Januar 8, 2022
Von Freie ArbeiterInnen Union (FAU)
141 ansichten


Im Gesundheitssystem herrscht der Notstand. Es geht mehr um Kosten und Profite als um die Gesundheit der Leute. Und auch die anderen Hilfesysteme sorgen weniger fĂŒr die Menschen, die Hilfe brauchen, als dass sie sie verwalten. Die Belastungen, Stress und Notlagen, die das fĂŒr Klient*innen wie auch fĂŒr das Personal bedeutet, werden von der Politik wie Nebenwirkungen behandelt.

Von denen, die den Normalzustand im System kennen, weil sie die Care-Arbeit machen, also von PflegekrĂ€ften, Sozialarbeiter*innen und Erzieher*innen, erfĂ€hrt die Öffentlichkeit viel zu wenig.

FrĂ©dĂ©ric Valin, der selbst als Betreuer arbeitet, hat die Selbstisolation in der Corona-Zeit genutzt, um Kolleg*innen aus diversen Pflege- und Hilfeberufen zu befragen: Wie sind sie zu ihren TĂ€tigkeiten gekommen? Was mögen sie daran? Welche Erfahrungen haben sie ĂŒber die Zeit gemacht? Wie versuchen sie trotz der schlechten Arbeitsbedingungen gute Arbeit zu machen? Wo sind sie gescheitert? Was mĂŒsste sich dringend Ă€ndern? 21 Berichte versammelt das Buch, aus jedem einzelnen ist eine Menge zu erfahren. Persönlich, unverstellt und reflektiert geht es zur Sache. Die Protokolle zeigen auch, dass die Kolleg*innen viel ĂŒber die Nöte und Bedarfe der Klient*innen sprechen, weniger jedoch ĂŒber gewerkschaftliche Organisierungsversuche. Warum fĂ€llt das Eintreten fĂŒr die eigenen Interessen besonders im Care-Bereich so schwer?

FrĂ©dĂ©ric Valin wird sein Buch und einige der Protokolle vorstellen. Gemeinsam wollen wir uns darĂŒber austauschen, welche Perspektiven sich aus den geteilten Erfahrungen ergeben, um dem Burnout im Hilfesystem zu entgehen, um unser aller Gesundheit nicht verheizen zu lassen, um kollektive Handlungsstrategien zu entwickeln.

Eine Online-Veranstaltung des Buchladens zur schwankenden Weltkugel und der Sektion Gesundheit & Soziales der FAU Berlin.

Anmeldung erforderlich per E-Mail an faub-gesoz@fau.org!




Quelle: Fau.org