Mai 25, 2021
Von Indymedia
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Erst vergangenes Wochenende mobilisierte die AfD Altmark West nach Seehausen, wo sie die aktuelle Waldbesetzung von Vertreter*innen der Anti-A14-Bewegung fĂŒr ihren Wahlkampf nutzte. Nun ja, mit dem „besorgten BĂŒrgertum“ hat es nicht wirklich funktioniert. Die RealitĂ€t zeigte ihr unverfrorenes Gesicht. Der Bahnhofsvorplatz, auf dem die Kundgebung stattfand, war mit ca. 180 Neonazis gefĂŒllt, die sich nicht scheuten, auch im Anschluss Hetzjagden auf Gegenprotestierende zu starten. Der Pöbel schaukelte sich selbst hoch, sodass es aus der Kundgebung heraus zu einem Angriff auf den Lautsprecher-Wagen kam. Auch zweifelhaft, ob das im Anschluss so klug war.

In dieser Nacht fand auch ein erneuter Angriff durch einen selbstgebauten Sprengsatz auf das von den Waldbesetzer*innen genutzte BahnhofsgebĂ€ude statt. Hm
 Zufall? Ob hier vielleicht wieder eine Verbindung zur AfD bestĂ€nde? Die Waldbesetzer*innen kĂ€mpfen jeden Tag mit Angriffen auf die Waldbesetzung oder auf den Bahnhof. Verbale Pöbeleien, Drohungen, wie „ihr werdet brennen“, GesprĂŒhtes, Brandstiftung und nun ein Sprengsatz – Genau das ist momentan Alltag in der Altmark.

Dass die AfD der parlamentarische Arm von Nazis, Querdenker*innen und Verschwörungstheoretiker*innen ist, ist nichts Neues. Mittlerweile zeigt die AfD erbarmungslos ihr wahres Gesicht und bestreitet ihren Faschismus schon gar nicht.

Schon 2013 wurde Salzwedel ein Sternchen in der Medienwelt, als ein bekannter Neonazi ĂŒber 100 Hakenkreuze und andere Nazi-Parolen in der Innenstadt sprĂŒhte. Diese konnten nur durch engagierte Aktivist*innen aus dem Stadtbild entfernt werden. Heute noch erkennt man an einigen Orten die Überreste. Die Stadt rĂŒhrte sich nicht, dem Problem auf den Grund zu gehen, sondern sorgte sich eher durch die mediale Breite um ihr beflecktes Image.

Dieses Desinteresse, diese Verharmlosung und Bagatellisierung der Verbreitung eindeutiger NS-Symbolik impliziert, dass Rassismus, Antisemitismus, Ableismus und Queerfeindlichkeit in der öffentlichen Debatte Raum findet. Auch gerade bei Hakenkreuzen an Orten, die als Treffpunkt fĂŒr geflĂŒchtete und linke Menschen dienen, kann man nicht einfach nur ĂŒber „Schmierereien“ reden. Wir verstehen diesen Akt als direkten Angriff auf emanzipatorische und antifaschistische Strukturen.

Am kommenden Donnerstag, den 24.05.2021 veranstaltet die AfD eine Kundgebung auch in Salzwedel vor dem Kulturhaus. Wir nehmen diese Situation nicht tatenlos in Kauf. Wir haben die Schnauze voll und mĂŒssen faschistische Strukturen als das benennen, was sie sind. Zur antifaschistischen Arbeit gehört auch mal eine Spraydose in die Hand zu nehmen oder ĂŒber den eigenen Rand der Bequemlichkeit zu gehen.

Wir holen uns die Straße zurĂŒck und machen diesen Tag fĂŒr die AfD zu einem Desaster.
Wir sind wĂŒtend und das werden wir zeigen!




Quelle: De.indymedia.org