November 26, 2020
Von Indymedia
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Prostitution ist Gewalt

In der radikalen Linken haben sich unterschiedliche Positionen zum Thema Prostitution herausgebildet und wir denken es ist Zeit, dass wir diese Debatte als kommunistische Bewegung erneut aufgreifen und Position beziehen – nicht allein als Beitrag zum heutigen internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, vielmehr weil uns die linksliberalen, reaktionĂ€ren Positionen so mancher Teile der linken Bewegung zu diesem Thema schon lange ein Dorn im Auge sind.

Zuerst widmen wir uns abstrakt dem Punkt, was Prostitution ist und warum wir sie ablehnen. Auf dieser Grundlage muss eine Übersetzung ins Konkrete stattfinden. Wir beabsichtigen nicht, Prostituierte moralisch zu stigmatisieren, geschweige denn zu kriminalisieren. Uns ist es wichtig, auch in dieser Angelegenheit einen Klassenstandpunkt zu beziehen, weshalb man Prostitution grundlegend nicht losgelöst vom Kapitalismus betrachten kann, auch wenn das Thema an sich Ă€lter ist, als das vorherrschende Wirtschaftssystem. Gern wird die Floskel vom „Àltesten Gewerbe der Welt“ verwendet, wobei diese nicht zutreffend ist und wohl eher der Hebamme zustehen wĂŒrde. Historiker*innen gehen aktuell davon aus, dass sie etwa vor 2500 Jahren im Zusammenhang mit der Sklaverei sowie als Folge menschlicher Kriegsbeute unterworfener Völker entstanden ist.

Wir betrachten die Prostitution vor allem als weiblich, denn MĂ€nner und Transgenderpersonen nehmen anteilig bloß eine kleine Rolle ein, die wir fĂŒr diese Ausarbeitung hier vernachlĂ€ssigen. Uns ist klar, dass es verschiedene Formen von Prostitution gibt. Die Lebenssituation von „Edelhuren“ ist mit der Drogen- oder Elendsprostituierten nicht vergleichbar. Dennoch wĂŒrden wir auch Gemeinsamkeiten sehen. Beiden ist zumindest gemein, dass sie Sex fĂŒr Geld anbieten, obwohl sie den sexuellen Akt nicht ohne Geld ĂŒber sich ergehen lassen wĂŒrden. Klar, kann man dem nun entgegnen, dass jede Person in der Lohnarbeit ihre TĂ€tigkeit unfreiwillig ausĂŒbt. Doch wĂŒrden wir hier eine Grenze ziehen. Die Ware Arbeitskraft ist konstituierend fĂŒr den Kapitalismus und kann in diesem System nicht abgeschafft werden. Zwar wird durch die Prostitution Sex auch warenförmig, aber ohne dass die allermeisten „Sexworker“ zu Lohnarbeiter*innen werden. Dieses Paradox lĂ€sst sich damit erklĂ€ren, dass auch Formen von Sklaverei Waren schaffen können, ohne Lohnarbeit zu benötigen. Denn nicht alles auf dem Markt bedarf vorher der Produktion durch Lohnarbeit. Uns geht es hierbei nicht um die Unterscheidung von wertschaffender und nicht-wertschaffender Arbeit (hĂ€ufig Dienstleistungen) und damit einer GeringschĂ€tzung von „unproduktiver“ Arbeit. Wir wĂŒrden viel mehr den Großteil der Prostituitionsformen als ein Überbleibsel der Sklaverei einordnen. Die RealitĂ€t vieler Prostituierten Ă€hnelt der von modernen Sklaven. Aktuell gibt es etwa 40-50 Millionen Menschen in dieser Lebenssituation, aus der es fĂŒr die Betroffenen wegen Drohungen, Gewalt, Zwang, Machtmissbrauch oder IrrefĂŒhrung kein Entfliehen gibt. Die allermeisten Prostituierten sind eben nicht doppelt frei wie die Lohnarbeiter*innen im marxistischen Sinn. Sie sind zwar frei vom Eigentum an Produktionsmitteln aber nicht frei, ihren ZuhĂ€lter aussuchen zu können.

