Januar 11, 2022
Von Paradox-A
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Lesedauer: 3 Minuten

Mensch mĂŒsste meinen, dass es eine Grenze fĂŒr soziale Idiotie gibt. Nachdem die Redaktion der ZĂŒndlumpen sich aus irgendwelchen GrĂŒnden selbst zerfleischt hat, scheint nun nur noch ein wirklich armseliger Einziger ĂŒbrig geblieben zu sein, der das begonnene Werk der Selbstdiskreditierung und -zerstörung zu einem Ende fĂŒhren will. In gewisser Weise ist das konsequent – als Endstufe des Verfalls des Anarchismus.

-> https://zuendlappen.noblogs.org/post/2022/01/01/so-nicht/

Blöderweise habe ich mich vor einiger Zeit in diese Auseinandersetzung verstrickt, als ich mit zwei – wie ich finde nach wie vor gelungenen – Persiflagen das schlechte theoretische Denken gewisser Leute offenlegte. Die sonst vor allem mit gewaltsamer Sprache permanent austeilenden Hater reagierten ĂŒberaus erbost auf diesen unerwarteten Gegenwind – ein klares Zeichen dafĂŒr, dass ich tatsĂ€chlich einen wunden Punkt getroffen hatte. Denn wo kein eigener Inhalt ist, bleibt eben nur Polemik als Selbstzweck und das Zombie-Dasein in der destruktiven Abarbeitung an Personen, die einem eventuell noch am nĂ€chsten stehen. (Wie schon gesagt, ist das im Grunde genommen der gleiche Modus wie bei den Allzudeutschen.)

Was als „Feindschaft gegenĂŒber jeglicher Herrschaft“ gelabelt wird, ist in Wahrheit nur das Kreisen des bĂŒrgerlichen Subjekts um sich selbst. Dass ich diesen Punkt sachlich angesprochen habe, hat die ach so gemeinen Romantiker dann richtig aufgeregt. Die Langweiligkeit meiner Argumente erregt ihre ĂŒberhitzten GemĂŒter. Meine Friedfertigkeit rief umso mehr ihre Gewaltfantasien hervor. Und meine selbstkritische, ehrliche Haltung missverstanden sie als SchwĂ€che. Wer schwach zu sein scheint, auf den wird von ZĂŒndlumpen und Co. drauf gehauen, bis hin zur Mordphantasie. Bringt die Anarchie etwa solche Menschen hervor? Nein, sondern das bĂŒrgerliche VerstĂ€ndnis von ihr, dass ein Spiegelbild staatlich-kapitalistisch-patriarchaler Vergesellschaftung ist. So erweist sich also, dass der hier ausgelebte Egoismus nichts weiter als die Kehrseite der bestehenden Herrschaftsordnung ist. Und also kann aus ihm nichts Neues erwachsen und keine qualitative VerĂ€nderung hervorgehen. Weil mir aber die bloße Negation des Bestehenden zu einfach ist, denke ich von der PotenzialitĂ€t der libertĂ€r-sozialistischen Gesellschaft her.

Weil die ZĂŒndlumpen /-lappen gewohnt sind, sich selbst keine SchwĂ€che einzugestehen und zu zeigen, inszenieren sie sich auf aberwitzige Weise als die einzig wahren, konsequenten Anarchisten. Dankbar bin ich dafĂŒr, dass sich mit der damit einhergehenden LĂ€cherlichkeit, das nihilistisch-egoistische Vorhaben offensichtlich selbst demontiert. Ich brauche da auch nicht nachzutreten, sondern stelle lediglich fest. Übrigens ist es wirklich eine Fehlinterpretation, dass ich damit „den“ Insurrektionalismus diskreditieren wollen wĂŒrde. Das ist weder meine Absicht, noch eine Weise auf welche ich denke. Denn im Unterschied zu den Nihil-Egoist*innen (oder wie auch immer sie bezeichnet werden wollen) brauche ich keine Strohpuppen, um meine eigene IdentitĂ€t zu integrieren.

Was allerdings stimmt und wohl den Zorn mir gegenĂŒber heraufbeschworen hat, ist, dass ich zu leichtfertig mit psychologisierenden Phrasen um mich geworfen habe. Gerade weil das hohle Gerede z.B. in vielen Texten im ZĂŒndlumpen eigentlich nicht mein Niveau ist, sollte ich mich nicht auf dieses herab ziehen lassen. HĂ€tte, sollte, könnte, mĂŒsste – das nĂ€chste Mal halt anders machen! SelbstverstĂ€ndlich habe ich eine gewisse Vorstellung, wenn ich von „Narzissmus“, „Selbsthass“ oder „arroganten Arschlöchern“ spreche, die nicht in der Lage sind, Ambivalenzen auszuhalten. Vielen ZĂŒndlappen-Texten ist dies anzumerken. Trotzdem steht es mir nicht zu, hier herumzupsychologisieren, denn das ist wirklich nicht meine Disziplin und Psychologe möchte ich durchaus nicht werden. Ich werde das nĂ€chste Mal darauf achten und meinen Fokus auf die Kritik von konkretem Verhalten bzw. von bestimmten Formulierungen richten.

Also Danke dafĂŒr. Und wie ich schon frĂŒher sagte: Von meiner Seite her können wir es gerne dabei belassen.




Quelle: Paradox-a.de