Juni 7, 2021
Von FAU Flensburg
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Irakisch-Kurdistan gilt als einer der sichersten Orte im Mittleren Osten. Das bedeutet aber leider nicht, dass alle Menschen dort in Sicherheit leben. Im Gegenteil. FĂŒr queere Menschen wird es jeden Tag gefĂ€hrlicher. Rechte Gruppen dominiren die öffentliche Debatte. Vereine, die sich mit queeren Menschen solidarisch zeigen, riskieren ihre Zulassung. Familien sind aufgefordert, queere Angehörige unter Druck zu setzen. Religiöse Gruppen fordern nicht nur Umerziehungs-, sondern auch Auslöschungsmaßnahmen. Und polizeiliche Kontrollen schrĂ€nken die wenigen FreirĂ€ume ein.

In meiner Kindheit war das Thema LGBT tabu. Es kam praktisch nicht vor, höchstens in Schimpfwörtern. Inzwischen werden queere Menschen in Kurdistan sichtbarer und können nicht mehr einfach ignoriert werden. Daher werden sie jetzt offensiv bekÀmpft. Und der Ton wird immer aggressiver und die Gewalt heftiger.

Ich merke es in den Medien und Netzwerken, aber auch im Kontakt zu meiner Familie. Seit einigen Monaten herrscht komplette Funkstille. In den letzten GesprĂ€chen haben sie mich nur noch mit Beleidigungen ĂŒbersĂ€ht. Meine SolidaritĂ€t mit queeren Menschen ist fĂŒr sie viel schlimmer als der Abfall vom Glauben. Ich leide unter dem Hass. Dabei wohne ich erstens weit weg und kann zweitens selbst entscheiden, ob ich mich mit Aktionen positioniere. Aber wie geht es queeren Menschen vor Ort? Sie können nicht weg und fĂŒr sie geht es nicht nur um Meinungsfreiheit, sondern um das Recht auf ein Leben in WĂŒrde.

Ich kann da nicht mehr tatenlos zusehen. Und deswegen habe ich mich dazu entschlossen, das selbstorganisierte LGBTI-Projekt Yeksani aus SilĂȘmanĂź zu unterstĂŒtzen. Yeksani bedeutet Gleichheit. Das Projekt bietet queeren Menschen Beratung und UnterstĂŒtzung an und leistet wichtige AufklĂ€rungsarbeit. Yeksani hat keine Chance, sich als Verein eintragen zu lassen, und arbeitet unter sehr schwierigen Bedingungen. Ich möchte auf den wichtigen Kampf aufmerksam machen und 5.000,- Euro fĂŒr das Projekt zusammensammeln.

DafĂŒr werde so lange queer durch Deutschland laufen, bis die Summe zusammengekommen ist. Ich bin heute frischgetestet in Mainz angekommen und werde von hier nach Norden wandern, unterwegs auf das Thema aufmerksam machen und meine Aktion bewerben. Sobald das Geld zusammengekommen ist, schicke ich es ĂŒber vertrauenswĂŒrdige Kontakte direkt zur Gruppe. Das Problem dabei ist, dass ich es nicht ĂŒber einen offiziellen Verein abwickeln kann. Ich muss die Spenden daher leider privat einsammeln, kann keine Spendenquittungen ausstellen und bin auf euer Vertrauen angewiesen.

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Quelle: Fau-fl.org