Oktober 26, 2020
Von Indymedia
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FĂŒr Samstag den 24.210.2020 war auf dem Programmpunkt der Odr eine Kranzniederlegung angesetzt um ihren vermeintlichen „Helden“ zu gedenken. Dies wurde jedoch durch die Intervention von ĂŒber 50 Antifaschist/innen verhindert, sodass die geplante Kranzniederlegung abgebrochen werden musste. Die Nazis wurden von dem Friedhof gedrĂ€ngt und mussten den RĂŒckweg in Richtung Kastanienhof antreten. Nach der erfolgreichen Störaktion der Antifaschist/innen setzten diese sich im Zuge einer Spontandemonstration entschlossen und lautstark in Bewegung Richtung Kastanienhof. Noch aus der Spontandemonstration heraus konnten Menschen mit Flyern und RedebeitrĂ€gen ĂŒber das Bundestreffen der OdR informiert werden und die Problematik dieses geschichtsrevisionistischen Vereins hervorgebracht werden. Unser UnverstĂ€ndnis gilt vor allem auch Hartmut BĂŒttner dem BĂŒrgermeister der Stadt Bad MĂŒnder. Herr BĂŒttner wusste von Anfang an ĂŒber das Bundestreffen und die geplante Kranzniederlegung der Nazis Bescheid. So stellen wir uns folglich die Frage wie es sein kann, dass die OdR, ein Verein, welcher in seinem Mitteilungsblatt „das Ritterkreuz“ kontinuierlich die Umerziehung des Deutschen Volkes beklagt, dazu aufruft nicht „ewig zu bĂŒĂŸen“, kriegsverherrlichende beschönigende Berichte veröffentlicht, heutige politische Ereignisse aus rĂŒckwĂ€rtsgerichteter Sicht kommentieren, sowie unverhohlen revisionistisches Gedankengut propagiert, NS-TĂ€tern und Kriegsverbrechern gedenkt, eine derartige Veranstaltung in Bad MĂŒnder durchfĂŒhren kann, ohne dabei auf Kritik oder Gegenwehr von Menschen zu stoßen. Dabei ist es wohl kein Zufall, dass sowohl Familie Halm als auch Familie Kölle bestens im sozialen Miteinander der Stadt Bad MĂŒnder eingebunden sind. Wieder mal ist es einzig und allein dem Engagement der dort anwesenden Antifaschist/innen zu verdanken, dass die Nazis ihre geplante Kranzniederlegung nicht durchfĂŒhren konnten und sich in ihren Kongressort dem Kastanienhof zurĂŒckziehen mussten. Denn fĂŒr uns ist schon lange klar: Schluss mit der ungestörten „Heldenverehrung“ in Bad MĂŒnder oder sonst wo! NS-TĂ€ter sind keine Helden! Wir wollen keine NaziordenstrĂ€ger in Bad MĂŒnder oder anderswo! Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Kein Vergeben, kein Vergessen! Kein Orden fĂŒrs Morden!
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<strong>Flyer Text</strong>

Am vergangenen Wochenende vom 23.10.2020 bis zum 25.10.2020, fand das 66.  Bundestreffen der „Ordensgemeinschaft der RitterkreuztrĂ€ger“ (kurz: OdR) in Bad MĂŒnder statt. An dem Bundestreffen der OdR nahmen ca. 30 Alt und Neonazis teil.

Die Ordensgemeinschaft wurde 1954 in Köln-Wahn gegrĂŒndet und dient bis heute „dem Ansehen und der Ehre deutschen Soldatentums, in dessen unwandelbaren Tugenden das Pflichtbewusstsein, die Opferbereitschaft und die Kameradschaft gewahrt sind“. Mit dem „Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes“ wurden im 2. Weltkrieg 7.318 Soldaten der Wehrmacht und der Waffen- SS“ fĂŒr besondere Tapferkeit vor dem Feind und fĂŒr hervorragende Verdienste in der TruppenfĂŒhrung verliehen“. Über dessen Verleihung entschied Adolf Hitler persönlich.

