MĂ€rz 22, 2021
Von Die Plattform Ruhr
342 ansichten


Rund um den diesjÀhrigen Frauen*kampftag, den 8. MÀrz, fanden bei uns im Ruhrgebiet einige feministische Aktionen und Mobilisierungen. Wir, die Lokalgruppe der Plattform im Ruhrgebiet, beteiligten uns an den Veranstaltungen in Dortmund und in Essen.

In Dortmund fand bereits am Samstag, 6. MĂ€rz, eine Kundgebung an der Reinoldikirche statt, welche vom Feministischen Kollektiv Dortmund organisiert wurde. Eigentlich war eine Demonstration durch die Stadt geplant gewesen, die allerdings kurzfristig vom Ordnungsamt untersagt wurde. Hier zeigte sich einmal mehr, wie der Staat daran arbeitet, die kĂ€mpferische Selbstbestimmung unliebsamer politischer Bewegungen zu untergraben. In Zukunft – auch angesichts des geplanten Versammlungsgesetz NRW – werden sich soziale Bewegungen noch stĂ€rker auf solche scheinheiligen Manöver des Staates vorbereiten mĂŒssen. Trotz alledem gut, dass zumindest die Kundgebung stattfinden konnte, zu der sich dann auch mehrere hundert Menschen in der Stadtmitte zusammenfanden. Diese hörten einige RedebeitrĂ€ge, in denen Frauen* und Queers die UnterdrĂŒckung des Patriarchats in ihren verschiedenen Formen aufzeigten. Eine Redner*in machte auf die mehr als notwendige VerknĂŒpfung des feministischen Kampfs mit dem Kampf der LohnabhĂ€ngigen aufmerksam. Insgesamt also eine gelungene Veranstaltung, auch wenn sich einige RedebeitrĂ€ge noch recht stark an linksradikalen Diskursen orientierten und wenig anschlussfĂ€hig fĂŒr die breite Masse der LohnabhĂ€ngigen gewesen sein dĂŒrften.

In Essen zeigte sich ein etwas anderes Bild. Hier wurde die Kundgebung mit etwa 150 Menschen ausgerichtet vom lokalen Antirassismustelefon und hatte demnach einen starken antirassistischen Fokus zum Beispiel mit einem Redebeitrag von Migrantifa NRW. Auch die Gruppe Trans*FlĂ€che, die an diesem Tag ein Haus in Essen besetzt hatte, um Raum fĂŒr trans*-Themen zu schaffen, war mit einem Beitrag dabei. Positiv ist hier die große Vielfalt an Stimmen und Perspektiven zu bewerten. Schade wiederum, dass es an klassenkĂ€mpferischen BeitrĂ€gen mangelte. Auch hier wĂ€re es schön, wenn diese notwendige Perspektive zukĂŒnftig Platz fĂ€nde.

Trotz der inhaltlichen Kritik blicken wir auf zwei grundsĂ€tzlich gelungene Kundgebungen zurĂŒck und sind froh, dass es der feministischen Bewegung auch mitten in der Pandemie gelungen ist, in verschiedenen Orten unserer Region zu mobilisieren. Daran mĂŒssen wir in Zukunft anschließen und eine starke, organisierte und (klassen)kĂ€mpferische feministische Bewegung aufbauen. Wenn du daran mit uns arbeiten willst, dann melde dich bei uns unter ruhr@dieplattform.org.

Voran gegen Patriarchat & Kapitalismus! FĂŒr einen kĂ€mpferischen Feminismus!




Quelle: Ruhr.dieplattform.org