Gewalt ist in der Prostitution allgegenwĂ€rtig. Auch die Edelprostituierte hat hĂ€ufig einen ZuhĂ€lter. Viele können sich zwar einreden, dass sie ihrer TĂ€tigkeit freiwillig nachgehen, aber die Wenigsten können ohne Probleme damit aufhören. Zwangsprostitution macht insgesamt den grĂ¶ĂŸten Teil aus. Vor allem wenn man bedenkt, dass 81 % der Prostituierten in Deutschland aus anderen LĂ€ndern stammen und hier aufs Übelste ausgebeutet werden, erscheint die linke Diskussion ĂŒber „Sexwork“ ziemlich weltfremd. NatĂŒrlich gibt es auch Prostituierte, die der Sache freiwillig nachgehen und keinen ZuhĂ€lter haben, sozusagen Solo-SelbststĂ€ndige. Diese Personen sind aber im Ganzen betrachtet Randerscheinungen, auch wenn sie in dem besagten Diskurs fast alleine fĂŒr Prostituierte Wort ergreifen. Aber auch die freiwillige Prostitution bleibt Gewalt. In unserer Gesellschaft ist SexualitĂ€t eben nicht mit anderen TĂ€tigkeiten zu vergleichen wie zum Beispiel jemandem in einer Kneipe das Bier zu reichen. Es ist etwas Intimes, etwas direkt mit dem Körper Verbundenes. Diese SphĂ€re wird  beim Sexklauf verletzt, zumeist mit beidseitigem EinverstĂ€ndnis, konsensual. In der Prostitution ist dieser Konsens allerdings erkauft. Es wird fĂŒr die Vergewaltigung eine Art Schweigegeld bezahlt, weil nur so die Prostituierte den sexuellen Akt ĂŒber sich ergehen lĂ€sst.

Wir sind aber auch generell dagegen, dass Sex zu einer Ware werden sollte. Wenn wir aktuell darĂŒber diskutieren, dass sogar Wohnen keine Ware sein sollte, die ĂŒber einen Markt gehandelt wird, dann muss dies erst recht fĂŒr den weiblichen Körper gelten. Wir sollten dem Markt so viel wie möglich entziehen, denn entgegen dem neoliberalen Dogma, bringt der Kapitalismus keine Freiheit und der Markt regelt nicht im Interesse der Menschheit, sondern im Sinne der Profitlogik und der Konkurrenz. In der Warenwerdung von Sex und dem weiblichen Körper ist kein Empowerment zu sehen, sondern genau das Gegenteil: Es handelt sich um UnterdrĂŒckung, Gewalt und Patriarchat. Besonderes peinlich wird es, wenn Prostitution von bĂŒrgerlichen Feminist*innen als etwas Antipatriarchales verkauft wird. Dies zeugt eher von RealitĂ€tsverweigerung als davon, sich diesem Thema ernsthaft zu widmen. Prostitution stĂ€rkt die Rolle der Frau nicht, sondern degradiert sie zu einer Ware, welche der mĂ€nnlichen SexualitĂ€t zur VerfĂŒgung stehen muss. Somit zementiert diese linksliberale Sichtweise von Prostitution als „Sexarbeit“ Rollenbilder und damit auch das Patriarchat. Wir wĂŒrden sogar weiter gehen und vertreten, dass Prostitution immer Gewalt darstellt. Dies spiegelt sich sĂ€mtlichen Untersuchungen nach in Form psychischer Krankheiten wieder. Alle wissenschaftlichen Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass nahezu jede Frau in der Prostitution ein enormes psychisches Leid davon trĂ€gt. Einer Studie nach haben 60% der Frauen eine voll ausgeprĂ€gte posttraumatische Belastungsstörung. 67 % nehmen Schmerzmittel und 38 % Beruhigungsmittel. SexualitĂ€t erfordert ein Zusammenspiel von Geist und Körper. Um fremden Menschen die Penetration des eigenen Körpers zu ermöglichen, die man unter anderen UmstĂ€nden ablehnen wĂŒrde, ist ein Abschalten natĂŒrlicher Funktionen erforderlich, die sonst unweigerlich wĂ€ren: Angst, Scham, Fremdheit, Ekel, Verachtung, Schmerzen. Dieses Abschalten ist ein PhĂ€nomen, das man Dissoziation nennt. Alkohol und Drogen helfen zusĂ€tzlich, den Schmerz zu ertragen. Auch tragen Prostituierte körperliche SchĂ€den davon. Neben vaginalen und analen Verletzungen sind die Frauen hĂ€ufig schon vorgealtert, was ein Symptom fĂŒr langfristigen und erheblichen Stress darstellt. Die Frauen leiden unter permanenten Bauchschmerzen, EntzĂŒndungen und stĂ€ndigen Infektionen. Die Sterberate liegt 10 bis 40 Mal ĂŒber dem Durchschnitt. Laut einer Untersuchung sind etwa bei Prostituiertenmorden 62 % die Freier und 16 % die ZuhĂ€lter die Mörder.

