Dezember 31, 2021
Von Paradox-A
162 ansichten


Lesedauer: < 1 Minute

Ich bin ein Pilger, der sein Ziel nicht kennt;
der Feuer sieht und weiß nicht, wo es brennt;
vor dem die Welt in fremde Sonnen rennt.

Ich bin ein TrÀumer, den ein Lichtschein narrt;
der in dem Sonnenstrahl nach Golde scharrt;
der das Erwachen flieht, auf das er harrt.

Ich bin ein Stern, der seinen Gott erhellt;
der seinen Glanz in dunkle Seelen stellt;
der einst in fahle Ewigkeiten fÀllt.

Ich bin ein Wasser, das nie mĂŒndend fließt;
das tauendströmt in Wolken sich ergießt;
das kĂŒsst und fortschwemmt weint und froh genießt.

Wo ist, der meines Wesens Namen nennt?
Der meine Welt von meiner Sehnsucht trennt?
Ich bin ein Pilger, der sein Ziel nicht kennt.

Erich MĂŒhsam




Quelle: Paradox-a.de