November 26, 2021
Von Indymedia
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Vor zwei Jahren, am 7. Dezember 2019 wurde in Wuppertal-Wichlinghausen der 25-jĂ€hrige Max durch SchĂŒsse von Polizist*innen getötet. Laut Berichten von Augenzeug*innen trafen drei SchĂŒsse den Körper von Max. Mindestens einer davon hatte tödliche Folgen, er starb kurze Zeit spĂ€ter im Helios-UniversitĂ€tsklinikum Barmen an seinen Verletzungen. Max ist einer von 3 Wuppertalern, die in den letzten zwei Jahren bei einer “Maßnahme” der Wuppertaler Polizei ums Leben kamen. Alexander wurde im Juni 2021 in seiner Wohnung durch drei SchĂŒsse aus einer Maschinenpistole eines Polizisten getötet. Die Nachbarn hatten wohl die Polizei wegen Ruhestörung gerufen. GiĂłrgos starb am 1.November 2021 in Polizeigewahrsam nach einer brutalen Festnahme durch die Polizei. Die HĂ€ufigkeit, in der in Wuppertal, Menschen in Zusammenhang mit der Polizei sterben ist schockierend und offenbart ein gewaltiges Problem was wir in Wuppertal mit der Polizei haben.

Was war am spĂ€ten Nachmittag des 7.12.19 mit Max passiert? Laut Angaben der Presse soll der 25-JĂ€hrige gegen 17 Uhr bei mehreren geparkten Autos die Außenspiegel mit einem Hammer abgeschlagen haben. Anwohner*innen riefen die Polizei. Nach dem Eintreffen der alarmierten Streifenwagenbesatzung im Bereich der Eintrachtstraße/Arnoldstraße bleibt der weitere Verlauf unklar. Fest steht, dass der junge Mann mit sechs SchĂŒssen in den Körper von der Polizeistreife (23 und 25 Jahre alt) niedergeschossen wurde und kurz darauf starb. Die Obduktion der Leiche bestĂ€tigte, dass die Kugeln der Polizei den Tod verursachten.

Die Betroffenheit unter den Nachbar*innen ist groß: – viele kannten Max und dessen Familie, die seit Jahren im Stadtteil Wichlinghausen wohnt. Anwohner*innen berichteten außerdem ĂŒber die Situation, wie er nach den SchĂŒssen am Boden liegt. Um ihn herum Polizist*innen, die keine erste Hilfe leisten. Das wirft weitere Fragen auf. Wie immer wurden die Ermittlungen wegen der tödlichen SchĂŒsse „aus NeutralitĂ€tsgrĂŒnden“ von der Ermittlungskommission des PolizeiprĂ€sidiums Hagen unter Leitung der Staatsanwaltschaft Wuppertal gefĂŒhrt. Öffentliche Angaben dazu, wie es zu den SchĂŒssen mit Todesfolge kam und warum es den Beamt*innen nicht möglich war, den jungen Mann ohne Einsatz einer Schusswaffe in Gewahrsam zu nehmen, gibt es bis heute nicht. Aber wie immer wurde das Ermittlungsverfahren gegen die beteiligten Polizist*innen nach fast einem Jahr 2020 eingestellt.

Einige Tage nach Max‘ Tod gedachten wir mit rund 80 Menschen in Wuppertal-Barmen dem Verstorbenen und trugen die Forderung nach einer lĂŒckenlosen AufklĂ€rung des Polizeieinsatzes und der Beantwortung der offenen Fragen in die Öffentlichkeit. Nicht verwunderlich, dass sich Polizei und Staatsanwaltschaft nach den tödlichen SchĂŒssen bedeckt hielten, um die tödlichen PolizeischĂŒsse in der Öffentlichkeit weiterhin als Notwehr betitelen zu können und sich keinen unangenehmen Fragen stellen zu mĂŒssen.

Warum Max am 7. Dezember bei mehreren Autos die Außenspiegel abgeschlagen hat, darĂŒber wollen wir nicht spekulieren. Denn fĂŒr die Bewertung des Polizeieinsatzes spielt es keine Rolle. Stattdessen wollen wir an dieser Stelle die in der Westdeutschen Zeitung von Angehörigen veröffentlichte Traueranzeige zitieren:

„Max

Unbewusst ins UnglĂŒck gerannt,

wirst du nun von Vielen verkannt.

Fremde Urteile sind vermessen,

Dein gutes Herz bleibt unvergessen.

Deine Liebsten immer wissen,

welch tollen Mensch sie jetzt vermissen!

Unser Max ist nicht mehr da und bleibt uns doch fĂŒr immer nah!

In ewiger Liebe Deine Familie“

Das Sterben durch die Polizei wird nicht von alleine aufhören! Aber weltweit stellen sich immer mehr Menschen gegen die enthemmte und brutale Staatsgewalt! Wir sind nicht allein und wir werden mehr! Gemeinsam auf die Straße!

No Justice – No Peace




Quelle: De.indymedia.org