November 24, 2021
Von Emrawi
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In Istanbul-Kadıköy hatte die Arbeiter:innenpartei der TĂŒrkei (TIP) und die Partei des Sozialistischen Wiederaufbaus (SYKP) zum Protest aufgerufen. Den Demonstrationen schlossen sich immer mehr Passant:innen an und forderten die AKP und Erdoğan zum RĂŒcktritt auf. Die Protestierenden zogen mit Transparenten und Fackeln durch die Straßen. Die TIP erklĂ€rte auf eine Kundgebung vor der Filiale der Zentralbank von Istanbul: „Wir werden diejenigen, die unser Brot stehlen, zur Rechenschaft ziehen. Wir werden die TĂŒrkei aus der Dunkelheit holen und ins Licht bringen.“

Proteste in Ankara

Auch in Ankara gingen die Menschen vielerorts auf die Straßen. In Esat, Tunalı, Mamak und an der UniversitĂ€t (ODTÜ) gingen die Menschen auf die Straße, um die Regierung zum RĂŒcktritt aufzufordern. Die Teilnehmer:innen ließen sich auch nicht von Versuchen der Polizei, die Demonstrationen zu verhindern, abhalten. Zuerst gingen die Menschen spontan in Esat im Stadtviertel Çankaya auf die Straße. Die Anwohner:innen klapperten mit Töpfen und Pfannen und riefen die Regierung zum RĂŒcktritt auf. Die Polizei versuchte vergebens, die Demonstration zu verhindern. Anschließend versammelten sich Menschen im Kuğulu-Park und zogen durch die Straßen der Stadt. Im Stadtteil Mamak fanden ebenfalls spontane Demonstrationen statt.

Polizeiangriff auf Demonstration an UniversitÀt

Auch an der Technischen UniversitĂ€t (ODTÜ) in Ankara versammelten sich Protestierende und zogen ĂŒber den Campus. Als die Studierenden versuchten den Campus zu verlassen, griff die Polizei die Teilnehmer:innen mit Pfefferspray an. Journalist:innen, welche die Festnahmen dokumentierten, wurden geschlagen und festgehalten. Erst nach der Auflösung der Aktion wurden die Journalist:innen freigelassen.

Proteste auch in Amed

Auch in der nordkurdischen Stadt Amed (tr. Diyarbakır) protestierten die Menschen mit Töpfeklappern gegen die AKP und forderten den RĂŒcktritt der Regierung.

Lira erreichte erneuten Tiefstand

Die tĂŒrkische Lira hat mit 14,46 Lira fĂŒr einen Euro einen erneuten Tiefststand erreicht. Die massive Abwertung der WĂ€hrung fĂŒhrt zu einer extremen Verteuerung, auch von Grundnahrungsmitteln. Immer weniger Menschen in der TĂŒrkei und Nordkurdistan können sich ernĂ€hren. WĂ€hrenddessen versucht Erdoğan weiter, die durch Krieg und verfehlte Politik herbeigefĂŒhrte Krise durch nationalistische Parolen in einen „wirtschaftlichen UnabhĂ€ngigkeitskrieg“ umzumĂŒnzen. Ob ihm es so gelingt, die immer mehr unter Verarmung leidende Bevölkerung erneut auf seine Seite zu ziehen, ist fraglich.

von: https://anfdeutsch.com/




Quelle: Emrawi.org