt der Konzern ein Joint-Venture mit der Rheinmetall AG zur Herstellung von MilitĂ€r-LKWs. Das Rheinmetall MAN Military Vehicles (RMMV) baut Panzer fĂŒr imperialistische LĂ€nder auf der ganzen Welt. Mit Lieferungen in die TĂŒrkei und nach Saudi-Arabien unterstĂŒtzt MAN ganz direkt die UnterdrĂŒckung von Minderheiten und den Krieg gegen die kurdische Freiheitsbewegung. Auch am Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan waren Logistik-Panzer von RMMV beteiligt. Und fĂŒr den Transport der von den USA in Deutschland stationierten Pershing-II-Mittelstreckenraketen hat MAN die Zugmaschinen entwickelt.

Nicht zuletzt hilft MAN auch tatkrĂ€ftig bei der AufrĂŒstung der Polizei im Inland mit. In den vergangenen Jahren wurde sowohl das Einsatzkommando Cobra als auch Sondereinheiten der Polizei in Berlin, Brandenburg, Hamburg, Sachsen und NRW mit dem hochgerĂŒsteten Panzer „Survivor R“ beliefert. Dieses Monstrum ist mit einer Abschussanlage fĂŒr Nebelgranaten oder TrĂ€nengas sowie einer modularen Waffenstation mit Doppelbewaffnung ausgestattet. Eingesetzt werden soll es zur „KrawallbekĂ€mpfung“ in Deutschland.

Auch mit tausenden Bullen in der Stadt: Die Kapitalist*innenklasse ist angreifbar.

Autokonzerne enteignen! RĂŒstungsindustrie zerschlagen!




Quelle: De.indymedia.org