Dezember 17, 2021
Von Emrawi
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Die aktuelle Lage in Österreich ist verheerend. WĂ€hrend die Anzahl der Femizide steigt, schließen FrauenhĂ€user, wie z.B. in Hallein im Juli dieses Jahres. Ein “echter Gewaltschutzgipfel” sei nötig, sagt Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings (ÖFR), im Mai in den Salzburger Nachrichten. Im November blieb der Gewaltschutzgipfel der Regierung allerdings ohne echte

Ergebnisse. Es mangelt weiterhin massiv an Fördermitteln fĂŒr Schutz und PrĂ€vention. Laut ÖFR und dem Verein Autonome Österreichische FrauenhĂ€user (AÖF) werden “228 Millionen Euro und 3.000 zusĂ€tzliche ArbeitsplĂ€tze im Gewaltschutz” dringend benötigt.

Der Aufstand der Schwestern schließt sich den Forderungen an und betont, dass dies SymptombekĂ€mpfung ist und es einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel braucht.

Der Aufstand der Schwestern ruft zum gemeinsamen Gedenken und Protest auf. Am kommenden Mittwoch um 13 Uhr schleppt das Kollektiv ein riesiges pinkes Holzkreuz (3m x 1,5m) vom Adventmarkt Mariahilf zum Josef-Meinrad-Platz (ggĂŒ. Rathaus und Heldenplatz). Auf diesem Weg begleitet sie ein Trauerzug. Am Josef-Meinrad-Platz empfĂ€ngt sie eine brachiale Soundcollage und die Performance erreicht ihren Höhepunkt. Dort werden stellvertretend fĂŒr die Ermordeten 30 DachnĂ€gel in das Kreuz geschlagen. Der Akt des Einschlagens ĂŒbersetzt die brutale körperliche Gewalt der Morde in die Kunstaktion.

Der Aufstand der Schwestern agiert und agitiert fĂŒr die, die nicht mehr sprechen können.

Sie machen die Ermordeten durch Kunst im öffentlichen Raum sichtbar und hörbar. Schwester meint keine biologischen VerwandtschaftsverhĂ€ltnisse, sondern baut auf dem solidarischen SisterhoodVibe der Zweiten Frauenbewegung auf. Sie verstehen Schwester als Kunstbegriff fĂŒr alle Frauen, egal welches Geschlecht bei der Geburt zugeordnet wurde. Ihr Appell ist klar: “Wir sind alle Schwestern, egal woher oder welcher GeschlechtsidentitĂ€t. Wir brauchen Zusammenhalt und Empowerment im Kampf gegen herrschende VerhĂ€ltnisse!”

In einer Welt, in der gewaltvolle und dominante MĂ€nnlichkeit Erfolg verspricht, treten Hierarchien und Hass auf. Das Kofferwort Femicide (engl. Female und Homicide) zeigt klarer als der eingedeutschte “Femizid” den gesellschaftlichen Missstand auf. Im Ursprungsbegriff ist das Wort “Mord” deutlich erkennbar. Diese Wortschöpfung war wegen gezielter Ermordung von Frauen aufgrund ihres

Geschlechts ĂŒberhaupt erst nötig.

HĂ€ufige Ursachen fĂŒr diese Tötungen sind mĂ€nnliches Anspruchs- und Besitzdenken, Konkurrenzverhalten sowie traditionelle Rollenbilder. Popkulturelles wie Serien, Filme oder Musik verfestigen diese Geschlechterbilder ebenfalls. Dort werden MĂ€nner hĂ€ufig als Gewinner gezeigt, wenn sie sich besonders gewaltvoll und rĂŒcksichtslos verhalten bzw. gefĂŒhllos sind. Daher fordert der Aufstand

der Schwestern ein Überwinden von Rollenbildern sowie eine grundlegende VerĂ€nderung im mĂ€nnlichen Verhalten und Erziehung von Söhnen.

Der Aufstand der Schwestern wird unterstĂŒtzt von:

Marlene Streeruwitz // VBKÖ – Verein bildender KĂŒnstlerinnen // AÖF – Autonome Österreichische FrauenhĂ€user // Doron Rabinovici // Radio Helsinki // Mz* Baltazar // Genderfrequenz // Verein Speisekammertag // Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie // Vizerektorat fĂŒr DiversitĂ€t, UniversitĂ€t fĂŒr angewandte Kunst

Aufstand der Schwestern

www.aufstandderschwestern.wordpress.com

aufstandderschwestern@gmail.com

kam per mail




Quelle: Emrawi.org