September 7, 2021
Von Indymedia
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Um diesen rechten Events etwa entgegenzusetzen, organisierten wir eine Gegenveranstaltung direkt am Marktplatz. An dieser beteiligten sich mit RedebeitrĂ€gen und technischer UnterstĂŒtzung die Gruppen @Widerstan_NT aus NĂŒrtingen, @libertaeres Treffen Rems-Murr, organisierte Antifaschist*innen aus Aalen und SchwĂ€bisch GmĂŒnd, die @SeebrĂŒcke Kreis Böblingen als auch kurzfristig das @OTFR aus TĂŒbingen.

Bereits zwei Stunden vor Beginn der AfD Wahlkampfveranstaltung begannen wir mit unserer Kundgebung in unmittelbarer NĂ€he. Die EiscafĂ©s auf dem Marktplatz waren bei sonnigem Wetter gut besucht und so erreichten wir mithilfe einer leistungsstarken Lautsprecheranlage viele Menschen mit unseren RedebeitrĂ€gen. Inhaltlich ging es dabei um die AfD, den rechten Impfgegner und Direktkandidaten fĂŒr die Bundestagswahl Hans Tolzin aus Herrenberg und die rechte Kneipe HĂŒttengaudi-Erlebnisbar. Spontan trat noch ein Mitglied der IG-Metall an das Mikrofon und berichtet von seinem Kampf gegen Rechts.

Am Kundgebungsort hatten wir einen Infotisch aufgebaut und viele Passant*innen blieben neugierig stehen und nahmen Flyer, Sticker, BroschĂŒren oder Zeitschriften mit nach Hause(in unserer Spendenkasse landeten ĂŒber 100 Euro, vielen Dank dafĂŒr). Zudem verteilten wir in den umliegenden CafĂ©s hunderte FlugblĂ€tter mit antifaschistischer Kritik an der AfD und Informationen zur HĂŒttengaudi an interessierte Menschen.

Mit Beginn der AfD Veranstaltung blockierten wir einen Zugang zum Marktplatz und störten deren Redner*innen und Zuhörer*innen effektiv mit Sprechchören, Hupen, Sirenengeheul, Trillerpfeifen und lauter Musik. WĂ€hrend der Blockade kam es zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen uns, den Cops und Teilnehmerin*innen der AfD Veranstaltung, weil diese provozierend durch unsere Kundgebung liefen. Dabei muss mindestens ein Fall erwĂ€hnt werden, bei der eine Teilnehmer*in unsere Kundgebung von einem Cop verletzt wurde, als dieser ihr mit einem Quarzhandschuh einen Schlag mitten in das Gesicht versetzte. Wie die geschlagene Person anhand einer heftigen Reaktion ihrer Augen bemerkte und uns berichtete, war der Handschuh zudem “gepfeffert”.

Als die AfD ihre Veranstaltung beendete formierten wir uns spontan zu einer Demonstration und zogen quer durch die herrenberger Altstadt zur HĂŒttengaudi. Mit Megaphon durchsagen wurden auf dem Weg dorthin als auch vor der Nazi Absteige selbst, zahlreiche Menschen ĂŒber die GrĂŒnde der Demonstration informiert. Die Kneipe war an diesem Tag wie erwartet gut besucht. Janus Nowak und seine GĂ€ste waren, wie könnte es anders sein, ĂŒber den antifaschistischen Besuch nicht sonderlich erfreut.

Wir beendeten den Tag, indem wir auf dem Weg zum Bahnhof noch einmal lautstark unsere Positionen vertraten. Mit der Parole A-Anti-Anticapitalista und kĂ€mpferischen Megaphon durchsagen machten wir deutlich, dass unser antifaschistischer Kampf notwendigerweise immer das Ziel vor Augen hat das Ungleichheit schaffende herrschende Wirtschaftssystems zu ĂŒberwinden. Wir trĂ€umen von einer herrschaftsfreien klassenlosen Welt der gleichen unter gleichen und das ließen wir auch alle die unserer Demonstration verfolgten gerne wissen.

Mit dem Tag sind wir einigermaßen zufrieden. Unsere Ziele einerseits die Stadtgesellschaft ĂŒber AfD, Tolzin und HĂŒttengaudi zu informieren und andererseits die Wahlkampfveranstaltung der AfD und die Feier der HĂŒttengaudi zu stören haben wir erreicht. Nach mehreren Aktionen gegen die HĂŒttengaudi die von der örtlichen Presse ignoriert wurden, sprach die Kreiszeitung Böblingen in ihrem Artikel ĂŒber unsere Kundgebung nun erstmal von einer Nazi-Kneipe. Damit sind wir dem Ziel viele Menschen auf diese hĂ€ssliche Sache aufmerksam zu machen um mehr, grĂ¶ĂŸere und effektivere Proteste zu organisieren nĂ€her gekommen.

Anderseits mĂŒssen wir konstatieren, dass die AfD es wieder einmal geschafft hat eine Wahlkampfveranstaltung mit sehr vielen Menschen in der immerhin 30.000 Einwohner*innen zĂ€hlenden Stadt Herrenberg abzuziehen ohne das tausende sich unserem Gegenprotest angeschlossen hĂ€tten. Die Cops waren wieder einmal ĂŒbermĂ€ĂŸig aggressiv, mindestens eine Person wurde ernsthaft verletzt. Wir mĂŒssen in Zukunft lernen auf Provokation der Staatsgewalt und von Nazis noch cleverer zu reagieren, um uns nicht unnötig Repression auszusetzen und unsere Gesundheit zu gefĂ€hrden.

Und auch in Zukunft gibt es viel zu tun. Wir werden weiterhin Demonstration gegen rechts organisieren und gemeinsam zu Veranstaltungen in anderen StÀdten reisen. Aber auch Flyer zu antifaschistischen Themen schreiben und verteilen oder informative VortrÀge im Klosterhof an den Start bringen und anderer Dinge gehören zu unseren selbstgewÀhlten Aufgaben.
Wenn ihr euch bei uns einbringen wollt, kommt zu unseren offenen antifaschistischen Treffen jeden 2. Dienstag im Monat. Alle sind willkommen und unser Anspruch ist, dass jede Stimme gleich viel zÀhlt, egal wie lange jemand schon dabei ist.

Das nÀchste offene Treffen ist nÀchste Woche am Dienstag dem 14.09 um 19:00 Uhr im Klosterhof Herrenberg.

Dort werden wir auf jeden Fall auch die Demonstration nachbesprechen und es ist Raum und Zeit fĂŒr konstruktive Kritik.
Wir freuen uns auf euch!

****Im  Post (auf Insta und Facebook) findet ihr Bilder von rechten Teilnehmer*innen der AfD Veranstaltung und von GĂ€sten der HĂŒttengaudi. Nicht alle Gesichter sind uns bekannt und nicht alle Personen auf den Bildern sind zwangslĂ€ufig rechts. Wenn ihr aber euch bekannte Faschos erkennt, schreibt uns gerne eine Nachricht. ****




Quelle: De.indymedia.org