Rund 40.400 Prostituierte waren laut Statistischem Bundesamt Ende 2019 bei den Behörden in Deutschland angemeldet von geschĂ€tzten 400.000. Davon hatten 7.700 (19%) die deutsche StaatsbĂŒrgerschaft, 14.300 (35%) kamen aus RumĂ€nien, 4.300 (11 %) aus Bulgarien und 3.100 (8%) aus Ungarn. Von den angemeldeten Prostituierten waren laut Statistikamt 31.600 (78 Prozent) 21 bis 44 Jahre alt. 6.700 (17 Prozent) waren 45 Jahre oder Ă€lter, 2.100 (5 %) waren zwischen 18 und 20 Jahren alt. Es ist davon auszugehen, dass die realen Zahlen noch extremer ausfallen, dass also mehr Migrantinnen und jĂŒngere Frauen in der Prostitution tĂ€tig sind. Das Bild von der starken Frau, die durch Prostitution Freiheit erlangt, finanziell unabhĂ€ngig wird und es dem Patriarchat „mal so richtig zeigt“, gerĂ€t extrem ins Wanken, denn die Zahlen sprechen deutlich dafĂŒr, dass Frauen aus anderen LĂ€ndern hier in verschiedenen Formen, aber immer unter Zwang extrem ausgebeutet werden und daran hĂ€ufig erhebliche Verletzungen erleiden. Sie werden von Bordell zu Bordell gereicht, weil die Freier sich Abwechslung wĂŒnschen. Dadurch entsteht eine weitere AbhĂ€ngigkeit, weil die Frauen entwurzelt werden und sich nicht wehren können. Auch wenn es die Prostituierten gibt, die sich mehr als Escort-Damen verstehen, sich auf dem Markt teuer verkaufen können und akzeptablere Lebensbedingungen haben, entspricht dies eher der Ausnahme. Dies wird man wohl eher bei der Gelegenheitsprostitution antreffen, bei Frauen, die es beispielsweise neben ihrem Studium machen, aber eben nicht finanziell davon abhĂ€ngig sind und somit – verglichen mit der Zwangsprostituierten – gewisse Freiheiten genießen. Einen Klassenstandpunkt einzunehmen heißt fĂŒr uns auch, dass man sich nicht auf diese wenigen im Licht Stehenden konzentriert, sondern auf die absolute Mehrheit, die eben in geknechteten ZwangsverhĂ€ltnissen ausgebeutet wird.

