Februar 1, 2022
Von InfoRiot
305 ansichten

Schwedt – Am Sonntagvormittag soll es wĂ€hrend einer Protestveranstaltung in Schwedt zu einem Angriff auf eine Polizistin mit einer Fahnenstange gekommen sein. Die regelmĂ€ĂŸigen Protestaktionen der ReichsbĂŒrgergruppierungen waren bisher friedlich.

Schwedt — Am Son­ntagvor­mit­tag soll es wĂ€hrend ein­er Protestver­anstal­tung in Schwedt zu einem Angriff auf eine Polizistin mit ein­er Fah­nen­stange gekom­men sein. Die regelmĂ€ĂŸi­gen Protes­tak­tio­nen der Reichs­bĂŒrg­er­grup­pierung “ewiger Bund” oder “Bis­marks Erben” waren bish­er friedlich.

WĂ€hrend ein­er Ver­samm­lung am Son­ntagvor­mit­tag kam es durch einen der Teil­nehmer zu einem Angriff auf eine 23-jĂ€hrige Polizeibeamtin, so eine Polizeis­precherin der Polizei­di­rek­tion Ost. Die Polizei hat­te die Teil­nehmerIn­nen aufge­fordert, sich an die Maskenpflicht zu hal­ten und anschließend begonnen, die began­genen Ver­stĂ¶ĂŸe mit ein­er Kam­era zu dokumentieren.

Dies nahm ein 64-JÀhriger Schwedter zum Anlass, die Beamtin anzu­greifen. So ver­suchte der Beschuldigte die Bere­itschaft­spolizistin mit einem Fah­nen­stock zu schla­gen. Den Ein­satzkrÀften gelang es, den Angriff rechtzeit­ig abzuwehren und den 64-JÀhri­gen im Anschluss fes­t­nehmen. Ein beschle­u­nigtes Ver­fahren wegen ver­suchter gefÀhrlich­er Kör­per­ver­let­zung wurde durch die Staat­san­waltschaft eingeleitet.


screen­shot: ipr

“Ewiger Bund”

Die Proteste liefen bish­er immer friedlich ab. Knapp 20 Men­schen stellen sich am Ort­saus­gang Schwedt Rich­tung Anger­mĂŒnde auf und hal­ten die Flaggen der 25 GrĂŒn­dungs­bun- desstaat­en des Deutschen Reich­es in den Wind. Das Ganze immer son­ntags von 10 bis 11 Uhr.

Die Mit­glieder des “ewigen Bund” kom­mu­nizieren unter anderem ĂŒber die Telegram-Gruppe “Frieden*Freiheit*Sou- verĂ€nitĂ€t”. Dort tauchte gestern auch ein Wort­beitrag des Fah­nen­schwenkers Frank M. auf. Er sprach von zehn Mannschaftswa­gen, ein­er unfass­bar aggres­siv­er Polizei, die ein Exem­pel sta­tu­ieren wollte. Nach Ende der Ver­anstal­tung sei man eingekesselt wor­den, um die Per­son­alien festzustellen. Von einem Angriff mit ein­er Fah­nen­stange sagt er allerd­ings nichts.

Und was schreibt der Verfassungsschutz?

Laut Ver­fas­sungss­chutz existiert die “ReichsbĂŒrger”-Gruppierung “Bis­mar­cks Erben”, die auch unter den Namen “Ewiger Bund” und “Preußis­ches Insti­tut” sowie ins­beson­dere in Form ihrer Unteror­gan­i­sa­tion “Vater­lĂ€ndis­ch­er Hil­fs­di­enst” (VHD) auftritt, seit Som­mer 2018. In den Jahren 2019 und 2020 zeich­nete sie sich durch einen fĂŒr den PhĂ€nomen­bere­ich der “Reichs­bĂŒrg­er” und “Selb­stver­wal­ter” ver­hĂ€lt­nis­mĂ€ĂŸig starken Mit­gliederzuwachs aus, welch­er sich zulet­zt aber wieder etwas abgeschwĂ€cht hat.

«Die ide­ol­o­gis­che Grun­dan­nahme von “Bis­mar­cks Erben” ist, dass das Deutsche Kaiser­re­ich fortbeste­he und weit­er­hin das legit­ime deutsche Völk­er­rechtssub­jekt darstelle, aber man­gels eigen­er Organe hand­lung­sun­fĂ€hig sei. Alle auf die Novem­ber­rev­o­lu­tion im Jahr 1918 fol­gen­den Geset­ze und Regierun­gen wer­den als ille­git­im betra­chtet. Das Ziel der Grup­pierung ist entsprechend dieser Annahme die ver­meintliche “Wieder­her­stel­lung der staatlichen Hand­lungs­fĂ€higkeit” bzw. fak­tisch die Wieder­errich­tung des Kaiser­re­ich­es auf Basis des damals gel­tenden Rechts- und Gebi­ets­stands. Im Zuge dessen sollen auch die Nach­fahren der ehe­ma­li­gen deutschen FĂŒrsten erneut in die Posi­tio­nen ihrer Vor­fahren einge­set­zt wer­den. Dies schließt auch das Ober­haupt des deutschen Adels­geschlechts der Hohen­zollern ein, welch­es erneut als Kaiser inthro­nisiert wer­den soll.»

Ver­fas­sungss­chutz ĂŒber “Bis­marks Erben”




Quelle: Inforiot.de