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Ende MĂ€rz wurde bekannt, dass Schließer*innen der JVA Dresden gegenĂŒber inhaftierten Personen physische Gewalt anwendeten, Gefangene mit migrantischem Hintergrund misshandelten und sich anschließend in Chats auf WhatsApp darĂŒber lustig machten [1].

Die Kommentare sind von rassistischer und diskriminierender Sprache geprĂ€gt und verdeutlichen, welche Haltung die Schließer*innen gegenĂŒber den Gefangenen an den Tag legen. Die VorfĂ€lle ereigneten sich schon 2018, im August 2020 wurde von der Staatsanwaltschaft Dresden Anklage gegen 6 Schließer*innen, u.A. wegen gefĂ€hrlicher Körperverletzung im Amt, erhoben. Bisher ist noch unklar, ob es ĂŒberhaupt zu einem Verfahren gegen die beschuldigten Personen kommen wird. Der Dresdner Knast ist mit fast 800 PlĂ€tzen und momentan 644 Gefangenen einer der grĂ¶ĂŸten in Deutschland. Diese VorfĂ€lle zeigen einmal mehr, dass der Knast ein extrem gewaltvoller Ort ist. Die Gefangenen sind hĂ€ufig der WillkĂŒr und Gewalt der Schließer*innen ausgeliefert. Im Knast bestehen die diskriminierenden HerrschaftsverhĂ€ltnisse unserer Gesellschaft fort und die LebensumstĂ€nde der Menschen in Gefangenschaft sind durch diese geprĂ€gt. So existiert inneralb der Knastmauern, genau wie außerhalb auch, ein System aus UnterdrĂŒckung, Ausbeutung, Rassismus, Sexismus und anderen menschenverachtenden Bedingungen. Das Ziel kann nicht sein, die Haftbedingungen so zu verĂ€ndern, dass diese sich zum besseren wenden. Das Ziel kann nur sein, KnĂ€ste an sich als Teil eines UnterdrĂŒckungssystems abzuschaffen!

[1] – https://www.focus.de/politik/rassismus-vorwuerfe-in-dresdner-gefaengnis-niere-ausgeklopft-jva-beamte-feiern-in-chat-gewalt-gegen-auslaendische-haeftlinge_id_13149516.html




Quelle: Abcdd.org