November 25, 2022
Von Emrawi
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Geflüchtete aus Unterkünften in ganz Tirol rufen für den 02. Dezember zu einem Protesttag gegen die unmenschliche Asylpolitik Tirols&Österreichs auf – um 13 Uhr Kundgebung vor dem BFA (Bundesamt für Fremden- und Asylwesen) und um 18 Uhr große Demonstration an der Annasäule!

Es geht um viele Themen: die oft jahrelangen Asylverfahren, bei denen die Betroffenen Monate oder Jahre auf Entscheidungen des BFA oder der Bundesverwaltungsgerichte warten bedeuten ewiges Ausharren in einem zermürbenden, unsicheren Schwebestatus. Während dieser Zeit sind Asylsuchende grundlegenden Rechten beraubt – kein Zugang zum Arbeitsmarkt, ohne Arbeitsvertrag so gut wie keine Möglichkeiten Wohnungen zu finden, kaum finanzielle Mittel, Residenzpflicht. Auch die Unterbringung erfolgt oft in menschenunwürdigen Bedingungen. Das Problem fängt bereits an bei Massenunterkünften oder Containern, in denen geflüchtete Menschen jahrelang mit mehreren Personen in einem Zimmer leben und so praktisch keine Privatsphäre haben – zuletzt wurde die Unwürdigkeit der Unterkünfte auf die Spitze getrieben, als in ganz Österreich Geflüchtete in Zelten untergebracht wurden. Oder in provisorisch eingerichteten, großen Hallen wie in Kufstein, wo über 30 Leute in einem Raum schlafen und sich bereits jetzt die Krätze ausbreitet.

In diesem Sinne: Bewegungsfreiheit und Bleiberecht für alle statt Abschiebe- und Lagerterror! Zimmer statt Zelte! Kommt solidarisch mit den Geflüchteten am Freitag, den 2. Dezember in Innsbruck auf die Straße!

تجمع اعتراضی و حمایت از پناهجویان در مقابل وضعیت نامناسب کمپهای غیرانسانی در تیرول و اتریش.

زمان و مکان تجمع: جمعه 2 دسامبر ساعت 13:00 مقابل اداره فدرال مهاجرت وپناهندگی.‌BFA

زمان ومکان راهپیمایی:جمعه 2 دسامبر ساعت 18:00 Annasäule

مسائل زیادی وجود دارد: رویه های پناهندگی اغلب یک ساله، که در آن افراد تحت تاثیر باید ماه ها یا سال ها منتظر تصمیمات BFA یا دادگاه های اداری فدرال باشند، به معنای انتظار در حالت بلاتکلیف ویا حتی دائمی در وضعیت نامطمئن و طاقت فرسا است. در طول این مدت، پناهجویان از حقوق اولیه محروم هستند – از جمله عدم دسترسی به بازار کار،در صورت نداشتن کار تقریباً هیچ شانسی برای یافتن مسکن وجود ندارد، عدم دسترسی به منابع مالی، روبرو شدن با یک نوع اقامت اجباری تحمیل شده به پناهجویان است وآنها همچنین اغلب در شرایط غیرانسانی اسکان داده می شوند. مشکل با اسکان انبوه یا کانتینرهایی شروع می شود که پناهندگان سال ها با چندین نفر در یک به اصلاح اتاق (که اساسا نمیشود نامش را اتاق گذاشت)زندگی می کنند و در نتیجه عملاً حریم خصوصی ندارند – اخیراً وقتی پناهندگان در سرتاسر اتریش در چادرها اسکان داده شدند، اعتراض نسبت به این اقامتگاه به اوج رسید. انها در سالن‌های بزرگ و موقتی مبله شده مانند کوفشتاین که بیش از 30 نفر در یک اتاق می‌خوابندکه همین امر سبب گسترش بیماریی مانند گال در میان انها است. بیایید برای آزادی رفت و آمد و حق اقامت برای همه به جای تبعید و وحشت اردوگاهی و مسکن مناسب یا اتاق به جای چادر! در روز جمعه 2 دسامبر در اینسبروک حمایت وهمبستگی خود را با این عزیزان پناهجو از سرتاسر جهان اعلام کنیم

