Oktober 27, 2020
Von Fairmuenchen
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In Deutschland leben wir immer noch im Selbstlob-Modus des Kalten Krieges: Hier ist alles besser!

Die Kultusministerien sind die Hochburgen des Selbstlobes, und Bayern hatte noch 1957-64 einen alten Haudegen der Nazi-Justiz dort sitzen,

Auch etliche Professoren an den Hochschulen machten weiter wie „damals“, als des FĂŒhrers Arbeitszimmer und Konzertsaal einzurichten war 
 und Andersdenkende wie Deserteure hinzurichten waren. 1950 endete – auch mit Betreiben der fleissig „Persilscheine“ ausstellenden Kirchen, die „Entnazifizierung“, die CSU fĂŒhrte die PrĂŒgelstrafe in den Schulen wieder ein: Postfaschismus begann.

Es geht auch anders 
.

ReformpĂ€dagogik hatte es schon reichlich gegeben, aber das militaristische preußische Schulsystem war auch den Kirchen recht, das Lernen der Kinder und Jugendlichen konnte noch nicht auf Freiwilligkeit gedacht werden, brauchte Zensur und Verwertungslogik. Bis nun heute alles auf Berufsausbildung ausgerichtet ist.


 aber so geht es auch!

Nein, Brecht war als Kommunist und DDR-BĂŒrger verfemt, bis auf „Mutter Courage“ und die Dreigroschenoper, und der östliche Militarismus formte das gleiche UNterrrichtswesen. Die Kritische Theorie wurde wie Sozialismus zum intellektuellen Geschwafel, analog der Heideggerei bis Habermas.

Lebenspraktische PĂ€dagogik und Philosophie

kam dann in den 1970er Jahren wie die Befreiungstheologie aus SĂŒdamerika, wanderte durch die LĂ€nder, wurde bekĂ€mpft und denunziert, weil sie nicht in unsere Fronten- und Verwertungslogik passte:

PĂ€dagogik der UnterdrĂŒckten

Paulo Freire (* 19. Sept. 1921 in Recife; † 2. Mai 1997 in SĂŁo Paulo) war ein in Theorie und Praxis international einflussreicher brasilianischer Jurist, PĂ€dagoge und weltweit rezipierter Autor.  Bewusstseinsbildung, Volkserziehung, Bankierserziehung sind die wichtigsten Begriffe in der PĂ€dagogik der UnterdrĂŒckten,  

inspiriert zahlreiche internationale Hochschulen (ĂŒber 35 Ehrendoctores) und die Befreiungstheologie

Theater der UnterdrĂŒckten

Augusto Boal, 16.3. 1931 in Rio de Janeiro geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die RealitĂ€t nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verĂ€ndern. WĂ€hrend seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die hiesige TheaterpĂ€dagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille. Seine Methoden sind in ĂŒber 70 LĂ€ndern der Welt verbreitet. († 2.Mai 2009 in Rio)

Lern-Autonomie schafft reflexives Bewusstsein

Autonomia heißt das letzte Buch von Paulo Freire, der die befreiende PĂ€dagogik und Modelle des Lernens entwickelt hatte, die von der UNESCO posthum noch einmal gewĂŒrdigt worden waren: Er stellt die Lernenden in die Mitte, die bei uns meist noch von Stoff, Qualifikationen und Konkurrenzen besetzt ist.

Seit den 70er Jahren haben viele PĂ€dagogInnen auch hierzulande versucht, gegen die Regeln ihrer Einrichtungen solche Modelle durchzusetzen, haben sich mit wirklich demokratischen und emanzipatorischen Methoden aber selten in den Systemen beliebt gemacht.

Autonomie erscheint uns als Wunsch selbstverstĂ€ndlich, als Forderung aber ĂŒberzogen zu sein. Die Regeln, die gegen sie ins Feld gefĂŒhrt werden, erscheinen heilig, Institutionen -verteidigend. Die Lernenden sollen sich in bestehende Systeme einpassen, ihre Regeln ĂŒbernehmen. Als PĂ€dagogen neigen wir dazu, eher GefĂ€ngniswĂ€rter als AnwĂ€lte der Lernenden zu werden. Mehr dazu: lern-autonomie-schafft-reflexives.html

Ästhetik der UnterdrĂŒckten

meint nicht einen neuen Einrichtungsstil, sondern die Wahrnehmung der Welt, das Lesen der Welt ohne die erlernten Sichten: Zwischen „Da muss man etwas tun“ oder „Da kann man nix machen“ und „Schicksal“ und „Was soll ich schon bewegen“ haben wir eine große Variante von Ausreden und Eingaben, Petitionen und Ausweich-Reaktionen.

Verantwortung fĂŒr den eigenen Anteil ĂŒbernehmen- Wie geht das?

Radikale Kritische PĂ€dagogik in den USA

 

Radikale PĂ€dagogik: Eine Perspektive


Kritische oder radikale PĂ€dagogik ist ein Ansatz zum VerstĂ€ndnis und zur Gestaltung des VerhĂ€ltnisses zwischen Schule und Gesellschaft aus der Perspektive der sozialen ProduktionsverhĂ€ltnisse in kapitalistischen Gesellschaften. 

 

Es ist auch ein praktischer Ansatz fĂŒr das Lehren, Lernen und Forschen, bei dem das Lehren durch kritischen Dialog und eine dialektische Analyse der Alltagserfahrung im Vordergrund steht. 

 

Kurz gesagt, es geht darum, durch Praxis zu lehren. 

paulo-freire-muenchen.blogspot.com/2020/10/alphabetisierung-und-ein-buch-uber.html

Paulo Freire 100 Jahre: 19.9.1920 – 2.5.1997
und die PĂ€dagogik der UnterdrĂŒckten neu besprechen:

Eine Veranstaltungsreihe des NordsĂŒdforum im Einewelthaus MĂŒnchen ist in Vorbereitung, eine Mitwirkung, auch in der Rolle der Fragenden, ist gern gesehen 


paulo-freire-muenchen.blogspot.com/2020/10/paulo-freire-100-jahre-1991920-251997.html

Du darfst mich gern verfolgen …




Quelle: Fairmuenchen.de