Mai 11, 2021
Von InfoRiot
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Deutsches Zentrum fĂŒr Luft- und Raumfahrt

Neues Institut zur Entwicklung klimaneutraler Prozesse in Cottbus gestartet

10.05.21 | 22:01 Uhr

Wie kann die Energieversorgung der Industrie kĂŒnftig frei von Kohle und CO2 laufen? Das erforschen Wissenschaftler des DLR-Instituts nun auch mit einem Standort in Cottbus. Am Montag fand die virtuelle Eröffnungsfeier statt.

Um die Industrie in den kommenden Jahren mehr und mehr auf eine klimaneutrale Produktion umzustellen, hat eine neue Forschungseinrichtung des Deutschen Zentrums fĂŒr Luft- und Raumfahrt (DLR) in Cottbus am Montag offiziell ihre Arbeit aufgenommen.

Bei der digitalen Eröffnung drĂŒckten mehrere Politiker auf einen virtuellen Buzzer, darunter Brandenburgs MinisterprĂ€sident Dietmar Woidke, Wirtschaftsminister Jörg Steinbach, Wissenschaftsministerin Manja SchĂŒle (alle SPD) sowie der kommissarische Leiter des DLR-Instituts, Uwe Riedel.

Hochtemperatur-WĂ€rmepumpen als Ersatz fĂŒr Braunkohle

Das Institut fĂŒr CO2-arme Industrieprozesse soll in den kommenden Jahren erforschen, wie sich industrielle AblĂ€ufe so gestalten lassen, dass weniger Treibhausgase entstehen. Zudem soll untersucht und entwickelt werden, wie bestehende Industrieanlagen an eine Dekarbonisierung angepasst werden können. Die Einrichtung konzentriert sich auf die Simulation und das virtuelle Design – also die Abbildung verĂ€nderter ProduktionsablĂ€ufe oder auch Anlagen auf dem Computer.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung von Hochtemperatur-WĂ€rmepumpen, die die Energieversorgung mit fossilen Brennstoffen wie Braunkohle einmal ersetzen soll. “Wir wollen in die WĂ€rmepumpen-Entwicklung möglichst schnell einsteigen”, sagte Institutsleiter Uwe Riedel.

Eine Herausforderung sei, dass die Industrie WĂ€rme im Bereich 200 bis 500 Grad Celsius brauche. Pumpen, die das leisten könnten, gebe es bislang nicht. Die neuartigen WĂ€rmepumpen könnten kĂŒnftig einen Beitrag fĂŒr “grĂŒne WĂ€rme” leisten. Zudem wĂŒrden ArbeitsplĂ€tze in der Region geschaffen und junge Menschen ausgebildet, betonte Riedel.

Brandenburg trĂ€gt zehn Prozent jĂ€hrlicher Förderung fĂŒr Standort Cottbus

Der Bund stellt fĂŒr das neue Institut jĂ€hrlich rund zehn Millionen Euro zur VerfĂŒgung. Brandenburg trĂ€gt zehn Prozent der jĂ€hrlichen Förderung fĂŒr den Standort Cottbus.

DarĂŒber hinaus stellt das Land eine einmalige Aufbauinvestition in Höhe von bis zu zehn Millionen Euro bereit und hat unter anderem Vorsorge fĂŒr die Finanzierung eines Neubaus sowie einer Versuchshalle in der GrĂ¶ĂŸenordnung von rund 15 Millionen Euro getroffen. Das lĂ€nderĂŒbergreifende DLR-Institut fĂŒr CO2-arme Industrieprozesse mit Sitz in Cottbus und Görlitz/Zittau wird seit Juli 2019 aufgebaut.

Woidke: Strukturwandel nur mit starker Forschungslandschaft möglich

Der Strukturwandel könne nur mit einer starken Forschungs- und Wissenschaftslandschaft und einer innovativen Wirtschaft gelingen, die gute und gut bezahlte ArbeitsplĂ€tze in der Region schafft, sagte Regierungschef Woidke. Das DLR-Institut könne gemeinsam mit den Industriepartnern dazu beitragen, eine europĂ€ische Modellregion fĂŒr klimaneutrale Wirtschaft zu entwickeln.

“Die Menschen in der Lausitz möchten Anfassbares sehen, was tatsĂ€chlich mit ihrer Region passiert”, sagte Wirtschaftsminister Steinbach. Perspektivisch sollen in dem Institut 60 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschĂ€ftigt sein. In fĂŒnf bis sieben Jahren könnten durch AusgrĂŒndungen weitere Jobs geschaffen werden, sagte Steinbach.

Das Ganze sei eine Investition in die Zukunft und nicht die direkte Alternative fĂŒr Menschen, die heute im Bergbau oder den Kraftwerken tĂ€tig seien. Sie könne aber den Arbeitsmarkt in der Region stĂ€rken und versuchen, junge Menschen zu halten oder anzusiedeln.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 10.05.2021, 19:30 Uhr




Quelle: Inforiot.de