Juni 12, 2022
Von InfoRiot
204 ansichten

Sanssouci – Gegen ein sogenanntes Volksfest von mehr als 100 mutmaßlichen ReichsbĂŒrgern hat das Anti-Rechts-BĂŒndnis „Potsdam bekennt Farbe“ mobilisiert. In sozialen Netzwerken wurde dazu am Freitag kurzfristig unter dem Motto „Bass statt Blödsinn“ aufgerufen. Unter Mithilfe des Techno-Kollektivs „Basskontakt“ kamen am Nachmittag unweit des Neuen Palais Dutzende Gegendemonstranten zusammen, zu lautstarken Beats wurden an der dortigen Straße unter anderem Schilder wie „Hupen gegen Nazis“ hochgehalten. Auch die Polizei war im Einsatz.

Anlass war ein Aufruf des rechtsextremen Aktivisten Frank Radon aus Berlin in seinen KanĂ€len im Nachrichtendienst Telegram. Dort wurde am Freitag ab 12 Uhr zu einem Volksfest „zum Geburtstag und zu Ehren seiner Königlichen Hoheit Georg Friedrich Ferdinand Prinz von Preußen“ eingeladen. Radon gehört zur ReichsbĂŒrgerszene – deren AnhĂ€nger glauben, dass die Bundesrepublik kein rechtmĂ€ĂŸiger Staat sei, teils wĂŒnscht man sich die Monarchie zurĂŒck. Bereits 2020 hatte Radon am Neuen Palais eine Demonstration fĂŒr eine „Wiederauferstehung des Deutschen Reichs“ organisiert. Am Freitag veranstalteten sie unter anderem einen Fahnenaufmarsch, bei dem die Flaggen lĂ€ngst untergegangener Herzog- oder FĂŒrstentĂŒmer prĂ€sentiert wurden, zu Marschmusik und fĂŒr die mehr als 3000 Nutzer von Radons Kanal via Telegram abrufbar. Zu sehen war auf einem Banner die Losung: „Nie wieder Parteien“. Insgesamt kamen vor Ort mehr als 100 „FeiergĂ€ste“ zusammen, offenbar vor allem aus anderen StĂ€dten zugereist. Es blieb friedlich. Jedoch ermittle man in einem Fall wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage.

OberbĂŒrgermeister Mike Schubert (SPD) sagte in einer Videobotschaft, solche ReichsbĂŒrger wĂŒrden die „demokratische Grundordnung“ bekĂ€mpfen – und damit „unser Zusammenleben“. 




Quelle: Inforiot.de