Dezember 12, 2021
Von Emrawi
241 ansichten

Graz/Gradec hat wieder eine anarchistische Bibliothek. Die BĂŒchersammlung, die in den letzten zwei Jahrzehnten von verschiedenen Leuten zusammengetragen und betreut wurde, war bereits an vielen Orten zuhause. Zuletzt im Schwarzen Radieschen. Von dort ist sie nach etwa acht Jahren ausgezogen. Die neue Adresse der anarchistischen Bibliothek in Graz ist nun die Reitschulgasse 17-21, auf halber Strecke zwischen Jakominiplatz und Dietrichsteinplatz. Die Non Grata befindet sich nun im Foyer der Gemeinschaftswerkstatt LIMA, im ersten Obergeschoss. Vielleicht kennen manche den Ort auch noch als ehemalige Shisha-Bar. Nach einigen Wochen Vorbereitung und Wiederaufbau wollen wir nun also endlich eröffnen.

In der fĂŒr uns neuen WerkstĂ€ttenatmosphĂ€re werden wir nun stĂ€ndig damit konfrontiert, dass ein anarchistisches Projekt – auch wenn es sich um eine Bibliothek handelt – niemals etwas Statisches sein kann, sondern immer eine inhĂ€rente Dynamik mit sich trĂ€gt.

Wir sehen die Bibliothek somit nicht nur als ĂŒber 20 Jahre alte Ansammlung von BĂŒchern ĂŒber die Geschichte der Sozialen KĂ€mpfe, von Biographien und von auf Papier gebannten Überlegungen zum Anarchismus. Wenn wir das Projekt „Anarchistische Offline Bibliothek“ nennen, dann geht es uns darum damit eine anarchistische und antiautoritĂ€re Perspektive zu entwickeln. Es geht uns auch darum kontinuierlich zu ĂŒberlegen, was es bedeutet einem Projekt das Attribut „anarchistisch“ zu geben. Und wir wollen damit auch dazu einladen uns auf diesen Begriff festzunageln, sollte der anarchistische Zugang nicht mehr erkennbar sein.

Als Mittel dafĂŒr wollen wir in erster Linie Diskussionen anwenden. Denn erst wenn wir die Geduld des Papiers im direkten Austausch ĂŒberwinden, erwachen die darauf formulierten Gedanken zum Leben. Eine Sammlung von BĂŒchern ist nur so viel wert, wie sie in den Individuen, die sich mit ihr auseinandersetzen, auslöst.

NatĂŒrlich erfĂŒllt die Non Grata aber auch herkömmliche Funktionen einer Bibliothek: Ihr könnt vorbeikommen, die BĂŒcher durchschmökern und sie auch ausleihen. Außerdem gibt es immer aktuelle anarchistische Zeitschriften, ein Zine-Archiv und eine Distro mit subversiven BĂŒchern.

FĂŒr die Freiheit, fĂŒr die Anarchie!




Quelle: Emrawi.org