<strong>Der RitterkreuztrÀger Oskar Dirlewanger</strong>

Einer der so Ausgezeichneten war z.B. Oskar Dirlewanger: Dieser Trat 1940 der Waffen- SS bei, bildete im KZ Oranienburg die erste BewĂ€hrungseinheit der SS aus und ging mit dieser Einheit anschließend nach Polen, um dort ein jĂŒdisches Arbeitslager zu â€žĂŒberwachen“. 1942 erfolgte eine Verlegung nach Weißrussland und im April dort ein massiver Einsatz gegen Partisaninnen und Partisanen. Dirlewangers VerbĂ€nde ermordeten im Rahmen dieser „Operation“ ca. 15.000 Menschen. Das Ritterkreuz bekam Oskar Dirlewanger schließlich im Zusammenhang mit dem Einsatz der von ihm gefĂŒhrten „Brigade Dirlewanger“ bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes im August/ September 1944. Das damalige Zeichen der Sturmbrigade Dirlewanger, welches zwei gekreuzte Stielhandgranaten zeigt, wurde auch bspw. Beim Neonazi-Festival in Ostritz offen getragen. Eine nach Dirlewanger benannte und 2005 in Gotha gegrĂŒndete Rechtsrockband „Sonderkommando Dirlewanger“ löste sich 2015 auf.

<strong>Der RitterkreuztrÀger Josef Dietrich</strong>

SS OberstgruppenfĂŒhrer „Sepp“ Dietrich trat 1928 in die SS ein, wurde 1932 mit der Verantwortung fĂŒr Hitlers persönliche Sicherheit beauftragt. Der MitbegrĂŒnder de SS Leibstandarte Adolf Hitler gehörte bis zum Tode Hitlers zu seinen engsten Vertrauten. Dietrich war maßgeblich an der Ermordung des SA-FĂŒhrers Ernst Röhm am 01. Juli 1934 beteiligt. 1946 wurde er wegen seiner begangenen Kriegsverbrechen zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt, 1955 aber vorzeitig entlassen und 1956 wegen der Ermordung von SA-FĂŒhrer Ernst Röhm zur Haft bis 1958 wieder verurteilt.

<strong>Der RitterkreuztrÀger Erich v.d. Bach- Zelewski</strong>

Der faschistische Freikorps Soldat Bach-Zelewski trat 1930 der NSDAP und 1931 der SS bei. Als SS ObergruppenfĂŒhrer und General der Polizei beging er zahlreiche grausame Kriegsverbrechen. Auf seinen Befehl hin wurden am 31.10.1941 35.000 Menschen in Riga getötet, um es „judenrein“ zu machen. Persönlich, war er auch an der Ermordung von JĂŒdinnen und Juden in Minsk und Mogilev beteiligt. Der NS Massenmörder wurde 1951 zu 10 Jahren Arbeitslager verurteilt, die dann aber in Hausarrest umgewandelt wurden. 1958 wurde er wegen der Teilnahme an der Liquidierung der SA FĂŒhrer zu 4 Jahren und 10 Monaten und 1962 wegen der Ermordung dreier Kommunisten im Jahr 1933 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Ritterkreuze wurden auch an den SA ObergruppenfĂŒhrer Otto Herzog (TrĂ€ger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP), an Hans-Ulrich-Rudel und an Hermann Göring verliehen.. Als Ehrenmitglieder der OdR werden u.a. Großadmiral Karl Dönitz als der direkte Nachfolger Adolf Hitlers und der Schriftsteller Ernst JĂŒnger in ihren Reihen gefĂŒhrt.

Die genannten FĂ€lle sollen exemplarisch verdeutlichen, wessen Andenken von der OdR gepflegt wird. Denn die Liste der RitterkreuztrĂ€ger, die sich an den Kriegsverbrechen beteiligt haben, lĂ€sst sich ohne weiteres noch sehr lange fortfĂŒhren.
Angesichts der zahllosen Opfer der zu Recht vom NĂŒrnberger Kriegsverbrechenstribunal als verbrecherische Organisation charakterisierten Waffen-SS und der Wehrmacht ist die angebliche Tapferkeit dieser Nationalsozialisten als PropagandalĂŒge derselben enttarnt.