Denjenigen, die uns an dieser Stelle den Vorwurf der Bevormundung machen, entgegnen wir, dass in der kapitalistischen Matrix keine komplett freien Entscheidungen getroffen werden können und das Individuum eben kein freies Subjekt, sondern eingebettet in KlassenverhĂ€ltnisse ist. Gerade als Kommunist*innen ist es unsere Aufgabe, Partei fĂŒr die unterdrĂŒckten und ausgebeuteten Teile unserer Klasse zu ergreifen und die bĂŒrgerliche Freiheitsideologie zu bekĂ€mpfen. Denn ihre Freiheit heißt fĂŒr uns Ausbeutung auf dem Markt. Es war ganz klar ein zivilisatorischer Fortschritt die Kinderarbeit, die Leihmutterschaft und den Organhandel zu verbieten, auch wenn man dadurch die Freiheit des Individuums einschrĂ€nkte und es anfangs auch sicherlich Teilen unserer Klasse weitere finanzielle Sorgen bereitete. Es war richtig, weil man so die Menschen vor dem Markt schĂŒtzte. Auch die Prostitution von den wenigen Frauen, die sich freiwillig dazu entscheiden und diese unter „guten Bedingungen“ ausĂŒben, ist deswegen abzulehnen, weil sie das Patriarchat stĂŒtzt. Indem gesellschaftlich das Bild vermittelt wird, dass der weibliche Körper etwas KĂ€ufliches sei, wird auch die Position des Mannes in diesem System zementiert. Hegemoniale MĂ€nnlichkeit wird auch ĂŒber die UnterdrĂŒckung der Frau und ihrer VerfĂŒgbarmachung hergestellt. Es scheint etwas Normales zu sein, den weiblichen Körper kĂ€uflich zu benutzen. Die Prostituierte und der Freier treffen sich eben nicht auf Augenhöhe. Der Freier geht davon aus, dass die Frau fĂŒr die bezahlte Zeit ihm gehöre und so verhĂ€lt er sich auch. Genau darin liegt auch ein weiterer Unterschied zur Lohnarbeit: Dort wird die Arbeitskraft und nicht der Körper verkauft/vermietet. Wenn er nicht dem ZuhĂ€lter gehört, dann gehört der Körper der Frau fĂŒr eine gewisse Zeit dem Freier. Auch wenn es nicht unbedingt EigentumsverhĂ€ltnisse begrĂŒndet, dann aber sicherlich ein VerhĂ€ltnis des Besitzes. Die Konkurrenz unter den Prostituierten tut schlussendlich ihr Übriges, dass dieses VerhĂ€ltnis auch so bestehen bleibt.

Wir begreifen den Kampf gegen die Prostitution als Teil des Klassenkampfes, weil dabei die Töchter unserer Klasse dem Patriarchat geopfert werden und die allermeisten unter ihnen, extremes psychisches und physisches Leid erfahren. Genau dies ist auch der Grund, warum vor allem Frauen aus verarmten Teilen unserer Klasse dem nachgehen. Es ist eben kein normaler Job und schon gar nicht fĂŒhrt es zu SelbstermĂ€chtigung.
Uns geht es nicht um eine bĂŒrgerliche Sexmoral, welche an sich nur die weibliche SexualitĂ€t tabuisieren will. Wenn Frauen wechselnde Geschlechtspartner haben wollen, dann ist dies ihre Entscheidung und man sollte ihr dies z.B. durch Ausbau von Swingerclubs auch gern besser ermöglichen. Uns geht es eben nicht um den Akt, sondern um die Gefahren und Folgen der Prostitution, welche fĂŒr die Prostituierte und auch fĂŒr die Gesellschaft ganz klar bestehen.  

