Januar 27, 2021
Von Indymedia
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In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben wir anlĂ€sslich des Internationalen Tages zum Gedenken an die Opfer des Holocausts und in Anbetracht des baldigen 13. Februar Gedenkens die große Gedenktafel zur Bomardierung Dresdens neugestaltet, um radikale Kritik an dem Dresdner Gedenken zu ĂŒben. Dazu haben wir den Spruch „Deutschland und Dresden: Keine Opfer sondern TĂ€ter“ an das Denkmal gesprĂŒht.

Unsere Kritik am Dresdner Gedenken an die Zeit des Nationalsozialismus ist grundsĂ€tzlicher Natur und begrĂŒndet sich darin, dass die gesamte Inszenierung in Dresden darauf beruht einen Opfermythos erst zu erfinden und dann aufrecht zu erhalten, der die tatsĂ€chlichen Opfer der NS-Zeit verhöhnt. Die Existenz des Heidefriedhofs als Erinnerungsort ist darauf aufgebaut die deutsche und Dresdner Schuld an der nationalsozialistischen Barbarei zu verschleiern und die Zerstörung einer deutschen Stadt im selbst angezettelten Krieg mit den unsĂ€glichen Verbrechen des Holocausts gleichzusetzen. Nicht nur steht die ‚Dresden Stele‘ in der selben Reihe wie die ‚Auschwitz Stele‘, deren gleichrangige Arrangierung die Gleichrangigkeit beider Ereignisse symbolisiert, auch werden seit Jahren im Rahmen des 13. Februar Gedenkens auf dem Heidefriedhof vor dem von uns bemalten Mahnmahl die Namen von Opfern des Holocausts neben zivilen und nicht-zivilen Getöteten des Bombenangriffs vorgelesen, womit wieder die bereits kritisierte Gleichrangigkeit der Ereignisse impliziert wird.

Daher wollen wir mit unserer Aktion darauf aufmerksam machen, dass der Heidefiredhof, in der Art und Weise wie er aktuell als Erinnerungsort genutzt wird, ein geschichtsrevisionistische Inszenierung ist, die die Opfer der deutschen Barbarei verhöhnt, indem sie diese in eine Reihe mit ihren Mörderinnen und Mördern stellt. Wir wollen daher den Anlass des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocausts nutzen, um eine radikale Kritik am Dresdner Gedenken allgemein und am Heidefriedhof speziell anzubringen. Der Opfermythos von Dresden muss beendet werden, um den Opfern des Holocausts angemessen gedenken zu können.

Daher fordern wir hiermit die lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llige Abmontage aller geschichtsrevisionisten DenkmĂ€ler auf dem Heidefriedhof (Stelen, TrĂ€nenmeer-MĂ€dchen etc.) und ĂŒberall sonst in Dresden (Altmarkt etc.)! Denn was die Dresdner Gesellschaft endlich begreifen muss, ist folgendes: Die Zerstörung des rĂŒstungsindustriell aktiven Dresdens, einer Stadt im nationalsozialistischen Deutschland, das einen Vernichtungskrieg vom Zaun gebrochen hat und industriell 6 Millionen JĂŒdinnen und Juden ermordet hat, war kein Verbrechen, sondern ein in Kriegen normaler Akt. Die Opfer der Bombardierung können deswegen nicht in einer Reihe mit den Opfern des Holocausts genannt werden. Die Dresdner:innen waren in der Mehrzahl verbrecherische Nazis, die Millionen von Menschen ausrotten wollten, wĂ€hrend die jĂŒdischen Menschen nur auf Grund ihres jĂŒdisch seins getötet wurden. Die Bombardierung Dresdens war nicht grauenhaft, sondern notwendig und NS-Deutschland militĂ€risch zu besiegen ein Segen fĂŒr die Menschheit. 

In diesem Sinne fordern wir ein wĂŒrdiges Gedenken an die Opfer der deutschen Barbarei und eine historische Kontextualisierung der Bombardierung Dresdens, die den Opfermythos endgĂŒltig beendet.

Deutschland und Dresden: Keine Opfer sondern TĂ€ter!

Gez. AG Gedenken beenden




Quelle: De.indymedia.org