Juni 30, 2022
Von Indymedia
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Wir wollen hier auch nicht vertiefende Mutmaßungen dazu anstellen, was dich zu deinen Handlungen bewogen hat: deine Persönlichkeit, die Ă€ußeren UmstĂ€nde oder eine Mischung aus diversen Faktoren. In Skepsis zu “einfachen”, widerspruchsfreien Antworten gehen wir jedoch eher von letzterem aus. Uns ist auch nicht wichtig, ob deine Aussagen wahr sind oder gelogen – sie haben und werden so oder so erheblichen Schaden nach sich ziehen.  

Um was es uns geht ist eine Lanze fĂŒr die Aussageverweigerung bei den Repressionsbehörden zu brechen – und ja: in deinem Fall ist das Kind sicher schon in den Brunnen gefallen, aber wir wollen dir hier die verbleibende Leiter zeigen, die auch wieder aus dem Brunnen herausfĂŒhren kann.

Keine-Aussage-bei-Bullen-und-Co war und ist aus GrĂŒnden des Selbstschutzes und der SolidaritĂ€t wichtiges Element unserer Praxis. Dies – und damit im schlimmsten Fall sogar eine andere Person – zu verraten, ist gefĂ€hrlich und unsolidarisch fĂŒr die betroffene Person, aber auch weit darĂŒber hinaus. Die Klappe bei Cops und Co zu halten hat somit – egal was man sonst fĂŒr ein Mensch sein mag – immer einen eigenen Wert. Uns ist klar, dass dieser Aspekt vielleicht in den vergangen Monaten in deinem Fall zu wenig betont wurde, aber es ist und bleibt beachtenswert, wenn man Beschuldigter in einem solchen Verfahren ist und die Fresse hĂ€lt, gerade auch dann, wenn noch andere VorwĂŒrfe gegen einen im Raum stehen.

Zu deinen Gunsten unterstellen wir dir, dass deine Motivation bei den Cops und dem VS auszusagen nicht aus puren RachegelĂŒsten heraus erfolgte, sondern dir möglicherweise als der einzig gangbare Weg erschienen ist. Sollte dies zutreffend sein, ist es uns ein Anliegen dem vehement zu widersprechen: Egal was die Cops dir einreden und versprechen, egal wie sehr du denkst nur diese Aussagen konnten deinen Arsch noch retten – dies trifft nicht zu. Du hattest andere Möglichkeiten und hast diese auch immer noch. NatĂŒrlich hast du durch dein Verhalten den Preis fĂŒr eine RĂŒckkehr in ein “normales” Leben in die Höhe getrieben. Solltest du nun beginnen den Schaden deiner Aussagen wieder einzudĂ€mmen und deine Aussagen bei Gericht nicht wiederholen, so wĂŒrdest du trotz dessen niemals mehr mit offenen Armen in deinem alten Umfeld aufgenommen werden. Und ja: Du kĂ€mst nicht in den Genuss einer Kronzeugenregelung. Der auf Kosten anderer erhaltene Rabatt wĂŒrde fĂŒr dich wegfallen – mit all den strafrechtlichen Konsequenzen fĂŒr dich. Aber du könntest damit RĂŒckgrat beweisen, Schaden begrenzen und beginnen, dem massiven Vertrauensverlust etwas entgegegen zu setzen. Und so wĂŒrde es fĂŒr dich in diesem Fall die Chance auf ein richtiges Leben danach – nach dem Knast – geben; auch wenn ganz sicher nicht in deinem alten Umfeld und auch nicht in den RĂ€umen unserer Bewegung.
Egal was die Cops behaupten, sie können dir schlichtweg kein normales Leben schenken. Ein respektierendes Umfeld, ein SelbstwertgefĂŒhl – all dies können sie dir nicht geben. Sie werden dich benutzen und irgendwann bist du einfach nutzlos fĂŒr sie. Was du dann mit dir und deinem Leben anfĂ€ngst oder auch nicht, ist fĂŒr sie nicht von Belang.
Du und nur du könntest jedoch ein Leben beginnen, in dem du in einem 129er-Verfahren gegen Linke zunĂ€chst viel dafĂŒr getan hast deinen eigenen Arsch auf Kosten anderer zu retten und dann den Mumm besitzt, auf die Kronzeugenregelungen zu scheißen und anfangen ein paar Fehler wieder gut zu machen.
Das ist aus unserer Persepktive jedenfalls ein erstrebenswerteres Leben, als eins als VerrĂ€ter-Schwein. Und egal, was dir versprochen wurde und wird, glaub nicht, dass deine Taten, sofern du nicht den letzten möglichen Zeitpunkt nutzt etwas von deinem Verhalten wieder gut zu machen, jemals vergessen werden. Und auch du selbst wirst nie vergessen können, dass du derjenige bist, der das Leben seiner ehemaligen GefĂ€hrt:innen ruiniert hat. Vielleicht hast du derzeit das GefĂŒhl, dass du dabei bist, dein Leben wieder in den Griff zu bekommen, aber das Gegenteil ist der Fall: Dein Verhalten und die Schuld, die du damit auf dich geladen hast, wird dich dein Leben lang verfolgen, wenn du jetzt nicht den einzigen richtigen Schritt machst, der dir noch zur VerfĂŒgung steht. Auch wenn es keine Sympathie zwischen dir und uns (mehr) gibt, richten wir als letztes noch einmal eindringliche Worte an dich: Zeige RĂŒckgrat!
 

In diesem Sinne: Anna und Arthur halten`s Maul – immer wieder neu!

Einige Autonome




Quelle: De.indymedia.org