Deutschland hat sich durch die Änderungen der Gesetze 2002 und 2016 zu einem Dreh- und Angelpunkt fĂŒr die Prostitution entwickelt. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden bis zum Jahresende 2019 etwa 2.170 Prostitutionsgewerbe aufgrund einer erteilten oder vorlĂ€ufigen Erlaubnis nach dem ProstSchG betrieben. Bei 2.020 (93 %) der gemeldeten Prostitutionsgewerbe handelte es sich um ProstitutionsstĂ€tten (zum Beispiel Bordelle). Auf Prostitutionsvermittlungen, -fahrzeuge und -veranstaltungen entfielen zusammen 140 (7 %) der Erlaubnisse. Laut Interpol verdient ein ZuhĂ€lter an einer Prostituierten 100-150.000 € im Jahr. Wenn wir von ca. 400.000 Prostituierten alleine in Deutschland ausgehen, dann zeigt es das Ausmaß dieser gewalttĂ€tigen Sexindustrie. Durch die Legalisierung in Deutschland hat diese Industrie eine gewisse LegitimitĂ€t erfahren, die historisch seinesgleichen sucht. Dennoch ist der grĂ¶ĂŸte Teil der Prostitution ein Schattengewerbe, weil die Freier und auch die ZuhĂ€lter kein Interesse an einer Öffentlichkeit haben, welche die komplette Legalisierung mit sich bringen wĂŒrde. Ein Regulieren erweist sich Ă€ußerst schwierig, so wird die Prostitution auch durch ein Verbot wie im Nordischen Modell nicht verschwinden, wo die Freier durch ein Sexkaufverbot verfolgt werden. Zu begrĂŒĂŸen ist an diesem Modell, dass nicht die Prostituierten kriminalisiert werden, denn dies wĂŒrde nur zu weiterem Elend fĂŒhren. Im Gegenteil steht das Nordische Modell fĂŒr die komplette Legalisierung der Prostituierten. Durch dieses Modell wird der Großteil der Gesellschaft fĂŒr die Probleme der Prostitution sensibilisiert und es werden gesellschaftliche Normen auch durch solche Gesetze formuliert. FĂŒr uns ist aber dieser Staat kein Partner fĂŒr gesellschaftliche Emanzipation. Viel mehr reproduziert er tagtĂ€glich die gesellschaftliche UnterdrĂŒckung der Frau. Wir betrachten Prostitution auch als ein Produkt der bĂŒrgerlichen Monogamie, welche eben nur fĂŒr die Ehefrau herrscht. Sie ist die andere schmutzige Seite der Medaille zur bĂŒrgerlichen Ehe. Dem Mann gesteht man zu, dass er nicht immer seine Triebe kontrollieren kann, deshalb wird ihm ein Ventil gestattet. Dies verlogene System kann man jetzt schon entlarven und aufzeigen, dass alternative Lebens- und Liebesbeziehungen möglich sind. Unser Feminismus ist eben kein reformistisches Anpassen an dieses System. Weil wir uns als RevolutionĂ€r*innen begreifen, schließt dies mit ein, dass fĂŒr uns die Probleme wie Prostitution nur gesellschaftlich durch den Sozialismus ĂŒberwunden werden können. Wir bitten kein zum Zwecke der UnterdrĂŒckung geschaffenes System darum, uns weniger zu unterdrĂŒcken. Das revolutionĂ€re Subjekt ist unsere Klasse, sie zu erreichen muss unser Ziel sein und mit ihr ist wirkliche VerĂ€nderung erst möglich.

Der Kampf gegen die Prostitution muss aber auch im Hier und Jetzt schon gefĂŒhrt werden, weil unsere Klasse direkt davon betroffen ist. Dabei ist die Stoßrichtung sich gegen die Prostitution zu richten und eben nicht gegen die Prostituierten. Wir brauchen vor allem AufklĂ€rung ĂŒber die Prostitution und ihre Gefahren, weil MĂ€dchen sich u.a. leicht durch die Loverboy-Masche in diesen Abgrund hineinziehen lassen und dort jahrelang, oftmals auch lebenslang nicht mehr herauskommen. Vor dem Hintergrund von Rapper*innen wie Schwester Ewa und ihren zumeist mĂ€nnlichen Kolleg*innen ist das Bild viel zu positiv besetzt und erleichtert es, junge Frauen in Deutschland zu verarschen. Die Prostituierten ohne deutsche StaatsbĂŒrgerschaft mĂŒsste man mit einer Aufenthaltsgenehmigung sowie einer Arbeitserlaubnis aus diesem Milieu holen, ihnen Weiterbildungsmaßnahmen ermöglichen und diese auch finanziell absichern. Es kann nicht sein, dass hunderttausende Frauen nach Deutschland gelotst, von deutschen Freiern vergewaltigt und dann mit ihrem Leid alleine gelassen werden. Dieser Verantwortung muss sich die Gesellschaft stellen und jegliche Hilfsprogramme finanzieren, um somit die Gesamtsituation ernsthaft und langfristig zu verbessern. Der Kampf muss sich in erster Linie gegen die Profiteure richten, der Staat ist dabei als einer der grĂ¶ĂŸten ZuhĂ€lter zu betrachten und der Widerstand muss vielfĂ€ltig sein, von Kampagnen bis direkte Aktionen!

Gerade machen gegen Gewalt an Frauen!

„Die moderne Prostitution ist eine Erscheinung, welche aufs Innigste mit den wirtschaftlichen ZustĂ€nden der kapitalistischen Ordnung verwachsen ist, ihnen ihren Riesenumfang verdankt und nur mit der bĂŒrgerlichen Gesellschaft zusammen verschwinden kann.“

Clara Zetkin




Quelle: De.indymedia.org