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In MĂŒnster hat letzten Monat der Kongress A statt gefunden, auf dem viele verschiedene Ideen fĂŒr eine befreite Gesellschaft ausgetauscht und diskutiert wurden. Als Auftakt fĂŒr den Kongress gab es eine Demo unter dem Motto „Anarchismus in die Offensive“ (hier findet ihr einen kurzen Bericht ĂŒber die Demo und ein paar Fotos).
Wir waren von der Orgagruppe eingeladen worden, einen Redebeitrag auf der Demo zu verlesen und das haben wir sehr gerne gemacht. Hier könnt ihr unseren Beitrag noch einmal nachlesen:

„Anarchismus ist kein einheitliches Konzept, aber vermutlich können wir uns alle darauf einigen, dass es uns um die Abschaffung von Herrschaft geht.
Herrschaft zeigt sich in verschiedensten UnterdrĂŒckungsformen. Um Herrschaft und UnterdrĂŒckung zu ĂŒberwinden, mĂŒssen wir mehr bekĂ€mpfen als nur den Staat oder den Kapitalismus.

Um fĂŒr eine befreite und solidarische Gesellschaft zu streiten, mĂŒssen wir jede Form von Herrschaft angreifen, zum Beispiel wenn wir uns gegen Faschismus, Kapitalismus, Sexismus, Rassismus, Lookismus oder Speziesismus einsetzen.

Wenn wir aber in unseren jeweiligen KĂ€mpfen Erfolg haben wollen, dann ist es sinnvoll zu  bedenken, dass jeder Herrschaftsmechanismus nicht fĂŒr sich alleine steht sondern mit  anderen zusammenhĂ€ngt. Daraus folgt zwangslĂ€ufig, dass auch unsere unterschiedlichen KĂ€mpfe verbunden sein mĂŒssen. 

Nur wenn wir uns vernetzen und die unterschiedlichen Mechanismen der immer gleichen Herrschaftsideologie  gemeinsam bekĂ€mpfen, können wir auch tatsĂ€chlich etwas verĂ€ndern. Wir wollen uns fĂŒr solidarische Netzwerke stark machen, die auf Augenhöhe zusammenarbeiten.

Da wir alle die hierarchischen Werte unserer Gesellschaft verinnerlicht haben gehört dazu immer auch die eigene Reflexion und das gegenseitige Sensibilisieren.

Deswegen möchten wir etwas zu einem Thema sagen, welches unserer Meinung nach unter uns Anarchist*innen noch nicht genug mitbedacht wird, nÀmlich dem Speziesmus:

Als Anarchistisches Kollektiv Glitzerkatapult treten wir fĂŒr Tierbefreiung ein. Als Anarchist*innen kĂ€mpfen wir nicht nur gegen die Ausbeutung und UnterdrĂŒckung von Menschen sondern auch fĂŒr die Interessen nicht-menschlicher Tiere.
Tiere sind genau wie Menschen fĂŒhlende Lebewesen die Freude aber auch Leid empfinden können, auch wenn ihnen diese Eigenschaften oft abgesprochen werden um „ihre Nutzung“ zu rechtfertigen.
Speziesismus gilt es unserer Ansicht nach, genauso zu bekĂ€mpfen wie andere Diskriminierungsformen. Speziesismus (aus Spezies (= Art) und -ismus) bezeichnet die Diskriminierung von Lebewesen ausschließlich aufgrund  ihrer Artzugehörigkeit. Dies schließt ein, dass das Leben oder das Leid  eines Lebewesens nicht oder weniger stark berĂŒcksichtigt wird, weil es nicht einer bestimmten Spezies, wie etwa der Spezies Mensch, angehört. FĂŒr die politische Tierbefreiungsbewegung ist Speziesismus jene Ideologie, durch die die Ausbeutung der Tiere in der menschlichen  Gesellschaft ideologisch gerechtfertigt und verschleiert wird. Dabei  wird Speziesismus als UnterdrĂŒckungsform mit Parallelen zu anderen UnterdrĂŒckungsformen wie Rassismus oder Seximus gesehen. 

Wir wĂŒnschen uns eine Welt in der Tiere nicht lĂ€nger als Ware angesehen werden und glauben dass eine befreite Gesellschaft immer auch eine vegane Gesellschaft ist.

Aber auch ökologische GrĂŒnde sprechen fĂŒr eine vegane ErnĂ€hrung – laut UNO werden 18% des Klimawandels durch Tierhaltung verursacht.  Tierbefreiung ist fĂŒr uns nicht nur ein theoretisches Konzept, sondern wir versuchen durch eine vegane Lebensweise und vor allem durch unseren Aktivismus dazu bei zu tragen, dass Tierausbeutung bald ein Ende hat.

ARTGERECHT IST NUR DIE FREIHEIT!“(Bild von anarchieleben.blackblogs.org)




Quelle: Glitzerkatapult.noblogs.org