Juni 21, 2021
Von InfoRiot
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Kunersdorf – Pressemitteilung anlĂ€sslich des WeltflĂŒchtlingstags in SolidaritĂ€t mit den geflĂŒchteten Menschen in Kunersdorf in MĂ€rkisch-Oderland, verlassen in einem ehemaligen Sowjet-MilitĂ€rlager mitten im Wald, ohne Telefon und Internetanschluss.

Am Welt­flĂŒchtlingstag sprechen die Auf­nah­melĂ€n­der ĂŒber ihre Errun­gen­schaften, was sie fĂŒr ihre neuen BĂŒrger*innen getan haben. Unsere Gedanken und unsere Sol­i­dar­itĂ€t an diesem Tag gel­ten jedoch den GeflĂŒchteten in Bran­den­burg, ins­beson­dere denen in Kuners­dorf, denen seit vie­len Jahren grundle­gende Men­schen­rechte voren­thal­ten wer­den, wie z.B. der Zugang zu Kom­mu­nika­tion. Es ist nicht möglich, dort, wo sie leben, einen Anruf zu emp­fan­gen oder zu tĂ€ti­gen. Sie haben kein Inter­net­zu­gang! Um einen ein­fachen Anruf zu tĂ€ti­gen, sind sie gezwun­gen, sich viele Kilo­me­ter zu bewegen.
Das ist nicht nur ein Erschw­er­nis eines sehr wichti­gen Kom­mu­nika­tion­di­en­stes, den jed­er Men­sch nutzt, son­dern eine Grun­drechtsver­let­zung! In einem demokratis­chen und soge­nan­nten Erste-Welt-Land wie Deutsch­land wird Men­schen auf­grund ihrer Herkun­ft der ein­fache Zugang zur Kom­mu­nika­tion ver­wehrt! Kuners­dorf ist nur ein Beispiel von vie­len anderen FlĂŒchtlingslagern in Brandenburg.

Keine Möglichkeit­en der Integration
Abge­se­hen von den oben genan­nten Prob­le­men haben die Schutz­suchen­den noch andere schw­er­wiegende Prob­leme: kein Recht auf Arbeit, schwierige Gesund­heitssi­t­u­a­tion, viele Bewohner*innen von Sam­melun­terkĂŒn­ften sind in Mehrbettz­im­mer zusam­mengepfer­cht, sog­ar wĂ€hrend der Coro­na-Pan­demie. Sie sind gezwun­gen, mehrere Jahre so zu leben, weil viele Aus­lĂ€n­derĂ€mter sich weigern, ihre Ermessensspiel­rĂ€ume zu nutzen, um ihnen einen legalen Aufen­thalt zu gewĂ€hren und ihnen so den Auszug aus den Lagern zu ermöglichen.
Bei unserem let­zten Besuch im Lager Kun­ser­dorf haben wir fest­gestellt, dass die meis­ten von ihnen an psy­chis­chen Prob­le­men lei­den. Die Unter­bringung von Men­schen in Sam­melun­terkĂŒn­ften ist in der jet­zi­gen Sit­u­a­tion der Camps ein Ver­stoß gegen die Grun­drechte und macht Men­schen psy­chisch und physisch krank. In sehr vie­len FĂ€llen ver­stĂ¶ĂŸt der von der Poli­tik verord­nete Zwang, in Sam­melun­terkĂŒn­ften zu leben, gegen den Infek­tion­ss­chutz wĂ€hrend der Coronapandemie.
Deshalb fordern wir die SCHLIESSUNG der derzeit­i­gen Lager!

Wir fordern Woh­nun­gen fĂŒr alle!
Wir fordern ein Umdenken bei der Woh­nun­ter­bringung und die Erar­beitung neuer Unter­bringungskonzepte unter Beteili­gung der Betrof­fe­nen und der bre­it­en Gesellschaft.
Jedoch um schnell­st­möglich die jet­zige Sit­u­a­tion in Kuners­dorf ertrĂ€glich­er zu machen, fordern wir als Sofort­maß­nahme einen Inter­ne­tan­schluss fĂŒr die Sam­melun­terkun­ft. Ohne­hin wird nach unseren Infor­ma­tio­nen ein Glas­faserk­a­belan­schluss in Kuners­dorf ver­legt. Dieser Anschluss muss auch in die Sam­melun­terkun­ft gelegt wer­den! Wir als selb­stor­gan­isiert­er Vere­in aus geflĂŒchteten Men­schen ste­hen bere­it, mit den Bewohner*innen vor Ort ein Inter­net­cafĂ© aufzubauen – wie wir es schon vielfach in anderen Sam­melun­terkĂŒn­ften in Bran­den­burg gemacht haben!

Gemein­sam kön­nen wir eine bessere Gesellschaft in Bran­den­burg aufbauen!

Refugees Eman­ci­pa­tion Team.
Unter­stĂŒtzt von We’ll Come Unit­ed Berlin/Brandenburg, FEM e.V.






Quelle: Inforiot.de