MĂ€rz 9, 2021
Von SchwarzerPfeil
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Der vorerst letzte Beitrag dieser Reihe kann vor dem Hintergrund der zuvor aufgeworfenen Fragen vielleicht als eine Anregung fĂŒr die Entwicklung eigener KĂ€mpfe gegen Patriarchat und Geschlecht verstanden werden.


Teil 1: Das Patriarchat verstehen
Teil 2: Gender Nihilismus – Ein Anti-Manifest
Teil 3: NegativitĂ€t als Waffe: In Richtung des queersten aller Angriffe
Teil 4: Jenseits einer weiteren GeschlechteridentitĂ€t
Teil 5: Sicherheit ist eine Illusion
Teil 6: Was ist Anarchafeminismus?



Anarchafeminismus ist Anarchismus.

Anarchafeminismus steht jeder Form der Herrschaft feindlich gegenĂŒber.

Anarchafeminismus richtet seinen Augenmerk auf die Formen der Herrschaft, die auf der Konstruktion einer Zweigeschlechtlichkeit und eine Normativierung von SexualitÀt basieren.

Anarchafeminismus beschĂ€ftigt sich mit Herrschaftsbeziehungen innerhalb unserer zwischenmenschlichen Beziehungen – seien es die Ehe, HeteronormativitĂ€t, Toxische MĂ€nnlichkeit oder die Herrschaft der Bezugspersonen ĂŒber die sich unter ihrer Obhut befindenden Kinder.

Anarchafeminismus analysiert Geschlechterrollen und -bilder und wie diese sich herrschaftlich im zwischenmenschlichen Umgang auswirken.

Anarchafeminismus steht in Feindschaft gegenĂŒber jeglichen Versuchen der Kontrolle und Herrschaft ĂŒber den eigenen Körper.

Anarchafeminismus kĂ€mpft weder fĂŒr das Verbot von irgendetwas noch fĂŒr die Abschaffung dieses oder jenes Gesetzes.

Anarchafeminismus betrachtet die Justiz und den Staat an sich als patriarchal und damit als Feind – und nicht als Partner*innen im Kampf fĂŒr mehr Gleichberechtigung.

Anarchafeminismus will keine Menschenrechte – Anarchafeminismus will den Begriff von „Recht“ zerstören.

Anarchafeminismus will weder die Herrschaft von MĂ€nnern ĂŒber Frauen noch die von Frauen ĂŒber MĂ€nnern noch von irgendwem anders ĂŒber irgendwen – Anarchafeminismus will keine Herrschaft von Menschen ĂŒber Menschen.

Anarchafeminismus braucht keine Allies – sondern Kompliz*innen im Kampf gegen jede Herrschaft.

Anarchafeminismus hĂ€lt nichts von Politik, denn Politik ist das Entscheiden ĂŒber die Köpfe anderer hinweg, ist symbolisches statt direktes Handeln.

Anarchafeminismus ist egoistisch – denn im Anarchafeminismus handeln nur Individuen.

Im Anarchafeminismus wird niemand geopfert und opfert sich niemand – weder fĂŒr eine „Idee“ noch fĂŒr jemand anderes.

Anarchafeminismus lehnt es ab „Diskriminierungen“ zu bekĂ€mpfen. Denn „Diskriminierungen“ lassen das Prinzip von Herrschaft intakt.

Anarchafeminismus kĂ€mpft nicht um die Befreiung einer bestimmten Gruppe – sondern fĂŒr die Befreiung aller Menschen von jeglicher Form von Herrschaft.

Anarchafeminismus ist feindlich gegenĂŒber jeder Form normativen Denkens – denn jede Norm ist Herrschaft.

Anarchafeminismus ist verdammt wĂŒtend und er rĂ€cht sich – auch in Form gewaltvollen Widerstands.

Anarchafeminismus will nichts reformieren. Er will zerstören. Und in den TrĂŒmmern der alten Welt ein herrschaftsfreies Miteinander finden.

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Quelle: Schwarzerpfeil.de