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Initiative Bürglkopfschliessen kämpft seit 2019 gemeinsam mit Betroffenen und Bündnispartner*Innen: Gegen brutale Grenzregime, gegen eine rassistische Asylpolitik, gegen Abschiebungen, gegen menschenunwürdige Unterbringung, für Häuser statt Zelte und Lager. Das sogenannte „Rückkehrzentrum Bürglkopf“ in der Gemeinde Fieberbrunn liegt auf 1250m Seehöhe. Eine 8km lange Strasse führt zu diesem Abschiebelager. Im Winter ist die Straße verschneit und die Menschen sind fast gänzlich eingeschlossen. Ca. 120 Menschen leben derzeit an diesem einsamen Ort. Ein Shuttlebus mit 8 Plätzen fährt diejenigen zwei Mal pro Woche ins Dorf, die sich der Schikane der Heimleitung und SozialarbeiterInnen* nicht widersetzen. Es gibt 3 fixierte Mahlzeiten am Tag. Eigenes Kochen ist nicht möglich. Wer ein Butterbrot auf das Zimmer nimmt, wird durchsucht und muss mit weiteren Konsequenzen rechnen. In diesem “open prison” herrscht Residenzpflicht. Das heißt, der Bezirk Kitzbühel darf nur in Ausnahmefällen und mit einer Genehmigung verlassen werden. Wer sich zwischen 22 Uhr und 6 Uhr aus dem Lager entfernt, bekommt eine Geldstrafe. Wer für 24 Std. nicht erscheint, fliegt aus der Grundversorgung und wird obdachlos. Ein Großteil der Menschen die am Bürglkopf leben sind ständig von einer potentiellen Abschiebung bedroht. Die Isolation, die Schikane durch Angestellte, die aufenthaltsbedingte Unsicherheit, die prekären Lebensbedingungen, dies alles lässt sich für viele Bewohner nur durch die Einnahme von Antidepressiva ertragen. 2017 beschloss der EU-Außenrat den Ausbau von sogenannten „Rückkehrberatungszentren“. In Österreich gibt es mehrere davon. Solche Orte dienen dazu, Menschen deren Asylanträge abgelehnt wurden, die aber wegen rechtlichen Hindernissen nicht oder nur schwer abgeschoben werden können, systematisch zu brechen und zu zermürben. Ziel dieser Taktik ist es, Menschen zu zwingen, einer sogenannten „freiwilligen Ausreise“ zuzustimmen oder dazu zu bringen aus dem Abschiebelager zu flüchten und unterzutauchen. Ende März haben wir M am Bürglkopf interviewt. Er ist seit zweieinhalb Jahren im Abschiebelager untergebracht. M berichtet von der Monotonie und Fremdbestimmung, von der Isolation und Perspektivlosigkeit, die seine jahrelange Zwangsunterbringung unter elenden Bedingungen prägen. M hat vor kurzem der „freiwilligen Rückkehr“ zugestimmt – aber nicht, weil er wirklich zurück in sein Herkunftsland möchte, sondern weil er das Leben im Abschiebelager nicht mehr erträgt.

„Besser gehe ich nach Somalia.. Es ist besser tot zu sein, als hier zu leben. Ich habe hier kein Leben, ich bin gestorben, weißt du?

Mehr infos unter:

https://www.facebook.com/buerglkopfschliessen/

https://www.facebook.com/SOSBalkanroute/

https://www.asyl.at/de/info/news/offenerbriefzurunterbringungskrisevonschutzsuchendenmenschen/

Petition:

https://actions.aufstehn.at/zimmerstattzelte?s=m2&utm_source=CleverReach&utm_medium=email&utm_campaign=21-10-22+L+Rest+Zimmer+statt+Zelte&utm_content=Mailing_13951932




Quelle: Emrawi.org