Mai 9, 2022
Von InfoRiot
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Brandenburg/Havel – Laut dem Landgericht Neuruppin ist unsicher, ob der Prozess gegen einen ehemaligen KZ-Wachmann fortgesetzt werden könne. Josef S. befindet sich momentan im Krankenhaus.

Brandenburg/Havel.Die plan­mĂ€ĂŸige Fort­set­zung des Prozess­es gegen einen mut­maßlichen frĂŒheren SS-Wach­mann im Konzen­tra­tionslager Sach­sen­hausen ste­ht auf der Kippe. Erst am Don­ner­stag könne entsch­ieden wer­den, ob der Prozess nach einem Kranken­hausaufen­thalt des 101-jĂ€hri­gen Angeklagten wie geplant am Mon­tag kom­mender Woche fort­ge­set­zt wer­den könne, sagte die Sprecherin des Landgerichts Neu­rup­pin, Iris le Claire, am Mon­tag auf Anfrage. ï»ż

Gek­lĂ€rt wer­den mĂŒsse auch, ob der Staat­san­walt dann mit seinem PlÀ­doy­er begin­nen könne, sagte die Sprecherin. Der Vertei­di­ger Ste­fan Waterkamp sagte auf Anfrage, es sei ungewiss, ob sein Man­dant wie zunĂ€chst geplant am Don­ner­stag nach ein­er mehrwöchi­gen Behand­lung aus dem Kranken­haus ent­lassen wer­den könne.

Inzwis­chen sei bei seinem hochbe­tagten Man­dan­ten ein weit­eres gesund­heitlich­es Prob­lem hinzugekom­men, das eine Ent­las­sung aus dem Kranken­haus eher fraglich mache.
Prozes­sor­d­nung sieht Neube­ginn der Ver­hand­lung vor

In dem Prozess wurde am 25. MĂ€rz zulet­zt ver­han­delt. Nach der Straf­prozes­sor­d­nung kann eine Hauptver­hand­lung max­i­mal fĂŒr zwei Monate unter­brochen wer­den. Beim Über­schre­it­en dieser Frist muss der Prozess kom­plett von neuem beginnen.

Gerichtssprecherin le Claire ver­wies aber darauf, dass wegen mehrerer Coro­na-Erkrankun­gen von Prozess­beteiligten möglicher­weise noch andere Fris­ten gel­ten kön­nten. Fest­ge­set­zt als Ver­hand­lungstage waren bis­lang nur der Mon­tag und Dien­stag kom­mender Woche. Nach Angaben von Waterkamp sind weit­ere Ver­hand­lungstage am 23. und 24. Mai sowie am 1. und 2. Juni geplant.
Josef K. bestre­it­et bis­lang jede Schuld

Der 101-JĂ€hrige ist angeklagt, als dama­liger Wach­mann in dem KZ von 1942 bis 1945 Bei­hil­fe zum Mord an min­destens 3518 HĂ€ftlin­gen geleis­tet zu haben. Der Angeklagte hat in dem Prozess bis­lang bestrit­ten, in dem KZ ĂŒber­haupt tĂ€tig gewe­sen zu sein.

Allerd­ings ist die TĂ€tigkeit eines SS-Wach­manns im KZ mit seinem Namen, Geburts­da­tum und ‑ort durch zahlre­iche Doku­mente belegt. Der Prozess vor dem Landgericht Neu­rup­pin wird aus organ­isatorischen GrĂŒn­den in ein­er Sporthalle in Brandenburg/Havel gefĂŒhrt.




Quelle: Inforiot.de