Oktober 15, 2021
Von InfoRiot
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Potsdam – Von den 266 Afghanen, die Brandenburg nach der MachtĂŒbernahme der Taliban im August aufgenommen hat, ist der ĂŒberwiegende Teil nicht als OrtskrĂ€fte anerkannt worden. Nur 25 OrtskrĂ€fte mit ihren Angehörigen und 3 besonders gefĂ€hrdete Personen hĂ€tten zum Stand 6. Oktober eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitĂ€ren GrĂŒnden erhalten, teilte das Innenministerium auf Anfrage mit. Dies seien 116 Personen, darunter 67 Kinder und Jugendliche.

136 Afghanen hĂ€tten einen Asylantrag gestellt oder könnten dies noch tun, berichtete das Ministerium. Deren Schutz werde im Rahmen eines Asylverfahrens vom Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge (Bamf) geprĂŒft. Sie seien noch in der Erstaufnahme in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) untergebracht. 14 weitere FlĂŒchtlinge, darunter 3 MinderjĂ€hrige, hĂ€tten die Erstaufnahme eigenstĂ€ndig verlassen.

Von den 25 OrtskrĂ€ften und ihren Angehörigen sollen nach Angaben des Innenministeriums nur 4 in Brandenburg bleiben. Dies seien insgesamt 17 Personen. Die ĂŒbrigen 21 OrtskrĂ€fte samt Familien und die 3 besonders gefĂ€hrdeten Personen, insgesamt 99 Menschen, seien vom Bamf auf andere BundeslĂ€nder verteilt worden.

FlĂŒchtlingsrat Brandenburg ĂŒbt Kritik

Die flĂŒchtlingspolitische Sprecherin der Linke-Fraktion im Landtag, Andrea Johlige, erklĂ€rte dazu, von den Behörden werde die Definition einer Ortskraft inzwischen sehr eng ausgelegt. Dazu wĂŒrden fast nur UnterstĂŒtzer der Bundeswehr gezĂ€hlt, aber nicht die der meisten Hilfsorganisationen. „Zudem wurden OrtskrĂ€fte der Bundeswehr zuvor in afghanische Subunternehmen gedrĂ€ngt und sollen nun nicht mehr dazu zĂ€hlen“, sagte Johlige.

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Der FlĂŒchtlingsrat Brandenburg kritisierte, dass nur ein Bruchteil der unmittelbar GefĂ€hrdeten aus Afghanistan evakuiert worden seien. „Diejenigen, die es allen Widrigkeiten zum Trotz in einen der Evakuierungsflieger geschafft haben, sind nun in Deutschland mit einem Ă€ußerst undurchsichtigen und schikanösen Vorgehen durch Behörden konfrontiert“, sagte Sprecherin Mara HasenjĂŒrgen.

„Wir fragen uns: Wieso gelten nur drei der Evakuierten als „besonders gefĂ€hrdet“ und wie wurde das geprĂŒft?“, sagte HasenjĂŒrgen. „Das gesamte Verfahren bleibt fĂŒr die Evakuierten wie die Zivilgesellschaft intransparent.“ Notwendig seien nun eine großzĂŒgige Aufnahme und ein Landesaufnahmeprogramm fĂŒr weitere Menschen aus Afghanistan, forderte HasenjĂŒrgen. (dpa)




Quelle: Inforiot.de