<strong>Die OdR heute</strong>

Inzwischen dĂŒrfen auch Nicht-RitterkreuztrĂ€ger Mitglied des Vereins werden, wenn „Charakter und sittliche Haltung ohne Tadel sind“. Unter diesen „Nachfolge-Vollmitgliedern sind auffĂ€llig viele Polizeibeamte und Bundeswehr- FĂŒhrungskrĂ€fte“. Auch KSK-FunktionĂ€re wie Reinhard GĂŒnzel posieren mit Frank Rennicke CD auf den Treffen. Die Tore sind aber insbesondere auch fĂŒr Neonazis geöffnet: Patrik Agte, Herausgeber der SS Zeitschrift „Der Freiwillige“ ist genauso Mitglied wie Michael Kaiser, der Neffe des SS-SturmbannfĂŒhrers Georg Karck. Dieser ist Vorsitzender des „Verbandes deutscher Soldaten e.V. – Förderverein des Garnisionsmuseums NĂŒrnberg“ in NĂŒrnberg. Mitglieder dieses geschichtsrevisionistischen Vereins leugnen die millionenfache Ermordung von Juden und JĂŒdinnen im Nationalsozialismus. Die RitterkreuztrĂ€ger sind also auch heute Idole fĂŒr junge Rechte und völkische Burschenschaftler – beim damaligen Bundestreffen der OdR in der Stadthalle in Hameln war bspw. der mittlerweile fĂŒr seine UnterstĂŒtzung des NSU verurteilten Ralf Wohlleben zu gegen.

Beteiligung an der nationalsozialistischen Barbarei ist kein Verbrechen?

Der Neonazi Hans Hinrich Kerck, OdR, erkĂ€rt, dass die bei den NĂŒrnberger Prozessen Verurteilten „noch lange keine Kriegsverbrecher“ seien. So ist fĂŒr die Mitglieder der ODR Polen natĂŒrlich auch nur „polnisch besetztes Gebiet“.

<strong>OdR-FunktionÀre aus Hameln-Pyrmont</strong>

Der mittlerweile verstorbene GĂŒnther Halm aus Bad MĂŒnder saß bis zuletzt im Vorstand der OdR, seine Ehefrau Regine Halm gibt bis heute die OdR-Zeitung „Das Ritterkreuz“ heraus. Auch Regine Halm ist bis heute ĂŒberzeugte Nationalsozialistin, auch wenn Frau Halm dies nach außen hin eher ungern kommuniziert und sie sich lieber als engagierte Stadtbewohnerin zeigt. Schatzmeister war bis vor kurzem noch Dieter Kölle ebenfalls aus Bad MĂŒnder.

Sowohl Familie Halm, als auch Familie Kölle aus Bad MĂŒnder sind fest im sozialen Miteinander in der Stadt Bad MĂŒnder integriert und fĂŒhren seit vielen Jahren mehrere ehrenamtliche TĂ€tigkeiten in lokalen Vereinen aus. So war GĂŒnther Halm bis zu seinem Tod, Mitglied der TUSPO Bad MĂŒnder (Ehrenvorsitzender), Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Sportvereine der Stadt Bad MĂŒnder, Mitglied im SchĂŒtzenverein, Vorsitzender der Ortsgruppe des Volksbundes Deutsche KriegsgrĂ€berfĂŒrsorge und Aufsichtsrat bei der Volksbank Bad MĂŒnder. Halms Jahrzehnte ehrenamtlicher Arbeit wurden mehrfach mit hohen Auszeichnungen gewĂŒrdigt (bspw. Bundesverdienstkreuz am Bande, TrĂ€ger der goldenen Ehrennadel des LandesSportBundes Niedersachsens). Auch Dieter Kölle fĂŒhrt ehrenamtliche TĂ€tigkeiten beim lokalen SchĂŒtzenverein dem SV Bad MĂŒnder 07 als auch beim Kur- und Verkehrsverein aus.

SpĂ€testens nach der Auflistung der obig aufgefĂŒhrten Personen, sollte jeder und jedem in Bad MĂŒnder klar sein, wessen Andenken Familie Halm und Familie Kölle hier erhalten wollen.
NĂ€mlich NS-TĂ€tern, Mördern, Holocaustleugnern, Menschen, welche die deutschen Kriegsverbrechen relativieren und die Legende von der „sauberen“ Wehrmacht hochhalten wollen.

<strong>Hinweise zu den Nazis auf den Fotos bitte in die Kommentarspalte!</strong>




Quelle: De.indymedia.org