Dezember 11, 2020
Von FAU Freiburg
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Liebe Kolleg:innen,

wir (SolibĂŒndnis zum Sozial und Erzieher:innen-Streik, Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit (aks Freiburg), Care Revolution, die Belegschaft der „Kita Glacisweg e.V. – Kita auf dem GrethergelĂ€nde“ und die FAU Freiburg) rufen mit diesem Offenen Brief (pdf) unsere Kolleg:innen im Sozialbereich dazu auf, die Stimme zu erheben und sich gemeinsam dagegen zu wehren, dass die Corona-Krisenkosten auf uns und den Menschen mit denen wir arbeiten abgeladen werden.

Wir rufen euch alle auf, sprecht mit euren Kolleg:innen und unterstĂŒtzt den Offenen Brief. Wir sammeln Unterschriften erstmals bis zum 10.01.21 um ihn dann zu veröffentlichen.
Sendet eure UnterstĂŒtzung an aks-freiburg@gmx.de, oder an aks Freiburg, Adlerstr. 12, 79098 Freiburg.

Der Brief soll dann erstmal mit den bis dahin gesammelten Unterschriften vor der ersten Doppelhaushaltslesung an die Presse, Gemeinderat, Verwaltung versendet werden. Und vielleicht machen wir dann auch noch eine kleine Aktion (dazu gerne auch Ideen an uns senden)

Zum Hintergrund noch BZ Artikel, einen aus der Zeit und eine Meldung des SWR wie die Ergebnisse der Tarifverhandlung schon zum Spielball gemacht werden.

RĂŒckmeldungen an: aks-freiburg@gmx.de
Ihr könnt als Einzelperson oder als Gruppe den Brief unterstĂŒtzen. zum Beispiel:
Einzelne BeschÀftigte des [TrÀger] Freiburg im Bereich [XXX]
Team X der [TrÀger]
Personen mit ihren Namen

Offener Brief fĂŒr die Weitergabe der Tariferhöhung an die BeschĂ€ftigten im Sozial- und Erziehungsdienst

Mit Erschrecken haben wir festgestellt, dass die Stadt Freiburg ihre langjĂ€hrige Praxis der Weitergabe von Tariferhöhungen, im Rahmen der Corona KĂŒrzungen nicht mehr fortfĂŒhrt. Da viele soziale Einrichtungen sich voll oder ĂŒberwiegend durch die ZuschĂŒsse der Stadt finanzieren, kommt das einer Aufforderung gleich, die aktuelle niedrige Tariferhöhung, soweit wir ĂŒberhaupt tariflich entlohnt werden, nicht an uns BeschĂ€ftigte weiter zu geben. Dadurch wird die Tariferhöhung entweder nicht bei uns ankommen oder durch das Einsparen von Stellen zu mehr Arbeitsverdichtung und noch mehr Stress fĂŒhren. Zudem könnten zum Beispiel im Kita-Bereich die Mehrkosten von den Eltern eingefordert werden.

Der Widerspruch zwischen der viel besprochenen „Systemrelevanz“ einer ĂŒberwiegend von Frauen ausgeĂŒbten Care-Arbeit scheinbar höhere, gerade auch finanzielle Anerkennung der TĂ€tigkeiten und sich verschlechternden Arbeitsbedingungen wirkt auf uns wie Hohn. Klatschen allein hilft da nicht!
Nicht erst die Corona-Krise zeigt, dass eine ausgeprĂ€gte gesellschaftliche Infrastruktur, kollektive und öffentliche GĂŒter als Grundlage fĂŒr ein „gutes Leben“ fĂŒr Alle benötigt werden.

Anstatt wie in den letzten Jahrzehnten immer wieder bei jeder Krise den Sozial- und Kulturbereich zu kĂŒrzen, muss die soziale Infrastruktur besser finanziert und an den BedĂŒrfnissen der Menschen ausgerichtet werden.

– Wir sagen nein zu einer KĂŒrzungspolitik, die auf dem RĂŒcken von uns BeschĂ€ftigten ausgetragen wird
– Wir sagen nein zu einer KĂŒrzungspolitik, die zum Nachteil aller Menschen ist, die auf eine gute soziale Infrastruktur angewiesen sind
– Wir fordern: Ja, zur Tariftreue der Stadt Freiburg und der TrĂ€ger
– Wir fordern: Holt euch das Geld bei den reichsten zehn Prozent der Bevölkerung (sie besitzen zwei Drittel des Vermögens)

Wir rufen die BeschĂ€ftigten auf, sich gegen eine KĂŒrzungspolitik zu stellen, mit Kolleg:innen zu diskutieren und diesen Offenen Brief zu unterschreiben.
Zusammenhalten! Statt Ungerechtigkeit verwalten! Die Kosten der Krise nicht auf unserem RĂŒcken!

Erstunterzeichner:innen:
SolibĂŒndnis zum Sozial und Erzieher:innen-Streik
Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit (aks Freiburg)
Care Revolution Freiburg
Die Belegschaft der „Kita Glacisweg e.V. – Kita auf dem GrethergelĂ€nde“
FAU Freiburg




Quelle: Freiburg.fau.org